„Pflege-Bahr ist sehr erfreulich angelaufen“

Die Consal Maklerservice (CMS) vertreibt Kranken- und Pflegeprodukte der Bayerische Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung. Im Interview mit Cash.-Online spricht CMS-Geschäftsführer Udo Drexler über das Geschäft mit dem Pflege-Bahr und die aktuelle Situation des Krankenversicherungsmarkts.

Udo Drexler, CMS: „Der Pflege-Bahr kann und soll mit unseren Pflegetagegeldtarifen aufgestockt werden.“

Cash.: PKV-Verbandschef Reinhold Schulte hat Presseberichte kritisiert, wonach der Pflege- Bahr-Vertrieb eher schleppend anlaufen würde. Stattdessen hätten die Anbieter „alle Hände voll zu tun“, um die Anfragen zu bearbeiten, so Schulte. Wie fällt Ihre persönliche Halbjahresbilanz aus?

Drexler: Der Vertrieb unseres Pflege-Bahr-Produkts „Consal FörderPflege“ ist sehr erfreulich angelaufen. Mit der bisher erreichten Stückzahl ist der Konzern sehr zufrieden – zumal wir mit dem Multikanalvertrieb der Consal sehr viele unterschiedliche Zugangswege zum Verbraucher haben.

In der Maklerschaft wird die Vergütung für den Verkauf von Pflege-Bahr-Tarifen als zu gering erachtet und auch für den Kunden dürfte das eigentlich erforderliche Absicherungsniveau nicht erreicht werden. Wie gehen Sie mit dieser Problematik um?

Mit der FörderPflege hat jeder Vermittler einen individuellen Beratungsansatz – und genau unter diesem Gesichtspunkt ist auch die für Pflege-Bahr reduzierte Vergütung zu sehen. Die Absicherung kann und soll mit unseren Pflegetagegeldtarifen aufgestockt werden, um eine bedarfsgerechte Absicherung zu erhalten. Denn der Pflege-Bahr allein kann die Versorgungslücke nicht schließen. Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung leistet 1.550 Euro in der höchsten Pflegestufe III. Je nach Bundesland fallen aber Kosten von mindestens 3.000 Euro im Monat an. Insgesamt besteht also eine Lücke von über 1.500 Euro.

Mit welchen Services unterstützen Sie den Makler bei der Umsetzung?

Den Vertrieb unterstützen wir mit einfachen Anträgen, speziellen Druckstücken, die dem Makler die Beratung einfacher gestalten. All diese Unterlagen sind auf unserer Internetseite hinterlegt. Schritt für Schritt erweitern wir diese Seite um Pflegerechner, Vorlagen für E-Mails und Werbebriefe.

Zusätzlich unterstützen wir Makler mit unseren beliebten Online-Schulungen „vor Ort“. Unsere bundesweit tätigen Maklerbetreuer sowie unser Backoffice in München helfen bei allen Fragen. Gerne erarbeiten wir auch gemeinsam individuelle Unterstützungsmaßnahmen. Der Kunde muss sich um die Förderzulage von fünf Euro monatlich nicht kümmern, das erledigen wir. Darüber hinaus kann die FörderPflege in Kombination mit den Pflegetagegeldern auch direkt über die Homepage des Vermittlers online abgeschlossen werden.

Wie stellen Sie sicher, dass ungeförderte und geförderte Pflege-Produkte möglichst gut aufeinander abgestimmt sind?

Ungeförderte und geförderte Pflegeprodukte sind uneingeschränkt kombinierbar. Das heißt nach der Feststellung des Bedarfs kann dieser individuell durch die FörderPflege und „PflegePremium Plus“, unserem ungefördertem Pflegeprodukt, abgesichert werden. Bei einer Lücke von beispielsweise monatlich 1.500 Euro bieten sich die FörderPflege mit 600 Euro monatlich und PflegePremium Plus mit einer monatlichen Leistung von 900 Euro an.

Welche Produkte stehen bei Ihnen in diesem Jahr besonders im Vertriebsfokus?

Grundsätzlich haben wir uns für den Verkauf von Voll- und Zusatzversicherungen ausgesprochen. Hierbei gilt es insbesondere, den Anteil an Zusatzversicherungen an der Gesamtproduktion zu erhöhen. Inbesondere stehen im Zusatzversicherungsbereich die Pflege-Produkte und unser sehr guter Zahnergänzungstarif im Fokus.

Wie bewerten Sie das gegenwärtige Umfeld für die private Krankenvollversicherung?

Der Verkauf von privaten Krankenversicherungen ist zu Beginn des Jahres 2013 schleppend angelaufen. Die anhaltende Medienkampagne gegen die PKV und für die Einheits-Krankenversicherung, von ihren Fürsprechern auch „Bürgerversicherung“ genannt, hält manche Interessenten vom Wechsel in die private Krankenversicherung ab – obwohl die PKV in vielen Fällen die bessere Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Interview: Lorenz Klein

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