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27. Mai 2014, 08:25
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“Opting-out zur Verbreitung von Betriebsrenten”

Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Präsident Handelsblatt Research Institute, erklärt, warum er heute die Betriebsrente der Riester-Rente vorzieht und wie die Verbreitung der bAV zu stärken sei.

Bert Rürup

Die Freiwilligkeit machte die Riester-Produkte zu Push-Produkten, die verkauft werden müssen und eine ganze Reihe von Anbietern zur Kreation wenig transparenter Innovationen anregte.

Cash.: Anlässlich der Präsentation der Studie “Zukunft der Altersvorsorge” sagten Sie, dass ein Ausbau der betrieblichen Altersversorgung am besten geeignet sei, um das künftig weiter sinkende Sicherungsniveau bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Warum ist das so?

Rürup: Die Idee von Walter Riester, als unvermeidlich erachtete Leistungsrücknahmen bei der gesetzlichen Rente durch ein System der kapitalgedeckten Vorsorge zu ersetzen, war richtig und überfällig – wurde aber nur halbherzig umgesetzt. Leistungsrücknahmen bei einem obligatorischen System können – unabhängig von der Generosität der Förderung – nie flächendeckend durch freiwillige Privatrenten ersetzt werden.

Zudem machte die Freiwilligkeit die Riester-Produkte zu Push-Produkten, die verkauft werden müssen und eine ganze Reihe von Anbietern zur Kreation wenig transparenter Innovationen anregte. Dies in Kombination mit einer in ihrer Pauschalität und Radikalität überzogenen medialen Kritik hat zu einem merklichen Rückgang der Akzeptanz von Riester-Renten in der Bevölkerung geführt.

Gleichzeitig ist die Akzeptanz von Betriebsrenten, die als kollektive Systeme zumeist effizienter sind als private Vorsorgepläne, rasant angestiegen.

In der Studie sprechen Sie sich für die Schaffung von “Opting-out-Modellen” aus. Nun wird unter Opting-out vieles verstanden. Wie könnte ein sinnvolles Modell aussehen und was könnte es bewirken?

Opting-out-Agreements sind in angelsächsischen Ländern verbreitet und haben sich in puncto Erhöhung des Verbreitungsgrades von Betriebsrenten sehr bewährt. Ich würde mir wünschen, wenn in möglichst vielen Standardarbeitsverträgen und Tarifvereinbarungen eine automatische Entgeltumwandlung vorgesehen würde, der allerdings die Beschäftigen individuell widersprechen können.

Außerdem wäre es wünschenswert, wenn die Arbeitgeber die ihnen bei einer Entgeltumwandlung entstehend Ersparnisse ihrer Sozialversicherungsanteile an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weitergeben würden.

Das Niedrigzinsniveau könnte noch viele Jahre anhalten: Welche Folgen hätte dies für die bAV?

Man darf kapitalgedeckte Altersvorsorge nicht gleichsetzen mit einem Vorsorgesparen in deutschen Staatsanleihen. Die Idee der kapitalgedeckten Altersvorsorge besteht darin, die nationalen und internationalen Kapitaleinkommen zur Finanzierung der heimischen Renten heranzuziehen.

Und die Niedrigzinsphase, die bei uns noch einige Zeit anhalten aber dennoch irgendwann beendet sein wird, bedeutet doch nicht, dass die auf dem Kapitalmarkt erzielbaren Renditen ähnlich niedrig sind wie die Verzinsung sicherer Staatsanleihen. Hier sind die Produktanbieter genauso gefordert wie die Politik mit ihren regulatorischen Anlagevorschriften, etwa bei der klassischen deutschen Lebensversicherung.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Daniel Möller

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1 Kommentar

  1. BAV soll besser sein? Was ist denn mit den Auswirkungen der Nachteile in der Rentenphase? Fragt dies mal den Herrn Rürup. 100% ige Besteuerung, Sozialversicherungsbeiträge mind. 17,55% und die Kürzung der GRV durch die BAV.
    Was bleibt übrig beim GKV Versicherten?
    Die Vorteile sind alle weg und ganz schnell aufgebraucht. Dann lieber eine nicht geförderte RV. Die Befürworter sollten einfach mal ganz ehrlich sagen für wen sich die BAV nicht eignet.

    Kommentar von Reinhard Ebenhan — 4. Juni 2014 @ 13:24

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