Anzeige
6. November 2013, 10:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung: Revolution auf Raten?

Laut eines EU-Beschlusses werden in zwei Jahren alle neuen Kfz-Serien nach und nach mit dem automatischen Notrufsystem E-Call ausgestattet. E-Call könnte sich als Wegbereiter für telematische Tarife, die dem Grundsatz “Wie man fährt, so zahlt man” folgen, erweisen. Doch die Branche ist skeptisch.

Telematik

Über die Hälfte der Versicherer bezweifelt grundsätzlich, dass sich Telematik jemals durchsetzen wird. Dr. Dirk Schmidt-Gallas, Simon-Kucher & Partners, hält das für leichtsinnig: “Was der Kunde will, ist wesentlich. Nicht, was der Wettbewerber vormacht.”

Während sich die Prämienhöhe bei den bisherigen Tarifen an Typ- und Regionalklassen, individuellen Schadenverläufe, der jährlichen Fahrleistung oder am Fahrerkreis orientieren, verfahren Telematik-Tarife nach dem Prinzip: “Wie man fährt, so zahlt man”.

Durch die elektronische Aufzeichnung einer “Black Box” im Auto wird das Fahrverhalten analysiert. Auf dieser Basis wird ein Risikoprofil erstellt, das die Beitragshöhe laufend beeinflussen kann.

Versicherte Telematik-Tarifen gegenüber aufgeschlossen

Während sich entsprechende Tarife in den USA und Großbritannien bereits etabliert haben und in Italien sogar verpflichtend angeboten werden müssen, hinkt der deutsche Markt noch hinterher, was Dr. Dirk Schmidt-Gallas, Versicherungsexperte beim Beratungshaus Simon-Kucher & Partners, nicht nachvollziehen kann.

Ihm zufolge zeige eine Kurzstudie seines Beratungshauses, in der die größten Versicherer und rund 340 Versicherte zu Telematik-Lösungen befragt wurden, dass viele Versicherte einem Tarif nach Fahrverhalten aufgeschlossen wären.

Aufklärungsarbeit in Sachen Telematik

Doch zunächst müsste in Sachen Telematik kräftig Aufklärungsarbeit geleistet werden. Denn die Studie offenbart auch, dass 90 Prozent der befragten Kunden diese Zukunftstarife gar nicht kannten. Nach einer kurzen Erläuterung des Modells könne sich aber die Hälfte vorstellen, einen solchen Tarif abzuschließen, erklärt Schmidt-Gallas.

Telematik

Quelle: Simon-Kucher & Partners

Die übrigen Kunden bewerteten Telematik skeptisch und fürchten eine verstärkte “Überwachung” des eigenen Fahrverhaltens. Diese Angst könnten die Versicherer den Kunden nehmen, meint der Berater, die Anbieter würden dies aber nicht tun.

“Der Grund ist, dass sie nichts geplant, geschweige denn konkret anzubieten haben. Die Versicherer gehen das Thema selbst noch nicht an und informieren ihre Kunden dementsprechend auch nicht”, kritisiert der Fachmann und legt nach: Statt Telematik erfolgreich aus Kundensicht zu planen, schiele die Branche wieder einmal darauf, “wer den ersten Schritt wagt”.

Seite zwei: Telematik-Skepsis bei Versicherern

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Axa schafft neues Vorstandsressort für Kundenmanagement

Axa Deutschland stellt eine wichtige Weiche für den weiteren Transformationsprozess des Unternehmens und stärkt die kundenbezogenen Funktionen im Konzernvorstand. Der Bereich Kundenmanagement – bislang unterhalb des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt – wird in Zukunft als eigenes Ressort im Vorstand vertreten sein. Neue Vorständin wird Beate Heinisch.

mehr ...

Immobilien

Diese Filialbanken bieten die besten Baufinanzierungskonditionen

Dank des Niedrigzinses sind die Finanzierungsbedingungen für den Immobilienkauf noch günstig, jedoch nicht bei allen Filialbanken. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat untersucht, welche Banken die besten Kreditkonditionen gewähren.

mehr ...

Investmentfonds

Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Der IWF-Kredit hat die argentinischen Märkte stabilisiert, aber die Probleme des Landes bleiben bestehen. Welche Herausforderungen die Wirtschaft in den nächsten Monaten überwinden muss und was das für Anleger bedeutet: Gastbeitrag von Rob Drijkoningen, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

Sparkassen: Echtzeitüberweisungen in der Regel nicht kostenlos

Seit wenigen Tagen können Kunden bei zahlreichen Sparkassen ihre Überweisung in Echtzeit vornehmen – dies allerdings in der Regel nicht kostenlos. Die Kosten liegen zwischen null und zwölf Euro, wie eine Erhebung von Konto.org ergab. Das Fachportal hat die Preise für Echtzeitüberweisungen aller 385 Sparkassen online abgefragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Head of Research and Strategy bei Thomas Lloyd

Die ThomasLloyd Group hat ihr Management-Team erweitert: Nick Parsons ist seit Juni am Hauptsitz in London als Head of Research and Strategy tätig und in dieser Rolle auch Chefvolkswirt der Investment- und Beratungsgesellschaft.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...