Anzeige
3. Dezember 2015, 16:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nach EZB-Entscheid: Anleger und Assekuranz schwer enttäuscht

Als die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstagnachmittag ihre neuesten geldpolitischen Entscheidungen verkündete, schwankten die Kurse kräftig – und fielen letztlich deutlich. Denn so mancher Anleger war von der EZB enttäuscht – so auch die Versicherungswirtschaft, wenngleich aus anderen Gründen.

Nach EZB-Entscheid: Anleger und Assekuranz schwer enttäuscht

“Die Europäische Zentralbank setzt ihr riskantes geldpolitisches Experiment fort, ohne Rücksicht auf gefährliche Konsequenzen”, ließ der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dr. Alexander Erdland, mitteilen. (Archiv-Bild)

Die EZB hat die Anleger mit ihren geldpolitischen Maßnahmen schwer enttäuscht. Vor allem die Details zur Ausweitung der gigantischen Anleihekäufe verfehlten die Erwartungen.

Dax ging steil auf Talfahrt

Der Dax ging steil auf Talfahrt und sackte zuletzt um 2,21 Prozent auf 10 943,11 Punkte ab. Damit rutschte der deutsche Leitindex wieder unter den viel beachteten 200-Tage-Durchschnittskurs, der als Gradmesser für den langfristigen Trend gilt. Dieser liegt derzeit bei 11 085 Punkten.

Der MDax fiel derweil um 1,39 Prozent auf 21 092,26 Punkte. Der Index mittelgroßer Unternehmen hatte erst am Dienstag ein Rekordhoch markiert. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,49 Prozent auf 1845,70 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sackte um 2,01 Prozent ab.

Die EZB senkte zwar den derzeit besonders bedeutsamen Einlagensatz von minus 0,2 Prozent auf minus 0,3 Prozent. Der eigentlich wichtige Leitzins, zu dem sich die Banken für eine Woche Zentralbankgeld leihen können, aber beträgt weiter 0,05 Prozent. Einem Händler zufolge hatten einige Marktakteure darauf spekuliert, dass auch der Leitzins gesenkt werde.

Versicherungswirtschaft zeigt sich tief bestürzt über EZB-Entscheid

Hingegen sehnt die Versicherungswirtschaft in Deutschland eine baldige Zinswende herbei. Eine weitere Absenkung des Leitzinses bleibt der Branche zwar vorerst erspart – doch eben auch nicht mehr: “Die Europäische Zentralbank setzt ihr riskantes geldpolitisches Experiment fort, ohne Rücksicht auf gefährliche Konsequenzen”, ließ der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dr. Alexander Erdland, mitteilen.

Seit Beginn ihres Ankaufprogramms im Frühjahr habe die EZB fast 540 Milliarden Euro am Anleihemarkt ausgegeben, so Erdland. Gleichwohl sei der erhoffte Preisanstieg ausgeblieben. Auch die heute verkündete Ausweitung des Programms in Kombination mit einer erneuten Senkung des Einlagezinses werde dies nicht nachhaltig ändern. “Steigen werden vor allem die Preise am Aktien- und Immobilienmarkt – zu Lasten der Ersparnisse von Gering- und Durchschnittsverdienern”, kritisierte Erdland.

Seite zwei: Talanx-Finanzvorstand spricht von “falscher Medizin”

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...