Untersuchung entlastet Ackermann und Zurich

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, kommt eine Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier vor seinem Selbstmord nicht unter ungebührlichen oder unangemessenen Druck gesetzt wurde. Dies habe der Versicherungskonzern heute mitgeteilt.

Nach Wauthiers Tod hatte die Zurich eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Umstände des Selbstmords zu klären.

Am 26. August war Wauthier tot an seinem Wohnort am Zuger See aufgefunden worden. In einem Abschiedsbrief hatte er Präsident Josef Ackermann vorgeworfen, ihn unter Druck gesetzt zu haben. Obwohl Ackermann jede Mitverantwortung für Wauthiers Tod von sich wies, trat er drei Tage später als Verwaltungsratsvorsitzender des Versicherungskonzerns mit „sofortiger Wirkung“ zurück.

Wie Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, habe die Zurich daraufhin den Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) und die auf Wirtschafts- und Steuersachen spezialisierte Züricher Anwaltskanzlei Homburger beauftragt, die Umstände des Selbstmords zu untersuchen. Sie befragten demnach Mitarbeiter und untersuchten Dokumente und Geschäftskorrespondenz auf Hinweise, ob Wauthier unter übertriebenem Druck stand.

Keine Unregelmäßigkeiten bei Finanzkennzahlen

Die Untersuchung sei auch der Frage nachgegangen, ob die Finanzkennzahlen des Konzerns angemessen dargestellt worden seien, so Reuters. Auch hier stellen die Prüfer Zurich demnach ein gutes Zeugnis aus. Die Untersuchung habe keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen von den regulatorischen und buchhalterischen Vorgaben feststellen können.

Der Selbstmord und der abrupte Abgang des Präsidenten führten dazu, dass die Aktien der Konzerns unter Druck gerieten. Konzernchef Martin Senn versicherte laut Reuters, es gebe keine Verbindung zwischen den Ereignissen und der finanziellen Entwicklung des Versicherers. Wie die Nachrichtenagentur von Insidern erfahren habe, hatten sich zwischen Ackermann und Wauthier allerdings Spannungen aufgebaut.

Spannungen zwischen Ackermann und Wauthier

Die Insider berichteten Reuters,dass Ackermann bei einem Gespräch mit Wauthier am Tag vor der Quartalsberichterstattung Mitte August auf einer letzten Änderung in den Präsentationsunterlagen bestand. Der allgemeine Geschäftsausblick für 2013 wurde demnach vorsichtiger formuliert. Zurich habe Fragezeichen hinter die mittelfristigen Ziele für zwei der drei Geschäftsbereiche gesetzt. Neue Ertragsziele will Konzernchef Senn laut Reuters den Investoren am 5. Dezember präsentieren.

Ackermanns Nachfolger Tom de Swaan sagte gegenüber der Nachrichtenagentur: „Wir sind noch immer zutiefst betroffen und traurig über den Verlust von Pierre Wauthier und können uns seine Beweggründe für den tragischen Entschluss nicht erklären.“ Das respektvolle Miteinander nehme auf allen Ebenen des Unternehmens einen sehr hohen Stellenwert ein.

 

Foto: Wikimedia Commons

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