8. Mai 2013, 10:01
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Pflegeversicherung: Geeignet für jeden Geldbeutel

Zudem lebten erwachsene Kinder von ihren Eltern vermehrt räumlich getrennt und seien geschlechterübergreifend stark eingespannt im Berufsleben, so König. „Immer weniger Berufstätige müssen für immer mehr Pflegebedürftige aufkommen“, ergänzt Oliver Nittmann, Geschäftsführer der Axa Krankenversicherung Makler- und Mehrfachagenten GmbH.
Bereits heute könne die Pflegepflichtversicherung die hohen Kosten einer Pflege nicht decken, sodass der Aufbau einer privaten Pflegevorsorge erforderlich sei, so Nittmann.

Tatsache ist, dass die soziale Pflegeversicherung das vergangene Jahr mit einem Überschuss von knapp 100 Millionen Euro abgeschlossen hat. Das heißt, Einnahmen in Höhe von 23 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 22,9 Milliarden Euro gegenüber. Der Mittelbestand lag Ende 2012 bei 5,55 Milliarden Euro. Das entspricht dem 2,9-Fachen einer Monatsausgabe.

„Die finanzielle Situation der sozialen Pflegeversicherung ist so gut wie lange nicht mehr“, freut sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Doch damit könnte es schon bald wieder vorbei sein. Denn die gute Kassenlage ist der erfreulichen Arbeitsmarktlage geschuldet. Infolge von Lohnsteigerungen konnten die Beitragseinnahmen um 3,6 Prozent zulegen, teilt das Ministerium mit. Zugleich räumt man dort ein, dass sich das Einnahmenwachstum im Laufe des Jahres 2012 deutlich verlangsamt habe.

Um die finanzielle Situation der gesetzlichen Pflegeversicherung zu stabilisieren, erfolgte Anfang 2013 eine Beitragssatzanhebung von 0,1 Prozentpunkten auf 2,05 Prozent. Dadurch könnten die mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz in Kraft getretenen besseren Leistungen im ambulanten und stationären Bereich und der Versorgung demenziell erkrankter Menschen finanziert werden, erklärt Minister Bahr.

Deutsche rätseln über Pflege-Bahr

Ebenfalls zu Jahresbeginn wurde die staatlich geförderte Pflege-Zusatzversicherung (GEPV) eingeführt, die, analog zur Riester-Rente, nach dem zuständigen Bundesminister „Pflege-Bahr“ genannt wird. Dieser soll die Deutschen endlich dazu bewegen, sich gegen das Pflegefallrisiko privat abzusichern.

Doch die wissen oftmals gar nicht, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov zeigt. Demnach ist an 89 Prozent der Befragten der Pflege-Bahr bisher vollkommen vorbei gegangen. Von den wenigen, die um den staatlichen Zuschuss zur privat organisierten Pflegeabsicherung wissen, bewerten 51 Prozent das Zubrot von jährlich 60 Euro als mittelmäßig oder schlecht.

Pflege-Bahr: Umstrittener Nutzen

Ein Drittel finden den Zuschuss gut, 15 Prozent sind davon sogar begeistert, so das Ergebnis der Umfrage. „Der Pflege-Bahr wird sich für den Durchschnittsverbraucher nicht zum Zugpferd entwickeln, sondern eignet sich höchstens als Teilargument im Beratungsgespräch“, mutmaßt Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov. Wie auch schon bei der Riester-Rente müsse die staatlich geförderte private Pflegetagegeldversicherung durch die Versicherungsvertreter an die Menschen herangetragen werden, um das politische Ziel einer verbesserten privaten Vorsorge zu erreichen.

Fragt man die Pflegeexperten aus der Versicherungswirtschaft nach ihrer Meinung zum Pflege-Bahr, ergibt sich ein freundlicheres Bild. So dauert es meist nicht lange, bis die Worte „ein Schritt in die richtige Richtung“ fallen. Doch wie groß oder wie klein dieser Schritt ausfällt, bleibt in der Branche umstritten und für manche Fachleute geht der Schritt gar in die falsche Richtung.

So bezeichnet beispielsweise der Vorstandsvorsitzende der auf die Zielgruppe Senioren spezialisierten Ideal Versicherung, Rainer M. Jacobus, die GEPV als „Danaergeschenk“ an die Krankenversicherer – also ein Geschenk, das sich für den Empfänger als unheilvoll erweist. (lk)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Cash.-Ausgabe 5/2013, die seit 18. April 2013 am Kiosk oder hier erhältlich ist.

Foto: Shutterstock & Gerhard Blank

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