Anzeige
Anzeige
25. Juli 2014, 12:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV: Gezerre um das Tarifwechselrecht

Nach Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) haben alle Versicherten das Recht, in günstigere Tarife des eigenen privaten Krankenversicherers (PKV) zu wechseln. Während ein Wechsel für den Versicherer Beitragseinbußen bedeuten, verdienen sogenannte Wechselberatungsgesellschaften damit Geld – das birgt Konfliktpotenzial. Der PKV-Verband plant jetzt ein neues “Leitbild zum Wechselrecht”.

Tarifwechselrecht

Hans Olav Herøy, Huk-Coburg, begrüßt ein neues Leitbild zum Tarifwechselrecht.

Die Versicherungsexperten der Ratingagentur Assekurata in Köln beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit dem Dauerthema “Paragraf 204”. Was sie im Markt beobachten, wird den Krankenversicherern nicht gefallen – auch wenn ihre Kritik eher vorsichtig daherkommt: “Wechsel in günstigere Tarife sind für die Versicherungsgesellschaften mit Beitragseinbußen verbunden, weshalb Krankenversicherer dies von sich aus bislang nur wenig aktiv betreiben beziehungsweise unterstützen.”

Emotional aufgeladenes Thema

Auch die Politik nimmt sich des emotional aufgeladenen Themas immer wieder gern an, so auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Ihn erreichten immer noch Beschwerden vor allem älterer Versicherter, die ihre Prämie nicht mehr zahlen könnten, so Gröhe, und denen “der Wechsel in einen preiswerteren Tarif erschwert wird”.

Er forderte die Branche daher dazu auf, interne Wechselmöglichkeiten zu erleichtern – und scheute dabei nicht davor zurück, auf der jährlichen Versammlung des PKV-Verbandes in Berlin Werbung für zwei Branchen-Vorreiter zu machen.

So ernteten die Versicherer DKV und Huk-Coburg für ihre Online-Plattformen, mit denen Kunden Tarifvergleiche vornehmen können, den ausdrücklichen Dank des Ministers.

Tarifwechselrecht transparenter gestalten

Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbands, versprach dann auch sogleich, das Tarifwechselrecht zu stärken und transparenter zu gestalten. Einzelheiten zum geplanten “Leitbild zum Wechselrecht” wolle der Verband “nach Klärung kartellrechtlicher Fragen” demnächst vorlegen, so Laue.

Seite zwei: Tarifwechsel erfordert fachkundige Beratung

Weiter lesen: 1 2 3 4

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Da für Beihilfeberechtigte eine PKV wesentlich mehr Vorteile beinhaltet als eine GKV Mitgliedschaft, sind die PKV Versicherer mit Beamtentarifen in der derzeitigen Marktsituation klar im Vorteil. In der privaten Vollversicherung ist das Neugeschäft wie im Artikel dargestellt ja rückläufig.

    Kommentar von Thomas Ludolph Privamed24 — 14. August 2014 @ 11:08

  2. Wen die PKV Versicherer Ihre Kunden als solche sehen und behandeln würden, wäre eine externe Honorarberatung zu einem gesetzlich verankertem Recht zu einem Tarifwechsel innerhalb der PKV überflüssig. Dem ist aber nicht so, da die PKV Versicherten keine Lobby haben. Dies kam z.Bsp. auch bei der Pämienkalkulation der Unisextarife zum Ausdruck.

    Kommentar von Thomas Ludolph Privamed24 — 30. Juli 2014 @ 13:19

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Studie: DSGVO verunsichert Assekuranz

Ein positives Kundenerlebnis, Kundenzufriedenheit und Kundenkommunikation werden für die Versicherer immer wichtiger. 70 Prozent intensivieren ihre Bemühungen, weil die Ansprüche der Kunden steigen. Eine große Rolle spielen dabei Kundendaten. Bis heute weiß aber jeder zweite Versicherer (50 Prozent) noch nicht, wie stark die Auswirkungen der DSGVO auf den operativen Betrieb sind. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Quadient Germany unter Versicherungsunternehmen.

mehr ...

Immobilien

Umsatz in der Bauindustrie wächst weiter kräftig

Der Immobilienboom und der Ausbau der Verkehrsnetze bescheren der Bauindustrie weiter gute Geschäfte. Im September stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe kräftig um 6,0 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

mehr ...

Investmentfonds

May sagt Abstimmung über Brexit-Deal ab

Die britische Premierministern Theresa May hat die für morgen (Dienstag) geplante Abstimmung des Parlaments über das Brexit-Abkommen abgesagt. Das berichtet die Nachrichtenagentur “Reuters”. Oppositionsführer Jeremy Corbyn kritisierte, Großbritannien habe “keine funktionierende Regierung mehr”.

mehr ...

Berater

Fintechs: Frankfurt fällt zurück – Berlin und München vorn

Die Bankenstadt Frankfurt fällt trotz aller Bemühungen für mehr junge Finanzfirmen hinter die Konkurrenz zurück. So heißt es in einer Studie der Bank Comdirect, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Anselm Gehling scheidet als CEO der Dr. Peters Group aus

Anselm Gehling (51), Chief Executive Officer der Dr. Peters Group in Dortmund, verlässt am Jahresende 2018 das Unternehmen und gibt zeitgleich alle Geschäftsführungspositionen ab. Die Nachfolgerin stammt aus der Familie Salamon. 

mehr ...

Recht

Einheitlicher Einbau von Rauchmeldern zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Bestehen einer landesrechtlichen Pflicht den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern in allen Wohnungen auch dann wirksam beschließen können, wenn dadurch Wohnungen einbezogen werden, deren Eigentümer bereits Rauchmelder angebracht haben (Az.: V ZR 273/17).

mehr ...