Anzeige
18. August 2015, 15:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wann liegt eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vor?

Wann liegt eine Berufsunfähigkeit beim Versicherungsnehmer vor? Mit dieser Frage müssen sich immer mehr Versicherungsvermittler und deren Kunden auseinandersetzen. Was es dabei zu beachten gilt, erklärt Björn Thorben M. Jöhnke von der Hamburger Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in seinem Gastbeitrag.

Berufsunfähigkeit: Wann liegt sie vor?

“Die reine Angabe eines Berufstyps gegenüber dem Versicherer reicht nicht. Genauso wenig ist die reine Angabe einer Arbeitszeit ausreichend. Der Versicherungsnehmer hat vielmehr einen ‘minutiösen Stundenplan’ vorzulegen.”

Es stellt sich die Frage, ob mit Eintritt der Berufsunfähigkeit auch die entsprechenden Versicherungsbedingungen erfüllt sind und somit überhaupt erst ein Leistungsantrag bei dem Berufsunfähigkeitsversicherer gestellt werden kann.

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann (Paragraf 172 Abs. 2 VVG).

Gesamtsituation des Versicherungsnehmers entscheidend

Sind vorgenannte Tatbestandsmerkmale erfüllt, so ist “bei der Berufsunfähigkeitsversicherung der Versicherer verpflichtet, für eine nach Beginn der Versicherung eingetretene Berufsunfähigkeit die vereinbarten Leistungen zu erbringen” (Paragraf 172 Abs. 1 VVG).

Diese Definition der Berufsunfähigkeit bedarf im Einzelfall jedoch stets der Auslegung und auch einer medizinischen Einschätzung des “Berufsunfähigen”. Nicht jedes vorgenannte Tatbestandsmerkmal kann mit Sicherheit immer sofort bejaht werden. Es kommt eher auf die Gesamtsituation des Versicherungsnehmers hinsichtlich seines gesundheitlichen Zustandes an, nämlich ob im Ergebnis eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt.

Maßstab ist der zuletzt konkret ausgeübte Beruf

Dabei ist der Prüfungsmaßstab nicht zwingend der ursprünglich erlernte Beruf des Versicherungsnehmers. Auch der im Versicherungsantrag angegebene Beruf ist nicht per se maßgeblich. Selbst ein zwischenzeitlich aufgegebener Beruf ist nicht immer ausschlaggebend. Allein der zuletzt konkret ausgeübte Beruf zählt als Maßstab (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 10. November 2010, Az. I-20 U 64/10).

Seite zwei: Versicherungsnehmer muss “minutiösen Stundenplan” vorlegen

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

AfW begrüßt neues Fördermitglied

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, hat sich der Lebensversicherer Canada Life Assurance Europe dem Kreis der Fördermitglieder des Verbands angeschlossen. Die Gesellschaft ist demnach bereits seit dem 1. Mai 2017 Förderer des AfW.

mehr ...

Immobilien

Großstädte: Bevölkerungszahlen wachsen weiter – Wohnungsmangel bleibt

Die Einwohnerzahlen in den deutschen Großstädten legen weiter zu, so das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Mittlerweile lebten fast fünf Prozent mehr Menschen dort als noch im Jahr 2010. Dies habe Konsequenzen für die Wohnungspolitik.

mehr ...

Investmentfonds

Reformen in Argentinien als Balanceakt

Auf der Suche nach attraktiven Renditen ist seit Jahresbeginn viel Geld in die Schwellenländer geflossen. Zuletzt fand eine Anleihe Argentiniens mit einer Laufzeit von 100 Jahren reißenden Absatz. Das Reformprogramm von Präsident Mauricio Macri scheint erste Früchte zu tragen. Gleichzeitig ist noch ein weiter Weg zu gehen.

mehr ...
21.07.2017

Trendwende bei Gold

Berater

Conceptif meldet Erlösplus

Die Hamburger Conceptif-Gruppe hat eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2016 von der anhaltend positiven Marktentwicklung bei privaten und gewerblichen Sachversicherungen profitiert. Demnach konnte die Gruppe deutliche Zuwächse bei den Umsatzerlösen und beim Ergebnis erzielen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbeteiligung: Was geschieht bei Tod des Anlegers?

Das durchschnittliche Alter von Fondsinvestoren ist vergleichsweise hoch. Daher sind Erbfälle mit Anteilen an geschlossenen Fonds keine Seltenheit. Was geschieht jedoch mit einer Fondsbeteiligung im Todesfalle eines Anlegers?

mehr ...

Recht

Risiko Erben: Sehr früh an sehr viel später denken

In Deutschland werden laut einer aktuellen Studie immer größere Vermögenswerte an die nächste Generation übergeben. Eine Beschäftigung mit dem Thema sollte aber nicht bis zur allerletzten Minute aufgeschoben werden.

mehr ...