4. Dezember 2014, 10:01
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Die BU muss schlechter werden, um für alle bezahlbar zu sein

Es wäre auch vorstellbar, eine Leistungsdynamik in den letzten zehn Versicherungsjahren automatisch abzusenken oder herausfallen zu lassen. Grundsätzlich muss man hier prüfen, welche Risiken ich selbst zu tragen bereit wäre.

Auch muss man darüber nachdenken, den Abstand zwischen EU und BU zu verringern. Denkbar wäre eine EU, die bereits voll leistet, wenn man dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine fünf Stunden am Tag mehr zur Verfügung stehen kann. Dieses Kriterium wäre sicher in einigen Berufen der Berufsgruppen zwei bis drei sehr nahe an einer Berufsunfähigkeit.

Kreativität bei Absicherung der Berufsgruppe drei gefragt

Bis dahin muss der Makler kreativ sein, um die Berufsgruppe 3 bedarfsgerecht zu versichern. Ein 34-jähriger Dachdecker darf für 1000 Euro Rente bis Endalter 62 für eine BU mindestens 150 Euro in die Hand nehmen.

Kombiniert man eine vernünftige EU (Endalter 62, ca. 50 Euro) mit einer Dread Disease (Endalter 67, ca. 40 Euro), dann hat man einen vergleichbaren Schutz für 60 Euro weniger. Immer noch eine Menge Geld.

Ich kann auch eine sehr eingeschränkte EU (Endalter 62, ca. 38 Euro) mit einer funktionellen Invaliditätsabsicherung auf Unfallbasis (Endalter 67, ca. 23 Euro) kombinieren und habe eine Grundsicherung inklusive Psyche durch die EU.

Großer biometrischer Experimentierkasten

Wer den Überblick hat, dem steht ein großer biometrischer Experimentierkasten zur Verfügung. Auch hier muss man als Makler immer daran denken, dass individuelle Lösungen auch individuell dokumentiert werden müssen.

Generell ist es erfreulich, dass es mittlerweile so viele Ausweich- und Ergänzungsprodukte am Markt gibt, auch wenn eine kundengerechte Beratung dadurch deutlich anspruchsvoller wird.

Allerdings gilt es jetzt für die Versicherer, im nächsten Schritt die immer größer werdende Schlucht zwischen den 1+++- und den Berufsgruppe-drei-Berufen zu schließen. Nur so kann eine flächendeckende Absicherung der Arbeitskraft über alle Berufsgruppen erreicht werden.

Autor Philip Wenzel ist Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK) und bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG für den Bereich der biometrischen Risiken zuständig.

Foto: Shutterstock / Freche Versicherungsmakler

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1 Kommentar

  1. Schöne freche Denkansätze, aber es geht auch anders; Würde unser Beispiel-Dachdecker seine BU mit 18 Jahren zum Ausbildungsbeginn bis Endalter 62 abschließen, so kostet diese lediglich 67,76 € im Monat; Im Übrigen halte ich nichts von “Experimentierbaukästen”, sondern mit den bereits vorhandenen Produkten lassen sich hervorragende Absicherungen darstellen, die auch bezahlbar sind. Und nur weil sich nicht jeder eine S-Klasse leisten kann, wird Mercedes nicht die Ausstattung reduzieren.

    Kommentar von Nils Fischer — 5. Dezember 2014 @ 13:37

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