9. Dezember 2015, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die größten Haftungsfallen in der Pflegeberatung (Teil II)

Im zweiten Teil der dreiteiligen Serie zu Haftungsfallen in der Pflegeberatung werden die Risiken ‚Elternunterhalt‘ sowie ‚nicht ausreichende Markt- und Produktkenntnisse‘ beleuchtet. Denn für viele Versicherungsvermittler – und insbesondere Makler – ist Haftung ein immer größer werdendes Thema. (Teil I hier)

Gastbeitrag von Dr. Stefan M. Knoll, DFV Deutsche Familienversicherung AG

Familienbedarf

Dr. Stefan M. Knoll: “Der Makler ist verpflichtet, seinem Rat eine hinreichende Zahl von auf dem Markt angebotenen Versicherungsverträgen zu Grunde zu legen.”

Haftungsfalle Nr. 4: ‚Elternunterhalt‘

Elternunterhalt ist ein aktuelles Thema bei der Pflegeberatung. Nach Paragraf 1601 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sind Verwandte in gerader Linie verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Das heißt: Eltern sind gegenüber ihren Kindern und Ehegatten unterhaltspflichtig – eine Regelung, die aber nicht als ‚Einbahnstraße‘ zu verstehen ist. Denn das Prinzip gilt auch in umgekehrter Richtung: Leibliche oder adoptierte Kinder sind ebenso gegenüber hilfebedürftigen Eltern unterhaltspflichtig.

Reichen das eigene Einkommen und das Vermögen des Pflegebedürftigen nicht aus, um die im Pflegefall entstehende Finanzierungslücke zu schließen, nimmt er mit der sogenannten ‚Hilfe zur Pflege‘ eine staatliche Sozialleistung in Anspruch. Die Unterhaltsansprüche des Bedürftigen gegen seine Kinder gehen dann kraft Gesetz auf das Sozialamt über. Sogar Schenkungen des Pflegebedürftigen aus den letzten zehn Jahren können dabei zurückgefordert werden.

Das zuständige Sozialamt prüft, ob es die Sozialleistungen von den Kindern des Bedürftigen zurückholen kann. Solche Ansprüche können gegen den Unterhaltspflichtigen auch gerichtlich durchgesetzt werden.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des unterhaltspflichtigen Kindes ist dessen Leistungsfähigkeit nach seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Eine komplexe Berechnung, insbesondere wenn das Kind seinerseits Familie hat. Dann werden von dem gesamten Familieneinkommen zunächst der sogenannte Familienselbstbehalt und die Haushaltsersparnis (10 Prozent) in Abzug gebracht. Die Hälfte des sich ergebenden Betrags zuzüglich des Familienselbstbehalts bildet dann den individuellen Familienbedarf. Zu diesem Familienbedarf hat der Unterhaltspflichtige entsprechend dem Verhältnis der Einkünfte der Ehegatten beizutragen. Für den Elternunterhalt muss der Unterhaltspflichtige dann die Differenz zwischen seinem Einkommen und seinem Anteil am Familienbedarf einsetzen.

Seite zwei: Haftungsfalle Nr. 5: ‚Nicht ausreichende Markt- und Produktkenntnisse‘

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Renten steigen um mehr als drei Prozent

Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli spürbar. In Westdeutschland steigen die Renten um 3,18 Prozent, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Das teilte das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

mehr ...

Immobilien

Immowelt: Quadratmeterpreise steigen bis 2020 vierstellig

Beim Preiswachstum auf dem Immobilienmarkt ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Gerade in den größten deutschen Städten werden die Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiterhin stark steigen, prognostiziert auch das Online-Portal Immowelt.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger: Risiken richtig steuern

Anfang 2018 strotzten die Anleger vor Zuversicht, mussten sich in der Folge jedoch auf bescheidenere Renditen und höhere Volatilität einstellen. Wie jetzt das Risikomanagement aussehen sollte.

Gastbeitrag von Michaël Lok, Union Bancaire Privée (UBP)

mehr ...

Berater

Fondsfinanz: 5.200 Messebesucher und ein neuer Partner

Der Maklerpool Fondsfinanz konnte auf seiner diesjährigen Makler- und Mehrfachagentenmesse (MMM) im MOC München 5.200 Fachbesucher begrüßen. Besonders gefragt waren nach Angaben des Unternehmens die IDD-konformen Fachvorträge.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB bringt Anleger ins Milliardärs-Business

Ein echter Mega-Deal ist dem Asset Manager RWB für seine Anleger gelungen: Über den Zielfondsmanager Marlin Equity Partners sind diese jetzt an den Geschäften von Milliardär Richard Branson beteiligt.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...