Der (Alb-)Traum vom gläsernen Versicherungskunden

„Pay-as-you-live“ oder „Pay-as-you-drive“ gelten als Megatrends in der Produktgestaltung. Für Kunden klingt das verführerisch – konsequent zu Ende gedacht führen „Pay-per-Use“-Tarife allerdings zur Aushöhlung des Versicherungsprinzips.

Die Pradetto-Kolumne

„Jeder zahlt seins“ macht unsere Branche obsolet und tötet ganz nebenbei das Solidaritätsprinzip.

Für Kunden klingt es verführerisch: Wenn ich mein Krankenversicherungs-Vergleichsprogramm nur zwei Mal die Woche anschalte, warum soll ich es dann komplett bezahlen? Viel billiger kommt es mich, wenn ich exakt die Angebote bezahle, die ich tatsächlich ausgerechnet habe.

Und immer lockt der Kunde

Nun konnte man früher kein halbes Vergleichsprogramm ausliefern, aber inzwischen macht moderne Technik Lieferungen on demand möglich. Produktgeber stellen sich darauf ein, weil Kunden diese Option dankbar annehmen.

Dummerweise funktioniert das für den Produkthersteller nach wie vor nicht so richtig. Er kann jetzt zwar ein halbes Vergleichsprogramm – eben on demand – ausliefern, aber herstellen muss er immer noch ein Ganzes.

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Die Rechnung kann sich entsprechend nachteilig für unseren Produktlieferanten gestalten. Nämlich dann, wenn er seine Dienstleistung nicht mehr ausreichend gegenfinanzieren kann. Allein dies sollte schon Warnung genug sein.

…Und immer lockt der Kunde. Es ist somit nur allzu logisch, diese schöne neue Welt der Möglichkeiten einzusetzen, um im Versicherungsbereich einen Vertriebsvorteil zu erlangen.

Ich zahle exakt für mein Risiko

Warum soll ich als Kunde meine Kfz-Versicherung pauschal für 20.000 Kilometer zahlen? Fahre ich zu viel riskiere ich meinen Versicherungsschutz, fahre ich zu wenig, habe ich überzahlt. Was liegt näher als mir einen Überwachungskasten ins Auto zu hängen, der genau festhält, wo und wie viel ich fahre.

Seite zwei: Aushöhlung des Versicherungsprinzips

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