Anzeige
Anzeige
2. Juni 2014, 08:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Hybride Modelle bieten wesentlich bessere Möglichkeiten”

Klaus-Peter Dorn, Direktor bei der Württembergische Vertriebsservice, spricht über die Vorteile einer bAV-Mischfinanzierung und das Konzept der automatischen Entgeltumwandlung.

Arbeitgeber

“Regulatorische Eingriffe des Gesetzgebers können helfen, die Durchdringung zu beschleunigen. Im Fall der bAV halte ich das aber nicht für sinnvoll.”

Cash.: Eine aktuelle Studie fasst die Entwicklung der bAV im Mittelstand seit 2011 so zusammen: “Zuwachs bei hybriden Modellen, Stagnation bei rein arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten, ein deutlicher Rückgang bei der rein arbeitnehmerfinanzierten Entgeltumwandlung”. Deckt sich dies mit Ihrer Erfahrung?

Dorn: Die Stagnation bei rein arbeitgeberfinanzierten Modellen und die Zurückhaltung bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen ist sicherlich auch der Unsicherheit durch die Finanz- und Schuldenkrise geschuldet. Zwischenzeitlich ist festzustellen, dass von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite eine höhere Investitionsbereitschaft vorherrscht.

Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass generell eine finanzielle Unterstützung des Arbeitgebers die Bereitschaft eines Arbeitnehmers zum Abschluss einer bAV sehr fördert. Insofern haben wir die Erfahrung gemacht, dass in Firmen mit Mischfinanzierung die Durchdringungsquote deutlich höher liegt als in vergleichbaren Betrieben mit reiner Arbeitnehmerfinanzierung.

Was halten Sie von hybriden Modellen, das heißt Mischmodellen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung?

Meiner Meinung nach muss man sich fragen, wie zielführend eine bAV als Grundversorgung ist, die allein auf den vermögenswirksamen Leistungen aufgebaut wird. Eine wirkliche Absicherung fürs Alter kann so nicht gebildet werden. Hybride Modelle bieten hier wesentlich bessere Möglichkeiten. Ob der Arbeitgeber einen fixen Sockelbeitrag leistet oder die bAV prozentual bezuschusst – für jede Firma gibt es eine passende Möglichkeit.

Außerdem ist die Beitragssumme in der Regel wesentlich höher als bei einer reinen Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerfinanzierung. Folglich werden höhere Betriebsrenten für den Arbeitnehmer erreicht, was ja schlussendlich das Ziel eines Aufbaus einer Betriebsrente darstellt.

Die Koalition prüft, ob sie ein Opting-out einführt, um den Verbreitungsgrad der bAV in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu erhöhen. Die Wüstenrot & Württembergische hat bereits unter dem Namen “W&W-AutEnt” eine sogenannte automatische Entgeltumwandlung eingeführt. Ist ein Eingreifen des Gesetzgebers dann überhaupt noch erforderlich?

Regulatorische Eingriffe des Gesetzgebers können helfen, die Durchdringung zu beschleunigen. In diesem Fall halte ich das aber nicht für sinnvoll beziehungsweise notwendig. Die bAV und der Anspruch des Arbeitnehmers auf sie sind bereits gesetzlich verankert. Ich sehe hier vielmehr die Branche und gegebenenfalls die Tarifparteien in der Pflicht.

Das Opting-out-Modell bietet Vorteile für alle Beteiligten, nur müssen diese Vorteile auch wirklich verständlich nach draußen getragen werden. Das gelingt nur durch gute Beratungsleistungen und Geduld. Ich bin überzeugt davon, dass der Anteil der Firmen, die sich für eine automatische Entgeltumwandlung entscheiden, in den kommenden Jahren erheblich zunehmen wird. Wir machen derzeit die Erfahrung, dass sehr positiv auf unser Modell W&W-AutEnt reagiert wird – sowohl von den Firmen, den Mitarbeitern als auch den Vermittlern.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Württembergische / Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...