Anzeige
Anzeige
16. Dezember 2014, 12:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LV-Vergütungsmodelle: Spät kommen sie, doch sie kommen

Vergütungsmodelle mit niedrigerer Abschlussprovision, dafür aber unveränderter Stornohaftung wird die größte Akzeptanz im Lebensversicherungsmarkt erhalten, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Innovalue unter Vorständen der Versicherungsbranche. Mit der Umsetzung lassen sich die Unternehmen allerdings noch Zeit.

LV-Vergütungsmodelle: Spät kommen sie, doch sie kommen

Die Auswirkungen der Vergütungsanpassungen infolge der Lebensversicherungsreform würden vor allem die Versicherungsmakler zu spüren bekommen, erwarten die Berater von Innovalue.

Die mehr als 80 im Rahmen von “Roundtable”-Veranstaltungen befragten Manager von Versicherern, Maklerhäusern, Makler-Pools und Finanzvertrieben erwarten laut der Umfrage, dass die Abschlussprovisionen für Vermittler tendenziell um circa fünf bis 15 Promille-Punkte sinken wird. Im Gegenzug gewinnen laufende Abschlussprovisionen und Bestandsprovisionen an Bedeutung.

Makler am stärksten von LVRG-Reform betroffen

Die Auswirkungen der Vergütungsanpassungen infolge der Lebensversicherungsreform würden vor allem die Versicherungsmakler zu spüren bekommen, teilt Innovalue mit. 80 Prozent der Befragten sehen sie am stärksten “negativ” betroffen. Ausschließlichkeitsorganisationen (AO) und der Vertrieb über Banken seien hingegen nur zu zwölf Prozent beziehungsweise acht Prozent beeinträchtigt, ergab das Stimmungsbild.

“Im Ergebnis werden einige Vermittler die Segel streichen”, erwartet Christian Mylius, Managing Partner von Innovalue. Aber auch die AO-Vermittler würden “über kurz oder lang” Einbußen spüren, glaubt Mylius. Das Ausmaß sei abhängig von Ausrichtung und Schwerpunkt des Geschäfts der Vertriebe.

“Marktkonsolidierung unvermeidlich”

Eine deutliche Konsolidierung des Marktes erscheine den Versicherungsmanagern somit “unvermeidlich”, berichten die Berater. “Es herrscht Einigkeit in der Branche, dass die vom Gesetzgeber erwarteten Anpassungen konsequent umgesetzt werden müssen”, erklärt Experte Mylius. “Ansonsten ist mit weiteren, noch stärkeren regulatorischen Eingriffen zu rechnen.”

Neue Vergütungsmodelle: Spät kommen sie, doch sie kommen

Dass bislang erst wenige Unternehmen neue Vergütungsmodelle vorgestellt haben, lässt die große Mehrheit der Befragten erwarten, dass die meisten Versicherer ihre Vergütungssysteme erst zum 1. Juli 2015 (56 Prozent), oder sogar erst zum 1. Januar 2016 (43 Prozent) umstellen werden.

“Versicherer mit großer Ausschließlichkeitsorganisation werden ihre Vergütung tendenziell später anpassen als solche, die vor allem mit Maklern zusammen arbeiten”, analysiert Berater Mylius. Die Komplexität der neuen Modelle werde für die Makler eine zusätzliche Herausforderung, ist sich der Experte sicher. “Zudem werden Anpassungen in den IT-Systemen als Grund für eine spätere Umsetzung neuer Vergütungsmodelle genannt”, erklärt Mylius.

“Erheblichen Erschütterungen” im Vertrieb erwartet

Für die Zukunft rechnet Mylius mit “erheblichen Erschütterungen im Vertrieb” bedingt durch sinkende Abschlussprovisionen. Diese betreffen insbesondere den Maklermarkt, fasst der Innovalue-Manager zusammen, wodurch der Trend zur “zunehmenden Prozessdigitalisierung” verstärkt werde. (lk)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...