Anzeige
7. März 2014, 08:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bedrohung aus Brüssel: Kommt der “Uni-Age”-Tarif für Versicherer?

Der Versicherungswirtschaft droht Unheil, allerdings ist der Urheber diesmal nicht Straßburg, sondern Brüssel: Die mögliche Umsetzung einer 2008 von der EU-Kommission vorgeschlagenen Richtlinie könnte dazu führen, dass unterschiedliche Prämien für Alter und Behinderung als diskriminierend eingestuft werden.

Versicherungswirtschaft

Gerhard Glatz, Universa: “Das Motiv, alles zu vereinheitlichen, führt zu höheren Prämien.”

Das Parlament hat bereits seine Zustimmung zur “Anti-Discrimination Directive” erteilt. Die Abstimmung im Ministerrat steht noch aus. “Wann der Rat zu einer Entscheidung kommen wird, können wir nicht sagen”, erklärte eine EU-Sprecherin gegenüber Cash.

Verbot von Preisdifferenzierungen

Bei dieser Richtlinie gilt das Prinzip der Einstimmigkeit, das heißt alle Mitgliedstaaten müssen zustimmen. “In den vergangenen Jahren war Deutschland gegen eine Verabschiedung der Richtlinie, auch Litauen, Malta und die Tschechische Republik waren skeptisch”, ergänzt die Sprecherin.

Für die Versicherungswirtschaft besteht also noch Hoffnung, dass weitere Eingriffe in den Markt abgewendet werden. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Oxera im Auftrag des europäischen Versicherungsverbandes warnt bereits vor noch höheren Prämien für die Versicherten, da bei einem Verbot von Preisdifferenzierungen vor allem Personen mit hohem Risiko, wie etwa alte und kranke Menschen, eine Versicherung abschließen würden.

Nationale Versicherungswirtschaft alarmiert

Auch die nationale Versicherungswirtschaft zeigt sich alarmiert und hofft auf eine späte Einsicht in Brüssel. Alter und Gesundheitszustand seien “wichtige objektive Faktoren”, um in der Kranken- und Lebensversicherung bedarfsgerechte und bezahlbare Beiträge kalkulieren zu können, sagt Gerhard Glatz, Vorstandsvorsitzender der Universa Versicherungen in Nürnberg.

“Das Motiv, alles zu vereinheitlichen, führt letztendlich zu höheren Preisen für alle und birgt damit die Gefahr, dass Menschen auf wichtige und notwendige Versicherungen verzichten. Als Sündenbock müsste dann wieder die gesamte Branche herhalten. Daher hoffen wir, auch im Interesse der Berater, die all dies dem Kunden erklären müssten, dass diese Überlegungen nicht Realität werden”, appelliert Glatz.

Seite zwei: Zunehmende Vereinheitlichung der Prämien

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

R+V legt Wachtsumsprogramm auf

Die R+V-Versicherung legt ein umfassendes Wachstumsprogramm auf und will das Onlinegeschäft kräftig ausbauen. Bis zum 100-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2022 sollen die Beitragseinnahmen auf 20 Milliarden Euro steigen, kündigte der neue Vorstandschef Norbert Rollinger am Dienstag in Wiesbaden an.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein kooperiert mit Exporo und Zinsland

Die Dr. Klein Firmenkunden AG wird künftig mit den Crowdinvesting-Plattformen Exporo und Zinsland kooperieren. Die Kooperation soll Projektentwicklern helfen, möglichst viele Projekte gleichzeitig am Markt zu platzieren.

mehr ...

Investmentfonds

Neuberger Berman bleibt für Europa-Aktien optimistisch

Nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl sind viele Investoren erleichtert. Auch Neuberger Berman sieht die Zukunft des alten Kontinents eher positiv. Dies liegt auch an den sich aufhellenden Konjunkturaussichten. Gastkommentar von Andrew Wilmont, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

EZB: Extrem niedrige Zinsen und mehr Wettbewerb fördern Kreditvergabe

Die Nachfrage nach Bankkrediten in der Eurozone ist zuletzt weiter gestiegen, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Extrem niedrige Zinsen und vielversprechende Aussichten für die weitere Entwicklung am Immobilienmarkt seien für die höhere Nachfrage verantwortlich.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ bündelt maritime Aktivitäten

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) bündelt die bisher in verschiedenen Konzerngesellschaften erbrachten Fonds- und Assetmanagementleistungen für sämtliche maritimen Investments unter dem Dach der neuen Ernst Russ Maritime Management GmbH & Co. KG (ERMM).

mehr ...

Recht

ZIA: Senkung der Grunderwerbsteuer wäre beste Eigenheimförderung

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) fordert, die Grunderwerbssteuer zu senken. Bei der Förderung von Wohneigentum sollte die Regierung nicht auf Zuschüsse sondern auf Steuersenkungen setzen.

mehr ...