7. April 2016, 19:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Alte Leipziger wächst kräftig

Einen Tag nach Bekanntgabe der Branchenbilanz 2015 durch den GDV hat der Versicherer Alte Leipziger-Hallesche seine Geschäftszahlen vorgelegt: Dabei sind die Gegensätze deutlich hervorgetreten.

Alte-Leipziger-PK in Alte Leipziger wächst kräftig

Die Vorstände des Alte Leipziger-Hallesche Konzerns erläutern die Geschäftsergebnisse 2015 (v.l.): Martin Rohm, Wiltrud Pekarek, Christoph Bohn (stv. Vorsitzender), Walter Botermann (Vorsitzender), Jürgen Bierbaum, Frank Kettnaker, Stephan Buschek.

Während GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland am Mittwoch ein in weiten Strecken ernüchterndes Zahlenwerk präsentieren musste, dürfte es Dr. Walter Botermann am Folgetag deutlich mehr Spaß gemacht haben, den Pressevertretern in Oberursel bei Frankfurt die Geschäftsergebnisse des Alte Leipziger-Hallesche-Konzerns zu erläutern.

“Neugeschäfts-Mix erreicht, wo andere noch hinwollen”

Im Vergleich zur Branche konnte der Vorstandschef auf zahlreiche Kennzahlen verweisen, die 2015 ein dickes Plus gegenüber dem Vorjahr aufwiesen – so vor allem in der Lebensversicherung: Das Neugeschäft kletterte um 11,2 Prozent von 820 Millionen auf 912 Millionen Euro. Dynamisch entwickelte sich dabei insbesondere der Neuzugang gegen laufenden Beitrag, der um satte 42 Prozent auf 230 Millionen Euro zulegte, die neu eingenommenen Einmalbeiträge stiegen um 3,6 Prozent auf 681 Millionen Euro. Die deutschen Lebensversicherer mussten hingegen ein Minus von 3,2 Prozent im laufenden Neugeschäft beziehungsweise ein 4,2 Prozent-Minus im Einmalbeitragsgeschäft hinnehmen.

Die Beitragseinnahmen der Alten Leipziger nahmen um sieben Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro zu, der Gesamtkonzern Alte Leipziger-Hallesche nahm rund 4,5 Milliarden Euro ein (plus 7,1 Prozent). “Die Alte Leipziger verbuchte steigende Marktanteile. Neugeschäft und Beitragseinnahmen wuchsen überdurchschnittlich”, bilanzierte Botermann sichtlich erfreut. Vorstand Dr. Jürgen Bierbaum ergänzte selbstbewusst: “Wir haben einen Neugeschäfts-Mix erreicht, wo andere noch hinwollen.”

Wachstumsdreiklang aus bAV, BU und Privatrente

Als Wachstumstreiber erwies sich demnach insbesondere die betriebliche Altersversorgung (bAV) auf die allein rund 40 Prozent des Neuzugangs entfiel. Die übrigen 60 Prozent setzten sich zusammen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sowie der privaten Rentenversicherung in der klassischen und fondsgebundenen Variante. Wobei die “Klassik” nach wie vor den Ton angibt und gut doppelt so viel zum Geschäftserfolg beiträgt wie die kapitalmarktnahen Produkte bei denen der Kunde das Anlagerisiko trägt. Botermann betonte dann auch, dass sein Haus auch in Zukunft an klassischen Verträgen festhalten wolle. Entscheidend sei der Kundenwunsch, so der Konzernchef.

Kapitalausstattung weiter verbessert

Überaus solide Werte für die Kapitalausstattung erlauben es dem Unternehmen auch unter den strengeren Eigenkapitalvorgaben gemäß Solvency II Produkte mit langlaufenden Zinsgarantien zu verkaufen. So stand nach Konzern-Angaben erneut die Stärkung der Risikotragfähigkeit im Fokus des Managements, mit dem Ziel, die vereinbarten Garantien in der Lebensversicherung dauerhaft abzusichern. Die Risikotragfähigkeit stieg gegenüber dem Vorjahr um 103 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro, das Eigenkapital wuchs um 75 Millionen Euro auf nunmehr 800 Millionen Euro. Man habe die Solvency II-Anforderungen trotz Niedrigzins auch ohne Übergangsmaßnahmen und Volatility Adjustment erfüllt, freute sich Botermann.

PKV kann sich in einem schwierigen Markt behaupten

Als solide erwies sich auch die zweite wichtige Säule des Konzerns – die Private Krankenversicherung (PKV). So vermeldete die Hallesche trotz “geringer Wachstumsimpulse für die Vollversicherung” ein gesamtes Neugeschäftsvolumen, das mit 2,4 Millionen Euro dem Vorjahresniveau entsprach. Die Beiträge für Bestandskunden in der Vollversicherung erhöhten sich im Durchschnitt um drei Prozent. Rund 2.500 Vollversicherte kehrten der Halleschen den Rücken, die Gesamtzahl der Vollversicherten bezifferte der Versicherer auf 234.737 Kunden. (lk)

Foto: Cash.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit und Corona: Märkte in USA, Europa und UK mit unterschiedlichen Vorzeichen

Chris Iggo, CIO Core Investments, richtet seinen Blick auf die Märkte und sieht unterschiedliche Vorzeichen für Amerika, Europa und Großbritannien

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...