Anzeige
8. Juni 2015, 09:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Niedrigzinsen treiben Lebensversicherer in einigen Jahren in Engpässe

Die anhaltenden Niedrigzinsen drohen deutsche Lebensversicherer in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen die sogenannte Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 im schlimmsten Fall auf rund 150 Milliarden Euro aufstocken.

Zinsen in Niedrigzinsen treiben Lebensversicherer in einigen Jahren in Engpässe

Selbst die gesenkten Garantiezinsen von 1,25 Prozent können die Versicherer absehbar nicht mehr aus laufenden Kapitalerträgen erwirtschaften, wenn die Niedrigzinsen noch zehn Jahre anhalten, so die Assekurata-Experten.

Dies geht aus einer Studie der Ratingagentur Assekurata hervor. “Reservierungsanforderungen in dieser Höhe würden die Branche massiv belasten und auf breiter Linie zu Finanzierungsengpässen führen”, heißt es in der Analyse.

1,25-prozentige Garantiezinsen problematisch

Die Experten um Assekurata-Analyst Lars Heermann haben dazu ausgerechnet, wie sich die Kapitalerträge der Versicherer in den kommenden zehn Jahren entwickeln würden. Ihr Fazit: Selbst die gesenkten Garantiezinsen von nur noch 1,25 Prozent, die für seit Anfang 2015 abgeschlossene Verträge gelten, könnten die Versicherer absehbar nicht mehr aus laufenden Kapitalerträgen erwirtschaften, wenn die allgemeinen Niedrigzinsen noch zehn Jahre anhalten.

Kunden mit älteren Verträgen haben sogar noch Anspruch auf Garantiezinsen von bis zu 4 Prozent.

Aufstockung der Zinszusatzreserve

Weil diese Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen sind, müssen die Versicherer seit 2011 eine Zinszusatzreserve aufbauen. Diese soll die Garantien absichern. Bis Ende 2014 war dieser Puffer laut dem Versichererverband GDV auf 21 Milliarden Euro angeschwollen.

Für 2015 erwarten die Assekurata-Experten eine weitere Aufstockung um 12 bis 14 Milliarden Euro. Wie viel genau, hängt von der weiteren Entwicklung des zehnjährigen Euro-Zinstauschsatzes (Euro-Swap) ab. Schon heute zehrt die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

Versicherungsbetrug: Versicherer trifft Beweislast

Liegt ein Versicherungsfall vor und der Versicherer vermutet einen Versicherungsbetrug, muss er die vorsätzliche Herbeiführung beweisen. Das hat das Landgericht (LG) Dortmund in einem aktuellen Fall entschieden. Eine nachvollziehbare Vermutung ist demnach nicht ausreichend.

mehr ...

Immobilien

LBS 2016 erneut ohne Gewinn

2016 konnte die bayerische Landesbausparkasse LBS zum zweiten Mal in Folge keinen Gewinn erwirtschaften. Hauptursache seien die sinkenden Erträge aus Darlehenszinsen. Vorstandschef Franz Wirnhier erwartet, dass die LBS die anhaltend tiefen Zinsen überleben wird.

mehr ...

Investmentfonds

Union Investment: “Evolution des Sparens zeigt Wirkung”

Union Investment, die Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe, ist weiter auf Wachstumskurs und hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch einmal besser abgeschnitten als im Vergleichszeitraum 2016.

mehr ...

Berater

AfW gewinnt neues Fördermitglied

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, hat sich der Kreis der Förderer des Verbands um ein neues Mitglied erweitert. Die Hamburger Online-Plattform Winninger AG ist das neueste AfW-Fördermitglied.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweistellige Renditen für Anleger von PI Pro-Investor

Der Asset Manager PI Pro-Investor aus Röthenbach an der Pegnitz (bei Nürnberg) hat die Portfolien seiner beiden ersten Immobilienfonds – hauptsächlich Wohnungen – verkauft und damit sehr beachtliche Ergebnisse für die Anleger erzielt.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Wer haftet für Mängel?

Oft fallen Schäden an einer Immobilie erst nach dem Kauf auf. Ob dann der Verkäufer auch haftet, hängt davon ab, um welche Art von Mangel es sich handelt. Baufi24.de hat zusammengefasst, was Käufer wissen müssen.

mehr ...