14. Juli 2014, 16:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV: Ruhepause an der Gesundheitsfront

Dass sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ausdrücklich zum Fortbestand der privaten Krankenversicherung (PKV) bekannt hat, wird in der Branche erfreut zur Kenntnis genommen. So ganz trauen die Versicherer der Ruhe an der Gesundheitsfront aber nicht – es gibt die Sorge, dass das “Gespenst” Bürgerversicherung bald zurückkehren könnte.

Assekurata

Experte Gerd Güssler, Geschäftsführer des Analysehauses KVpro.de, sieht bereits eine Trendwende in der PKV erreicht: “Stand heute nennen die Gesellschaften für 2014 Zuwächse von 10, 15 oder 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.”

“Es wäre schön, wenn die Erkenntnis sich durchsetzte, dass Wettbewerb für den Verbraucher der beste Garant für Effizienz und Versorgungsqualität ist”, erhofft sich Dr. Hans Olav Herøy. “Leider verkennen Bürgerversicherungsanhänger, dass ein politisch gesteuertes Einheitssystem verbraucherfeindlich ist”, bedauert der Vorstand des Versicherers Huk-Coburg.

Bürgerversicherung: Bedenken gegen Radikalumbau

Der PKV-Verband frohlockte dann auch, dass die Bürgerversicherung im Bundestagswahlkampf 2013 eher unter “negativem Vorzeichen” diskutiert worden sei.

“Ärzte, Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten äußerten ihre Bedenken gegen einen solchen Radikalumbau genauso wie Beamte, Arbeitgeber und Betriebsräte”, heißt es im kürzlich erschienenen PKV-Rechenschaftsbericht.

Konsequenterweise hätten CDU/CSU und SPD bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen auf eine “pragmatische Weiterentwicklung” der bestehenden Systeme gesetzt, freut sich der PKV-Verband.

Rückschlag für private Krankenvollversicherung

Pragmatismus hin oder her – vom Wohlwollen der Bundesregierung konnte das Neugeschäft in der privaten Krankenvollversicherung nicht so recht profitieren. Die Anzahl der Personen, die im vergangenen Jahr eine Vollversicherung neu abgeschlossen haben, ging im Vergleich zu 2012 um 36.100 zurück – das entspricht einem Minus von 23,4 Prozent.

Seite zwei: Unisex: Explosion für Männer-Tarife

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Nicht selbstständige Arbeitnehmer mussten 2013 mindestens 69.600 Euro im Jahr verdienenen (in den neuen Bundesländern 60.000 Euro), um eine Zutrittsberechtigung zur PKV zu erhalten – das sind 1.800 Euro mehr als 2012./// Falsch! Die Versicherungspflichtgrenze in der KV lag 2013 bei 52.200 Euro!

    Kommentar von Langel — 15. Juli 2014 @ 12:05

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GKV: Kassen laufen Sturm gegen Spahn-Pläne

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgesehenen Änderungen bei der Organisation der Kassen stoßen auf vehementen Widerstand bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Immer höhere Darlehen

Die hohen Preise für Objekte an den deutschen Immobilienmärkten treiben auch die Darlehenssummen stetig weiter nach oben. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet über aktuelle Entwicklungen bei den Baufinanzierungen.

mehr ...

Investmentfonds

Biotechnologie: “Ungebremste Innovationskraft”

Welches sind die größten Risiken bei einer Investition in Biotechnologie und was sollten Anleger beachten? Darüber hat Cash. mit Dr. Ivo Staijen, CFA gesprochen, Manager des HBM Global Biotechnology Fund.

mehr ...

Berater

Wirecard: Softbank als neuer Partner in Fernost

Der Zahlungsabwickler kann nach Berichten über umstrittene Bilanzierungspraktiken gute Nachrichten verkünden: Der Tech-Konzern Softbank investiert 900 Millionen Euro in Wirecard. Er soll den Dax-Kozern als Partner in Fernost unterstützen.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...