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29. Juli 2013, 08:30
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40 Prozent der Pflegefälle werden zum Sozialfall

Pflegebedürftigkeit ist ein ernstzunehmendes Risiko. Ist die Kostenfalle zugeschnappt, müssen Kinder oder Angehörige für die Pflegekosten aufkommen. Nur eine private Absicherung schützt vor unvorhersehbarer Kostenbelastung.

Gastbeitrag von Mirko Theine, ascore Das Scoring GmbH

Pflegebedürftigkeit

Mirko Theine: “Ab einem Alter von 80 Jahren ist fast jeder Dritte pflegebedürftig.”

Zu Beginn des Jahres wurde mit dem Pflege-Bahr die Förderung eines privat zu versichernden Pflegemonatsgeldes eingeführt. In den Medien sind Berichte über die Kostenfalle Pflege oder über Kinder, die für die Pflege ihrer pflegebedürftigen Eltern aufkommen müssen, omnipräsent.

Dennoch finden Versicherungsprodukte zur Pflegefallabsicherung bisher keinen reißenden Absatz. Die Menschen tun sich schwer mit dem Thema Pflege und scheinen es gerne zu vermeiden, den Tatsachen ins Auge zu blicken und sich damit abzufinden, dass das Risiko, selbst zum Pflegefall zu werden, sehr hoch ist.

 

 

Pflegeversicherung ein “Must Have”

Auch bei Vermittlern ist die Pflegebedürftigkeit nicht ganz oben auf der Agenda. Eine Studie der YouGov im Auftrag der HDI Lebensversicherung AG vom Mai 2013, die unter selbstständigen Maklern durchgeführt wurde, zeigt, dass ein Drittel aller Makler das Risiko des Pflegefalls im Kundengespräch ganz oder teilweise außen vor lässt. Dabei liegt der Bedarf auf der Hand.

Aktuell sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Bis 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,4 Millionen steigen. Von den derzeitig Pflegebedürftigen werden 750.000 in Pflegeheimen vollstationär betreut. Über zwei Drittel der Pflegebedürftigen, ca. 1,76 Millionen, werden zu Hause versorgt.

Ein Großteil der zu Hause versorgten Menschen, insgesamt fast 1,2 Millionen, wird dabei vor allem von Angehörigen gepflegt. Ab einem Alter von 80 Jahren ist fast jeder Dritte pflegebedürftig. Basierend auf diesen Zahlen müsste die private Pflegeversicherung als “Must Have” gelten, wie etwa die Haftpflichtversicherung.

PflegebedürftigkeitGesetzgeber und Produktgeber haben diesen Missstand erkannt und bieten insbesondere seit diesem Jahr Anreize, um dem Versicherungsschutz gegen Pflegebedürftigkeit neuen Antrieb zu verleihen.

Pflegefall gesetzliche Pflegeversicherung

Mit den geförderten Pflege-Bahrprodukten sollte die gesetzliche Pflegeversicherung reformiert werden und ein Teil der nötigen Absicherung über privat zu finanzierende Produkte erbracht werden, ähnlich dem Riester-Modell in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dennoch sind Probleme in der gesetzlichen Pflegeversicherung nach wie vor allgegenwärtig. Immer mehr ältere Menschen stehen als Leistungsempfänger einer sinkenden Anzahl von Beitragszahlern gegenüber. Dieses Ungleichgewicht führt zu einer Unterfinanzierung der Pflegeversicherung. Besser werden die Aussichten nicht.

Seite zwei: Kostenfalle Pflegefall

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2 Kommentare

  1. Wie wahr wie wahr… von Vielen ist die Situation in die Sie kommen können noch gar nicht richtig wahr genommen worden. Darüber hinaus wird trotz öffentlicher Berichterstattung das Thema gerne ignoriert. Zum 1. Kommentar von Herrn Armin Wagner möchte ich anmerken, dass es die Möglichkeit gibt bis zu 40,-Euro tägl. Pflegegeld für 128,94 Euro mtl. Beitrag zu haben sind. 20,-Euro Pflegetagegeld im Tarif PflegeBahr sogar ohne Gesundheitsfragen für nur 60,56 EUR.

    Kommentar von Eckhard Zerres — 31. Juli 2013 @ 10:17

  2. Der Artikel ist sicherlich sehr hilfreich, doch stellt sich mir die Frage, welcher Rentner kann für sich persönlich, die happigen Monatsprämien für eine Pflegetagegeldversicherung aufbringen?
    Ein 70 jähriger Mann zahlt für ein Pflegetagegeld von 60 Euro/ Tag, für die Pflegeklassen 0 – 3, monatlich rd. 400.- Euro.
    Ein gleichaltriges Ehepaar muß das Doppelte bezahlen!
    Folglich können sich derartige Absicherungen nur wohlhabende Pensionäre und vermögende Rentner leisten.
    Ich vermisse in dem Artikel Hinweise, wie man diesen Mehraufwand im fortgeschrittenen Alter, stemmen soll.

    Kommentar von Armin Wagner — 31. Juli 2013 @ 04:42

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