Anzeige
17. August 2015, 08:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Flexi-Rente” droht Verschwinden im Sommerloch

Alles sieht nach einem Fehlschlag aus: Die “Flexi-Rente” könnte zur Halbzeit der Legislaturperiode im “parlamentarischen Spätsommerloch” verschwinden. Von der Unfähigkeit der Großen Koalition, Signale im demographischen Wandel zu senden.

Die Weirich-Kolumne

Flexi-Rente droht Verschwinden im Sommerloch

“Während in vielen hochentwickelten Industriestaaten über mehr Flexibilität und Mobilität in der ‘Arbeitswelt 4.0’ – von der Tages- und Wochen- bis zur Lebensarbeitszeit – diskutiert wird, überwiegt in Deutschland in falschem Besitzstandsdenken die Skepsis gegenüber Neuem”

Wurden die abschlagsfreie Rente mit 63 und die Mütterrente im Eilverfahren durchgewinkt, streiten sich die Partner der Großen Koalition seit nun einem geschlagenen Jahr über ein tragfähiges Konzept für einen künftig flexibleren Übergang in die Rente. Eigentlich sollte eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Koalitionsparteien schon Ende 2014 mit einem Vorschlag aufwarten, das immer zäher werdende Tauziehen um ein konkretes Konzept kommt aber zu keinem Ende.

Parteien liegen zu weit auseinander

Inzwischen gilt ein Scheitern als wahrscheinlich. Zu weit liegen die Vorstellungen der Parteien auseinander. Im September, unmittelbar nach der parlamentarischen Sommerpause ist zwar ein weiteres Treffen geplant, doch mehr als eine Minimallösung mit der Möglichkeit, die Hinzuverdienstgrenzen bei einem vorzeitigen Eintritt in die Rente zu erhöhen, wird nur noch von Optimisten erwartet.

Bisher können Frührentner bis zu 450 Euro monatlich erhalten, ohne dass dies ihre Altersrente schmälert. Jetzt gilt die Verabschiedung großzügigerer Regelungen als wahrscheinlich.

Konzession an Unions-Mittelstand

Die Flexi-Rente war als Konzession an die Unions-Mittelstandsvereinigung, welche die Rente mit 63 nur mühsam geschluckt hatte, gedacht. In Zeiten eines dramatischen demographischen Wandels und des akuten Fachkräftemangels wollten CDU und CSU Senioren einen Anreiz geben, länger zu arbeiten. Arbeitgebern sollte deshalb der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung erlassen werden, worin die SPD umgehend ein nicht zu rechtfertigendes “Sonderrecht für Arbeitgeber” witterte.

Der Rentenversicherungsbeitrag der Arbeitgeber sollte stattdessen den Arbeitnehmern zugute kommen. Konkret sollte dieser Beitrag jährlich auf die laufende Rentenzahlung als Zuschlag aufgestockt werden. Die SPD dagegen will die Altersgrenze für diejenigen senken, die vorzeitig in Rente gehen und sich etwas dazu verdienen wollen, plädiert für die sogenannte “Teilrente ab 60”, wovon die Union wiederum gar nichts hält.

Das Scheitern war programmiert

Bei so konträren Zielvorstellungen war das Scheitern programmiert. Daran änderten auch die Bemühungen der Fraktionschefs Kauder und Oppermann, doch noch einen Konsens zu erreichen, nichts. Die SPD gibt bei den Verhandlungen über die Flexi-Rente ein beklagenswertes Bild ab. Während ihr Vorsitzender, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, in einem mutigen, an den “dritten Weg” des britischen Ex-Premiers Tony Blair erinnernden Papier seiner Partei rät, sich mehr um die “arbeitende Mitte zu kümmern”, behindern in Beton gegossene, strukturkonservative Genossen, von Bundesarbeitsministerin Nahles unterstützt und von den Gewerkschaften befeuert, jeglichen Aufbruch.

Ein italienisches Sprichwort beschreibt die mißliche Situation treffend: “Wenn der Junge wüsste und der Alte könnte, gäbe es nichts, was nicht vollbracht werden könnte”.

Seite zwei: Rente mit 63 stoppt positiven Trend bei älteren Arbeitnehmern

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Weggebrochen: Großschäden vermasseln Talanx die Bilanz

Hohe Schäden durchkreuzen erneut die Gewinnpläne des Versicherungskonzerns Talanx (HDI). Nachdem im vergangenen Jahr die Hurrikan-Serie in den USA am Gewinn zehrte, waren es diesmal der Zwischenfall bei einem Staudamm-Projekt in Kolumbien und der Zusammenbruch der Autobahnbrücke in Genua.

mehr ...

Immobilien

BGH verhandelt Widerruf von Zustimmung zu Mieterhöhung

Ist eine Mieterhöhung rechtlich mit dem Abschluss eines Handy-Vertrags am Telefon vergleichbar? Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich an diesem Mittwoch mit der Frage, ob ein Mieter seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung widerrufen kann.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzmärkte können Italien zum Rückzug zwingen

Italiens Regierung ist entschlossen, an ihren Wahlversprechen festzuhalten. So riskiert sie, dass die Europäische Kommission Revision gegen ihren am Montagabend vorgelegten Haushalt einlegen wird. Europa steuert auf einen chaotischen Konflikt zu. Kommentar von Patrick O’Donnell, Aberdeen 

mehr ...

Berater

Keine Angst trotz Provisionsdeckel

Das nennt man wohl ein Remis: 47,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) gehen davon aus, dass die Auswirkungen eines Provisionsdeckels sie kaum treffen würde. Dagegen erwarten 30,3 Prozent spürbare Auswirkungen, für 22,5 Prozent wäre es hart oder sehr hart. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbands.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...