Anzeige
21. April 2015, 17:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Allein gegen Google: Assekuranz hält am Prinzip “Eigenregie” fest

Im Alleingang in die digitale Welt: Nach einer aktuellen Studie besteht in der deutschen Versicherungswirtschaft eine geringe Bereitschaft, das traditionelle Wertschöpfungsmodell zu ändern. Anders als beispielsweise in der Autoindustrie werden in der Assekuranz immer noch viele Arbeiten in Eigenregie ausgeführt – das wird wohl noch einige Zeit so bleiben.

Allein gegen Google: Versicherer halten am Prinzip Eigenregie fest

Den Überblick in Sachen Digitalisierung zu behalten, fällt der Assekuranz nicht leicht: “Schaffen es die Versicherungsunternehmen nicht schnell genug, die notwendige technische Infrastruktur aufzubauen, ist eine Substitution durch neue Wettbewerber vom Schlage Google und Co. wahrscheinlich”, sagt Adcubum-Geschäftsführer Süß.

Entgegen dem Trend in vielen anderen Branchen halte die Versicherungswirtschaft trotz der hohen Veränderungsdynamik durch die Digitalisierung am traditionellen Wertschöpfungsmodell mit einer hohen Leistungstiefe fest, berichten die Studienmacher vom Softwarehersteller Adcubum und dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen.

Versicherer erledigen oftmals auch das selbst, was sie gar nicht selbst erledigen müssten

Die Autoren erwarten deshalb, nachdem sie mehr als 100 Versicherungsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt haben, dass die derzeitige Wertschöpfungstiefe von derzeit 84 Prozent auch in fünf Jahren noch bei vergleichsweise hohen 74 Prozent liegen wird.

Denn viele Versicherer möchten selbst jene Bereiche und Prozesse auch künftig lieber in Eigenregie betreiben, die gar keine wettbewerbsrelevante Dimension haben – und somit eigentlich gar keine Gefahr bestünde, exklusives Wissen mit potenziellen Konkurrenten teilen zu müssen. Michael Süß, Geschäftsführer von Adcubum Deutschland, nennt dies ein “überraschendes Ergebnis”.

Neun von zehn Versicherer behalten die Vertragsverwaltung im eigenen Haus

Die Vertragsverwaltung sei solch ein Prozess ohne großes Differenzierungspotenzial, erklären die Autoren. Trotzdem werde die Vertragsverwaltung derzeit noch zu mehr als 90 Prozent von den Versicherungsunternehmen selbst erledigt.

Dieser Wert dürfte nach Aussage der Befragten auch in fünf Jahren immer noch oberhalb der 80-Prozent-Marke liegen. Einen höheren Integrationsgrad werden dann nur noch die Kernprozesse Produktentwicklung und Underwriting (jeweils 90 Prozent) sowie der Kundenservice (85 Prozent) aufweisen.

Seite zwei: “Versicherungsbranche versucht, Übergang in die digitale Welt im Alleingang zu meistern”

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...