Anzeige
Anzeige
8. Oktober 2013, 12:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rentensystem Deutschland: Viele Baustellen liegen brach

Das deutsche Rentensystem ist laut einer weltweiten Vergleichsstudie unter 20 Ländern weiterhin nur Mittelmaß. Zwar konnte Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um zwei Positionen auf Rang zehn vorrücken, liegt damit aber immer noch deutlich hinter den Spitzenreitern Dänemark, Niederlande und Australien.

Rentensystem DeutschlandSüdkorea, Indien und Indonesien belegen die letzten Plätze in der Studie “Melbourne Mercer Global Pension Index 2013” (siehe Tabelle). Die Rentensystem-Studie wurde vom Beratungsunternehmen Mercer zum fünften Mal in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies erstellt.

Dänemark punktet mit solider Finanzierung

Der Grund für das gute Abschneiden des dänischen Rentensystems liegt laut Mercer vor allem in der “soliden Finanzierung auf Basis eines hohen Vermögens- und Beitragsniveaus”. Weitere Vorteile seien die “überdurchschnittlichen Leistungen” und ein “gut reguliertes privates Vorsorgesystem”, heißt es.

Rentensystem Deutschland: Viele Baustellen

Das Rentensystem in Deutschland weist nach Meinung der Berater hingegen einige Baustellen auf. So fordert man bei Mercer unter anderem, dass sowohl die Mindestrente für Niedriglohn-Rentner als auch die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer erhöht werden sollte. Darüber hinaus sollten die Arbeitnehmer über die erreichten Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) laufend informiert werden. Abschließend wünschen sich die Berater eine Verpflichtung, die betrieblichen Versorgungsleistungen “ganz oder zu einem wesentlichen Teil in Form einer lebenslänglichen Rente zu gewähren”.

“Dass Deutschland mit Platz zehn im internationalen Vergleich im Mittelfeld platziert ist, zeigt, dass viele Aspekte des deutschen Rentensystems durchaus solide sind“, so Achim Lüder, Leiter des Bereichs Retirement und Geschäftsführer von Mercer Deutschland. “Doch insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit gibt es noch Verbesserungspotenzial. Ein relativ niedriges Pensionsvermögen in Verbindung mit einer recht hohen Staatsverschuldung führt in dieser Kategorie zu Punktabzügen und einer Platzierung im unteren Drittel des Index.”

Bei den Koalitionsverhandlungen sollten sich die Parteien auch mit der Situation bei den staatlichen und betrieblichen Rentensystemen beschäftigen, fordert Lüder. “Dabei wird sie die Augen nicht davor verschließen können, dass bei den drei Spitzenplätzen der Studie, also in Dänemark, den Niederlanden und in Australien, gerade die betriebliche Altersversorgung ausschlaggebend für das gute Abschneiden ist.” Sowohl für die Verwendung der staatlichen Förderung als auch für die Gestaltung der Rahmenbedingungen sollten die “richtigen Schlussfolgerungen” gezogen werden, betont Lüder.

Globale Bewegung zu beitragsorientierten Modellen

Man beobachte eine globale Bewegung hin zu Defined Contribution (also beitragsorientierten) Modellen, konstatiert Dr. David Knox, Senior Partner bei Mercer und Autor der Studie. Insbesondere für die Zeit nach Eintritt in den Ruhestand müssten deshalb “neue Wege beschritten werden, um mit dieser Situation richtig umzugehen”.

Es brauche einen Sinneswandel, so Knox, um den “Fokus weg von der Vermögensbildung und stattdessen auf die Bereitstellung von Rentenleistungen zu richten”. Diese Leistungen müssten über eine “effiziente, gerechte und solide Rahmenstruktur” bereitgestellt werden. (lk)

Zum Vergrößern auf die Tabelle klicken.

Rentensystem Deutschland

Jedes Land ist auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet. Der Gesamtindex ist der gewichtete Durchschnittswert der drei Sub-Indices Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität. Quelle: Mercer

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...