Anzeige
12. August 2015, 08:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zinsanstieg in der Lebensversicherung: BdV kritisiert Bundesbank-Studie

Der Bund der Versicherten (BdV) hat scharfe Kritik an einer Studie der Bundesbank geübt, aus der hervorgeht, dass deutsche Lebensversicherer bei einem Zinsanstieg in Gefahr geraten könnten. Die “Panikmache” der Bundesbank gehe an der Realität vorbei, teilte der BdV am Dienstag mit.

Zinsen Anstieg in Zinsanstieg in der Lebensversicherung: BdV kritisiert Bundesbank-Studie

Historische Erfahrungen hätten gezeigt, dass ein Zinsanstieg “keine realistische Gefahr” für die Lebensversicherer sei, argumentiert der BdV.

Wie “Spiegel Online” am Samstag berichtete, halten es die Studienautoren der Bundesbank für möglich, dass viele Kunden infolge eines Zinsanstiegs ihre Lebensversicherungen kündigen, um in besser verzinste Alternativanlagen zu wechseln.

“Verbraucherverhalten jenseits jeglicher Realität”

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, kritisierte dieses Szenario als “Panikmache”: “Diese Studie unterstellt ein Verbraucherverhalten jenseits jeglicher Realität und missachtet zudem einfache Grundregeln der Lebensversicherung.” So berücksichtige die Studie etwa nicht, dass Stornoabzüge und andere Senkungen der Auszahlbeträge eine Kündigung unattraktiv machten.

Zudem hätten historische Erfahrungen gezeigt, so die Argumentation der Verbraucherschützer, dass ein Zinsanstieg “keine realistische Gefahr” für die Lebensversicherer sei. Der BdV verweist dazu auf Erfahrungen in den 1980er Jahren: In dieser Zeit seien die Zinsen sehr deutlich gestiegen, eine Kündigungswelle habe es dennoch nicht gegeben. “Die Studie unterstellt einen finanzrationalen Kunden”, so Kleinlein. Den habe es jedoch “weder damals noch heute” gegeben.

BdV sieht bei Lebensversicherungen nur “eingeschränkte Wechselmöglichkeiten”

Der BdV betont darüber hinaus, dass Versicherte nur “eine eingeschränkte Möglichkeit” hätten, von einem Lebensversicherungsvertrag in eine alternative Anlage zu wechseln. Hohe anfängliche Abschlusskosten, Stornoabzüge und starke Einschränkungen in der Überschussbeteiligung verhinderten dies, heißt es. “Lebensversicherungen sind zu unflexibel um tatsächlich auf Marktänderungen wie einen Zinsanstieg reagieren zu können”, so Kleinlein. (lk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Vorerkrankung versus BU-Grund: Knackpunkt Kausalität

Ein Versicherter hatte die Gesundheitsfragen beim BUZ-Antrag unvollständig beantwortet. Dies bemerkte der Versicherer, als der Mann tatsächlich berufsunfähig wurde und trat von dem Vertrag zurück – hiergegen klagte der Versicherte. Knackpunkt bei dem Fall ist laut BGH der “Kausalitätsgegenbeweis”.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein kooperiert mit Exporo und Zinsland

Die Dr. Klein Firmenkunden AG wird künftig mit den Crowdinvesting-Plattformen Exporo und Zinsland kooperieren. Die Kooperation soll Projektentwicklern helfen, möglichst viele Projekte gleichzeitig am Markt zu platzieren.

mehr ...

Investmentfonds

Fondsmanager setzen wieder verstärkt auf europäische Aktien

An den internationalen Kapitalmärkten waren Europas Aktien bislang schlecht gelitten. Die Schuldenkrise und vor allem der Reformstau in vielen Mittelmeerländern belasteten das Investitionsklima. Doch das Blatt dürfte sich bald wenden.

Der Rademacher-Kommentar

mehr ...

Berater

EZB: Extrem niedrige Zinsen und mehr Wettbewerb fördern Kreditvergabe

Die Nachfrage nach Bankkrediten in der Eurozone ist zuletzt weiter gestiegen, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Extrem niedrige Zinsen und vielversprechende Aussichten für die weitere Entwicklung am Immobilienmarkt seien für die höhere Nachfrage verantwortlich.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ bündelt maritime Aktivitäten

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) bündelt die bisher in verschiedenen Konzerngesellschaften erbrachten Fonds- und Assetmanagementleistungen für sämtliche maritimen Investments unter dem Dach der neuen Ernst Russ Maritime Management GmbH & Co. KG (ERMM).

mehr ...

Recht

ZIA: Senkung der Grunderwerbsteuer wäre beste Eigenheimförderung

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) fordert, die Grunderwerbssteuer zu senken. Bei der Förderung von Wohneigentum sollte die Regierung nicht auf Zuschüsse sondern auf Steuersenkungen setzen.

mehr ...