Gothaer startet fondsbasierte BU

Die Gothaer Lebensversicherung bietet ab sofort eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auf Fondsbasis an. Die neue „Gothaer BU Invest“ soll dem Kunden ermöglichen, ein Fondsguthaben zu vergleichsweise niedrigen Beiträgen aufzubauen, aus dem später der höhere Risikobeitrag finanziert werden kann.

Unternehmenssitz der Gothaer in Köln.

Statt im konventionellen Deckungsstock werden die Beiträge des BU-Invest-Versicherten in bis zu zehn auswählbare Publikumsfonds angelegt. Das über die Jahre aufgebaute Fondsvermögen solle dazu genutzt werden, den mit dem Lebensalter steigenden Risikobeitrag zu finanzieren, erläutert Gothaer-Produktmanager Carsten Hölzemann. Dadurch sei das Produkt günstiger als eine herkömmliche BU.

Bei anhaltender Börsenflaute sind Beitragssteigerungen möglich

Die Gothaer kalkuliert mit einer durchschnittlichen jährlichen Wertentwicklung der Fonds von 6,8 Prozent. Wird diese Performance übertroffen, winkt den Kunden eine Beitragsrückerstattung. Dies sei jedoch nicht der Zweck des Produkts, betont BU-Experte Hölzemann.

Erfolgt hingegen über einen längeren Zeitraum ein Börsenabschwung, so drohen Beitragserhöhungen. Wann diese eintreten könnten, erklärt Hölzemann anhand eines „Worst-Case-Szenarios“: Ein 30-jähriger Kunde, der eine BU-Invest-Police mit 30 Jahren Laufzeit und 1.000 Euro Rente abschließt, startet demnach bei 30,37 Euro Monatsbeitrag. Steht nach elf Jahren eine durchschnittliche Wertentwicklung von null Prozent zu Buche, so wird dem Kunde eine Beitragserhöhung auf 33 Euro empfohlen. Nach insgesamt 17 Jahren Stagnation wären erneut zwei Euro mehr, also 35 Euro, fällig.

Lehnt der Kunde die Erhöhungen ab, so wäre das Fondsvermögen bei einer fortlaufenden Stagnation nach 23 Jahren Laufzeit aufgebraucht und damit der Versicherungsschutz gefährdet. Statt einer Beitragserhöhung sei theoretisch auch eine Leistungssenkung möglich. Dies sei aber nicht zu empfehlen, sagt Hölzemann, denn mit jedem Karriereschritt steige meist auch das abzusichernde Einkommen.

Nachversicherungsgarantien ermöglichen höhere Rente

Über Nachversicherungsgarantien kann die Rentenhöhe der BU-Invest ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Dies sei deshalb sinnvoll, so die Gothaer, da Ereignisse wie Heirat oder Geburt eines Kindes ebenfalls den Absicherungsbedarf erhöhten. Darüber hinaus ist eine Beitragsdynamik möglich. Zusätzlich kann zu Vertragsbeginn auch eine Leistungsdynamik zur garantierten Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall eingeschlossen werden.

Weitere Merkmale der BU-Invest sind unter anderem der Verzicht auf eine abstrakte Verweisung und eine lebenslange Rentenzahlung im Pflegefall. Mit diversen finanziellen Zusatzleistungen wie Reha-Zahlungen nach einem Unfall sowie Wiedereingliederungs- und Umorganisationshilfen werde der BU-Schutz komplettiert, so die Gothaer. (lk)

Foto: Gothaer

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