PKV: Ruhepause an der Gesundheitsfront

Dass sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ausdrücklich zum Fortbestand der privaten Krankenversicherung (PKV) bekannt hat, wird in der Branche erfreut zur Kenntnis genommen. So ganz trauen die Versicherer der Ruhe an der Gesundheitsfront aber nicht – es gibt die Sorge, dass das „Gespenst“ Bürgerversicherung bald zurückkehren könnte.

Experte Gerd Güssler, Geschäftsführer des Analysehauses KVpro.de, sieht bereits eine Trendwende in der PKV erreicht: „Stand heute nennen die Gesellschaften für 2014 Zuwächse von 10, 15 oder 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“

„Es wäre schön, wenn die Erkenntnis sich durchsetzte, dass Wettbewerb für den Verbraucher der beste Garant für Effizienz und Versorgungsqualität ist“, erhofft sich Dr. Hans Olav Herøy. „Leider verkennen Bürgerversicherungsanhänger, dass ein politisch gesteuertes Einheitssystem verbraucherfeindlich ist“, bedauert der Vorstand des Versicherers Huk-Coburg.

Bürgerversicherung: Bedenken gegen Radikalumbau

Der PKV-Verband frohlockte dann auch, dass die Bürgerversicherung im Bundestagswahlkampf 2013 eher unter „negativem Vorzeichen“ diskutiert worden sei.

„Ärzte, Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten äußerten ihre Bedenken gegen einen solchen Radikalumbau genauso wie Beamte, Arbeitgeber und Betriebsräte“, heißt es im kürzlich erschienenen PKV-Rechenschaftsbericht.

Konsequenterweise hätten CDU/CSU und SPD bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen auf eine „pragmatische Weiterentwicklung“ der bestehenden Systeme gesetzt, freut sich der PKV-Verband.

Rückschlag für private Krankenvollversicherung

Pragmatismus hin oder her – vom Wohlwollen der Bundesregierung konnte das Neugeschäft in der privaten Krankenvollversicherung nicht so recht profitieren. Die Anzahl der Personen, die im vergangenen Jahr eine Vollversicherung neu abgeschlossen haben, ging im Vergleich zu 2012 um 36.100 zurück – das entspricht einem Minus von 23,4 Prozent.

Seite zwei: Unisex: Explosion für Männer-Tarife

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