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12. Januar 2016, 18:13
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“Die BU ist das Vorzeigeprodukt”

Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen, steuert seit Februar die vertrieblichen Belange des Hofheimer Analysehauses. Im Interview mit Cash. spricht der frühere Vorstandssprecher der Janitos Versicherung über die aktuellen Entwicklungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und welche Folgen für Arbeitnehmer daraus entstehen.

Die BU ist das Vorzeigeprodukt

“Da der Bedingungswettbewerb im Bereich der BU mittlerweile ausgereizt ist, müssen die Versicherer sich durch andere Dinge vom Markt abheben.”

Cash.: Das aktuelle BU-Rating Ihres Hauses konstatiert eine “hohe Qualität bei Bedingungen und Kompetenz” im BU-Markt. Gleichwohl müssen sich die Versicherer harsche Kritik von Verbraucherschützern anhören, wonach es “viel zu wenige Verträge” gäbe und einige Berufsgruppen von den Versicherern “im Stich gelassen” würden. Wie passt das zusammen? 

Schneider: Aktuell befinden sich mehr als 250.000 BU-Verträge in der Auszahlung mit einem Volumen von über 1,7 Milliarden Euro Jahresrente, der Bestand der BU-Verträge ist innerhalb der letzten 20 Jahre rasant angestiegen und liegt mittlerweile bei rund 16 Millionen. Diese Zahlen zeigen die große Bedeutung der Berufsunfähigkeitsversicherung am Markt, die BU ist das Vorzeigeprodukt, wenn es um Absicherung der Arbeitskraft geht. Die mittlerweile sehr hohe Qualität der Bedingungen und der parallel stattfindende Preiskampf um die “guten Risiken” führt dazu, dass für einige Arbeitnehmer der BU-Schutz nur schwer finanzierbar ist.

Was raten Sie einem Arbeitnehmer, der sein BU-Risiko versichern möchte, aber nicht weiß, wie er seinen Bedarf mit seinem Budget in Einklang bringen soll?

Aktuell bringt die Branche einige Alternativen zur BU-Versicherungen auf den Markt. Gerade für Personen mit Vorerkrankungen oder mit vorwiegend körperlicher Tätigkeit, für die eine BU sehr teuer wird, bieten sich diese Lösungen an. Neben Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits- oder Dread Disease-Versicherungen gibt es auch Kombinationsprodukte, die die Risiken der Unfall-Invalidität, Pflegebedürftigkeit, Schwerer Krankheiten und dem Verlust von Grundfähigkeiten kombiniert absichern. Diese Produkte orientieren sich nicht an dem Beruf der versicherten Person und erfordern unter Umständen eine nicht ganz so umfassende und strenge Risikoprüfung. Leistungsseitig gibt es systemische Unterschiede zur BU, aber diese Angebote sind interessante Alternativen.

Nach der Einschätzung Ihres Hauses gewinnt die Serviceorientierung seitens der Versicherer an Zuspruch. Was sind die Gründe hierfür und wie wirkt sich dies auf den Wettbewerb aus?

Da der Bedingungswettbewerb im Bereich der BU mittlerweile ausgereizt ist, müssen die Versicherer sich durch andere Dinge vom Markt abheben. Ein Punkt hierbei ist die zunehmende Serviceorientierung. Zusätzlich bietet die zunehmende Digitalisierung gute Möglichkeiten, jegliche Art von Prozessen zu beschleunigen. Quick-Checks zur Auskunft über Vorerkrankungen direkt am Point-of-Sale, Vertragsunterzeichnung am Unterschriften-Pad, Tele-Underwriting und Tele-Claiming sowie Apps für das Smartphone sind Beispiele für den digitalen Weg zur Servicedienstleistung.

“Gewerbliche Arbeitnehmer blieben bisher oft ohne Absicherung – sei es, weil ihre Berufsgruppeneinstufung den Beitrag sehr teuer machen würde oder weil Vorerkrankungen vorliegen”, erklärte jüngst Heribert Krach, Geschäftsführer MetallRente, zur Einführung einer Erwerbsminderungsrente für gewerbliche Arbeitnehmer zusammen mit dem Versicherer Swiss Life. Wird das Beispiel Schule machen?

Alternative Absicherungen der Arbeitskraft sind momentan im Kommen. Die sogenannte MetallRente halten wir in diesem Kontext für eine interessante Initiative. Es ist durchaus zu erwarten, dass neben den schon angesprochenen Alternativen, die die Versicherungsbranche vermehrt liefert, auch weitere Angebote entstehen werden.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Andreas Varnhorn

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