18. November 2013, 12:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Solvency-II-Kompromiss: GDV sieht noch Klärungsbedarf

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Einigung der EU-Gremien über die Eckpunkte von Solvency II begrüßt, mahnt jedoch zügige Konkretisierungen an. Das Regelwerk, das über die Kapitalausstattung der Versicherer bestimmt, tritt ab 2016 in Kraft tritt und sieht Übergangsfristen von 16 Jahren vor.

Solvency-II-Kompromiss: GDV sieht noch Klärungsbedarf

Mitte 2014 will die EU-Kommission Vorschläge zur konkreten Ausgestaltung von Solvency II unterbreiten.

Beim GDV stößt der am Mittwochabend zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und EU-Mitgliedstaaten ausgehandelte Kompromiss auf große Erleichterung: Damit sei “ein Meilenstein im politischen Prozess” und eine gute Basis für den notwendigen Übergang zu Solvency II in einem durch “künstliche Niedrigzinsen herausfordernden Marktumfeld” erreicht worden, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth.

Insbesondere bei der deutschen Versicherungswirtschaft standen die EU-Vorschläge zu Solvency II lange Zeit sehr stark in der Kritik, weil diese einen erhöhten Kapitalbedarf für Lebensversicherer nach sich gezogen hätten. Der nun gefundene Kompromiss sieht hingegen viele Ausnahmen vor.

“Frist zwischen Finalisierung und Scharfschaltung sehr kurz”

Gleichwohl sieht der GDV noch weiteren Klärungsbedarf: Zwar gebe der Kompromiss Antworten auf wichtige Fragen zur Bewertung langfristiger Garantien, so von Fürstenwerth. Der GDV-Mann betont aber zugleich, dass das Erreichte “ein guter Ausgangspunkt” für eine weitere Ausgestaltung des Regelwerks sei. Angesichts des engen Zeitplans bis zum Inkrafttreten komme es nun darauf an, die Vorgaben zügig zu konkretisieren – “ohne den Kompromiss entscheidend aufzuweichen”, fordert von Fürstenwerth. “Die Unternehmen brauchen bald Klarheit über die finalen Regeln.”

Bevor das neue Regelwerk zum 1. Januar 2016 vollständig in Kraft treten könne, stehe “auf den nachgelagerten Rechtsebenen jetzt noch viel Arbeit an”. Das Umsetzungsdatum sei daher sehr ambitioniert, so von Fürstenwerth weiter. “Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Frist zwischen Finalisierung und Scharfschaltung der Regeln sehr kurz sein wird. Das fordert der Versicherungswirtschaft viel ab.”

Mitte 2014 will die EU-Kommission Vorschläge zur konkreten Ausgestaltung von Solvency II unterbreiten; die Umsetzung des Regelwerks in nationales Recht soll Anfang 2015 erfolgen. (lk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Vermögensanlagen: Marktwächter kritisiert die Informationen der Anbieter

Fehlende Warnhinweise, schwammige Formulierungen bei der Beschreibung von Anlageobjekt und Prognosen, Mängel bei der Darstellung der Kosten: Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hessen zur Transparenz von Vermögensanlagen. In mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle informierten Anbieter zudem nicht, in welche Anlageobjekte Verbraucher genau ihr Geld investierten, da es sich um Blindpools handelte.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...