Anzeige
Anzeige
23. Juli 2015, 18:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ergo korrigiert 350.000 Bescheide

Der Versicherer Ergo hat bei Hunderttausenden Lebensversicherungs-Kunden Erträge und Gutschriften falsch berechnet. Dass das Unternehmen “offensiv auf die Kunden” zugehe und dabei ist, die Bescheide zu korrigieren, nahm der Bund der Versicherten (BdV) positiv zur Kenntnis.

Ergo Sitz-Duesseldorf1 in Ergo korrigiert 350.000 Bescheide

Hauptsitz der Ergo Versicherungsgruppe in Düsseldorf.

Bisher habe das Unternehmen in 350.000 Fällen Bescheide korrigiert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass es vergleichbare Probleme auch bei anderen Versicherungen gibt. Zuerst hatte die “Süddeutsche Zeitung” über das Thema berichtet.

Fälle schwanken zwischen “Cent-Beträge bis dreistellige Summen”

Wie viele Kunden insgesamt betroffen sind, konnte Ergo am Donnerstag noch nicht mitteilen. Die Aufarbeitung dauere noch an, hieß es. Die Zahl der insgesamt bei dem Versicherer abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge liegt bei rund sieben Millionen. Darunter sind auch zahlreiche Policen, die noch von der Hamburg-Mannheimer und der Victoria Versicherung abgeschlossen wurden.

Bei den meisten bisher abgearbeiteten Fällen gehe es um “Cent-Beträge bis dreistellige Summen”, sagte die Ergo-Sprecherin. Doch gebe es auch “einige wenige Fälle”, in denen es sich um fünfstellige Summen handele. Dabei verrechnete sich die Versicherung nach eigenen Angaben nicht nur zuungunsten ihrer Kunden. In vielen Fällen habe sie auch zu viel ausgezahlt oder überhöhte Summen gutgeschrieben.

Ergo fordert acht Millionen Euro nicht von den Kunden zurück

Ein Beispiel: Ein Fehler bei der Berechnung von Riester-Verträgen betraf in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt 203.000 Versicherungskunden. Dabei habe Ergo einerseits zwei Millionen Euro zu wenig ausgezahlt, andererseits aber auch acht Millionen Euro zu viel, sagte die Sprecherin. Inzwischen habe die Versicherung den geschädigten Kunden die fehlenden zwei Millionen Euro gutgeschrieben. “Die acht Millionen Euro haben wir nicht zurückgefordert”, fügte sie hinzu.

Ursache des Problems sind nach Ergo-Angaben Fehler in den teilweise Jahrzehnte alten Computerprogrammen, mit denen die Erträge berechnet wurden. “Wir arbeiten daran, dass nach Abschluss der Korrekturen alle Kunden so gestellt sind, wie es mit ihnen vertraglich vereinbart wurde”, sagte die Sprecherin. Noch seien aber nicht alle bekannten Fehler vollständig geprüft. Nach eigenen Angaben begann das Unternehmen bereits 2012 mit der Fehlerkorrektur.

GDV: keine Kenntnis von systembedingten Berechnungsproblemen bei Lebensversicherern

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds


Ab dem 22. Juni im Handel erhältlich.

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Versicherungen

Ideal: Westkamp führt den Aufsichtsrat

Michael Westkamp (67), der frühere Vorstandsvorsitzende der Aachen Münchener Versicherungsgruppe, ist zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Ideal Lebensversicherung a.G. und der Ideal Versicherung AG gewählt worden.

mehr ...

Immobilien

Entscheidung im Streit um Kündigungsklausel verschoben

Nach der heutigen Verhandlung im Streit um die Kündigungsklausel in Bausparverträgen kündigte das Landgericht Karlsruhe ein Urteil im Spätsommer an. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen die Bausparkasse Badenia. Verfahren gegen weitere Institute stehen noch an.

mehr ...

Investmentfonds

M&G will Vermögen nicht-britischer Kunden auf Luxemburger Fonds übertragen

Der Brexit sorgt für erste Maßnahmen der Fondsgesellschaft M&G Investments. Das Unternehmen plant, bis Ende 2017 die Vermögenswerte von vier in Großbritannien domizilierten offenen Fonds auf äquivalente Fonds seiner luxemburgischen Fondsplattform zu übertragen.

mehr ...

Berater

“Bei BU-Policen ist verstärkte Aufklärungsarbeit notwendig”

Cash. sprach mit Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherung, über das Problem der Bezahlbarkeit von BU-Policen und Strategien für eine größere Marktdurchdringung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Das Erbe des BSI

Der Sachwerteverband BSI wird in den Immobilienverband ZIA integriert und aufgelöst. Der langjährige Hauptgeschäftsführer Eric Romba hört auf. Was bleibt vom BSI? Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

BU-Anzeigeverletzung: Die Grenzen der Offenbarungspflicht

“Die weitgefasste Pflicht zur Offenbarung von Gesundheitsbeeinträchtigungen findet ihre Grenze bei Erkrankungen, die offenkundig belanglos sind”, schreibt das OLG Dresden in einem Urteil, bei dem ein Versicherer wegen Anzeigeverletzung von einem BU-Vertrag zurücktreten wollte.

mehr ...