29. September 2016, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Im Juli 2016 veröffentlichte das Handelsblatt Auszüge aus dem von Verkehrsminister Alexander Dobrindt erarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, um das voll autonome Fahren in Deutschland zu ermöglichen. Die bislang bekannten Passagen lassen gravierende Neuerungen erwarten und geben bereits jetzt Anlass zu kontroversen Diskussionen. Gastbeitrag von Dr. Thomas Grünvogel, CMS

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Je stärker der Fahrer von Assistenzsystemen unterstützt wird, desto geringer wird seine Bedeutung bei einem möglichen Unfall sein.

Nach dem Entwurf sollen autonome Fahrsysteme generell zulässig sein, sofern sie dem Fahrer “erkennen und artikulieren” können, dass er die Fahrzeugführung wieder übernehmen muss. Der Fahrer soll sich vom Verkehrsgeschehen auch abwenden und damit die Steuerung sogar aus der Hand geben dürfen.

Ausschalten des “Faktor Mensch”

Allerdings soll der Fahrer “wahrnehmungsbereit bleiben” und “nach Aufforderung durch das automatisierte System die Fahrzeugsteuerung wieder übernehmen” und auf “erkennbare technische Störungen angemessen reagieren” können. Diese Änderung des Straßenverkehrsgesetzes bietet die Grundlage für hochtechnisierte und (teil-) autonome Fahrsysteme, wie beispielsweise einen autonomen Modus für die Fahrt auf Autobahnen.

Der Fahrer fährt auf die Autobahn, aktiviert das autonome System und der PKW fährt – je nach Grad der Autonomisierung – von selbst. Das kann den Fahrer entlasten und zu mehr Sicherheit auf den Straßen führen, da das autonome System Vorgänge wie Bremsen, Beschleunigen und Lenken übernimmt. Nach Angaben der Allianz sind derzeit etwa 90 Prozent aller Verkehrsunfälle durch menschliches Fehlverhalten bestimmt und nur zehn Prozent durch technische Fehler.

2020 erste autonome Systeme auf Autobahnen

Die technische Umsetzung ist zwar noch in der Erprobungsphase, bis 2020 rechnen die Hersteller jedoch mit den ersten autonomen Systemen auf Autobahnen. Bis dahin muss allerdings auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Aufgrund der wachsenden Datenflut der vernetzten Fahrzeuge sowie dem steigenden Bedarf an Rechenleistung, einschließlich vernetzten Sensoren und Kameras, wird diese Technik wohl – wenn überhaupt – vorerst nur auf Autobahnen möglich sein.

Offen ist auch noch, wie diese neuen Freiheiten des Fahrers in der Praxis definiert werden. Kümmert sich der Fahrer bei einem aktiven autonomen System um andere Dinge, muss er trotzdem jederzeit reaktionsbereit bleiben für den Fall, dass das System eine Warnung ausgibt. Wie schnell muss der Fahrer dann reagieren, damit ihm nicht der Vorwurf gemacht werden kann, fahrlässig gehandelt zu haben? Wird hierzu keine Regelung geschaffen, werden später die Gerichte klären müssen, ob er für den Unfall trotz automatisiertem Fahrsystem selbst haftet.

Seite zwei: Offene Fragen beim Thema Datenschutz

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Immobilien

Wo Eigentumswohnungen am schnellsten verkauft sind

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist ungebrochen. Ein Indiz dafür ist die durchschnittliche Vermarktungszeit, die Immoscout24 für ganz Deutschland untersucht hat. Wo die Objekte besonders schnell weg sind

mehr ...

Investmentfonds

Oddo BHF AM verstärkt sich in Deutschland und Österreich

Zwei erfahrene Vertriebsexperten verstärken das Wholesale-Team für Publikumsfonds von Oddo BHF Asset Management in Deutschland und Österreich.

mehr ...

Berater

Handelsvertreter: Freistellungsvereinbarungen vertraglich sauber regeln

Auch bei Handelsvertretern kommt es immer wieder zu Freistellungen bei gekündigten Verträgen. Sie sollten aber darauf achten, dass die Regelungen wirtschaftlich nicht zu ihrem Nachteil ausfallen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Recht

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...