12. März 2014, 16:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflege-Bahr hübscht PKV-Bilanz auf

Die geförderte Pflegezusatzversicherung – besser bekannt als Pflege-Bahr – hat bis Ende Januar 2014 die Marke von 400.000 Verträgen überschritten. Dies ergab eine Umfrage des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) bei seinen Mitgliedsunternehmen. Das Hauptstandbein der PKV – die Krankenvollversicherung – verzeichnete hingegen Kundenverluste.

Uwe Laue, PKV-Verband

Uwe Laue: “Der Pflege-Bahr erfüllt eindeutig das Ziel des Gesetzgebers, die Bürger stärker vor einer finanziellen Überforderung im Pflegefall zu schützen und zu mehr nachhaltiger Vorsorge zu motivieren.”

Seit Inkrafttreten des Pflege-Bahrs zum 1. Januar 2013 wurden insgesamt 404.200 Pflege-Bahr-Verträge abgeschlossen, meldet der PKV-Verband (Stichtag: 31. Januar 2014). Bezogen auf das Geschäftsjahr 2013 standen 353.400 Verträge zu Buche. Zusammen mit den 174.100 ungeförderten Pflege-Policen legte die Anzahl der Pflegezusatzversicherungen in 2013 somit um mehr als eine halbe Million zu. Der Gesamtbestand beträgt rund 2,7 Millionen Pflegezusatzversicherungen.

Laue hofft auf eine Million Pflege-Bahr-Verträge bis Ende 2014

“Das ist ein enormes Wachstum um fast ein Viertel des Bestands”, freut sich Uwe Laue, Vorsitzender des PKV-Verbandes. “Das neue Produkt erfüllt eindeutig das Ziel des Gesetzgebers, die Bürger stärker vor einer finanziellen Überforderung im Pflegefall zu schützen und zu mehr nachhaltiger Vorsorge zu motivieren.” Laue hält es deshalb für möglich, dass der Pflege-Bahr bis Jahresende die eine Million vollmacht.

Insgesamt verzeichnete der Markt für Zusatzversicherungen einen Zuwachs um 2,0 Prozent auf 23,5 Millionen Verträge.

Uwe Laue, PKV-Verband

2,7 Millionen Deutsche verfügen bislang über eine Pflegezusatzversicherung.

Rückgang in der Krankenvollversicherung

Während die PKV im Markt für Zusatzversicherungen Zuwächse verzeichnen kann, muss sie im Bestand der Krankheitsvollversicherung einen Rückschlag hinnehmen. Dieser lag Ende 2013 bei 8,89 Millionen Personen. Das sind 0,7 Prozent oder 66.300 weniger Versicherte als Ende 2012.

Der PKV-Verband führt den Rückgang auf eine Reihe von Sondereffekten zurück. So habe beispielsweise die anhaltende Diskussion über die Zukunft des Gesundheitssystems im Bundestagswahlkampf bei vielen potenziellen Kunden zu einer abwartenden Haltung geführt, heißt es.

Zudem habe die Entwicklung des Arbeitsmarktes die Versichertenzahlen beeinflusst: So stieg die Zahl der Arbeitnehmer gegenüber dem Vorjahr um 298.000 Personen, während die Zahl der Selbstständigen um 65.000 zurückging.  Dabei mussten sich viele vormals Selbstständige bei einer Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze zwangsläufig gesetzlich versichern. Zugleich habe wie bereits im Vorjahr die Abkehr des Großteils der Branche von sogenannten Billigtarifen den Neuzugang gedämpft.

Beitragseinnahmen steigen leicht

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2013 um 0,7 Prozent auf insgesamt 35,9 Milliarden Euro. “Ursachen für dieses geringe Wachstum sind unter anderem die moderate Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen sowie ein bilanzieller Sondereffekt im Zuge der Einführung des sogenannten Notlagentarifs”, erklärt der Verband.

Die Versicherungsleistungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen um 4,2 Prozent auf insgesamt 24,3 Milliarden Euro. Die Alterungsrückstellungen erhöhten sich bis Ende 2013 um 4,6 Prozent auf 190 Milliarden Euro – 164 Milliarden Euro in der Krankenversicherung und 26 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. (lk)

Foto: PKV-Verband

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...