Vorsorgevollmacht: Wie Sie im Alter die Kontrolle behalten

Die meisten Deutschen wünschen sich, auch noch im hohen Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Durch eine Vorsorgevollmacht kann man rechtssicher und solange man noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist Vorsorge treffen.

Elmar Uricher, Rechtsanwalt und Vorstand des Instituts für Erbrecht e.V.

Vorsorgevollmacht: Elmar Uricher
Elmar Uricher: „Nur durch eine Vorsorgevollmacht kann man sicher sein, dass schnell und vor allem nach den eigenen Wünschen gehandelt wird.“

Der Wunsch älterer Menschen auch weiterhin zu Hause zu wohnen, stellt Familien allerdings vor große Herausforderungen, denn mit der steigenden Lebenserwartung steigt leider auch das Pflegefallrisiko.

So wurden laut statistischem Bundesamt allein in 2011 mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen, das heißt 1,76 Millionen Menschen, von ihren Angehörigen und Pflegediensten zu Hause versorgt.

Damit auch in solch schwierigen Situationen im Sinne des Betroffenen gehandelt werden kann, sollten rechtzeitig rechtliche und finanzielle Vorsorgeregelungen getroffen werden.

Wieso Vorsorgevollmachten notwendig sind

Jeder Mensch kann durch Krankheit, Unfall oder im Alter durch einen Pflegefall in die Lage kommen, in der er wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann. Ohne ausdrückliche Vorsorgevollmachten sind dann Angehörige – selbst Ehepartner – nicht berechtigt, für den Betroffenen zu handeln. Weder kann dann über die medizinische beziehungsweise pflegerische Versorgung entschieden, noch über das Vermögen des Betroffenen verfügt werden.

Durch eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung und eine Patientenverfügung kann man rechtssicher und solange man noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist vorausschauend für den Fall, dass man die Handlungsfähigkeit verliert, Vorsorge treffen.

Nur durch eine Vorsorgevollmacht kann man sicher sein, dass schnell und vor allem nach den eigenen Wünschen gehandelt wird, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. Durch sie lässt sich auch sicherstellen, dass notwendige finanzielle Transaktionen kurzfristig getätigt werden können. Die Frage der Vorsorge ist für den Fall des Verlusts der eigenen Willenskraft also existenziell.

Formen von Vollmachten

Eine Vorsorgevollmacht dient dazu, einer anderen Person die Wahrnehmung einzelner oder aller persönlichen und rechtsgeschäftlichen Angelegenheiten für den Fall zu übertragen, dass man die Fähigkeit, selbst zu entscheiden, verliert.

Sie schützt vor Handlungsunfähigkeit in Situationen, in denen der Betroffene seinen Willen nicht mehr selbst formulieren kann, weil er beispielsweise aufgrund eines Unfalls im Koma liegt oder aufgrund einer altersbedingten Krankheit wie Demenz seine Geisteskraft dauerhaft verliert.

Seite zwei: Vermeiden, dass Behörden und Gerichte über Lebensgestaltung entscheiden

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