Anzeige
9. Juni 2016, 14:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Das Bewusstsein für Risiken muss geschärft werden”

Hochwasserpass und Resilizen-Pass sollen Hausbesitzern helfen, Umweltrisiken realistisch einzuschätzen. Cash. sprach darüber mit Rolf Mertens und Jens Birnbaum, Experten für die Haftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäude-Versicherungen der Ergo Group.

Mertens Birnbaum Ergo in Das Bewusstsein für Risiken muss geschärft werden

Rolf Mertens (links) und Jens Birnbaum, beide Ergo: “Uns ist wichtig, dass sich unser Kunde mit dem Schadenrisiko seines Gebäudes auseinandersetzt.”

Der Hochwasserpass für Hausbesitzer könne ein wirkungsvolles Beratungsinstrument sein, um Hauseigentümer über das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung aufzuklären, heißt es bei Ergo. Was hat es mit dem Hochwasserpass auf sich?

Birnbaum: Der Hochwasserpass ist eine Initiative des Hochwasser-Kompetenz-Centrums und dient der Standortanalyse und Bewertung von bestehenden oder geplanten Privat- und Gewerbeimmobilien in hochwassergefährdeten Gebieten. Ziel ist es, die Bürger über Gefahrenpotenziale und Risiken zu informieren, zum Beispiel durch Hochwasser, Starkregen oder Rückstau. Wir nutzen den Hochwasserpass bei der Kundenberatung. Uns ist wichtig, dass sich unser Kunde mit dem Schadenrisiko seines Gebäudes auseinandersetzt. So kann er ein Bewusstsein für mögliche Gefährdungen entwickeln. Denn nur wer sein Risiko kennt, versichert sich auch dagegen und betreibt Eigenprävention.

Der GDV schlägt vor, dass analog zum Hochwasserpass ein „Resilienz-Pass“ eingeführt wird, der einem Gebäude bescheinigen soll, bestimmte Wetterereignissen widerstehen zu können. Begründen Sie die Forderung oder besteht die Gefahr Immobilienbesitzer mit noch mehr Bürokratie zu überfordern?

Birnbaum: Das Bewusstsein für Risiken muss geschärft werden. Wir begründen alle Bemühungen in diese Richtung. Ein „Resilienz-Pass“ kann daher ein hilfreiches Instrument sein, um Risiken zu erkennen, individuelle Schutzmaßnahmen abzuleiten und sie baulich umzusetzen.

In der Schaden- und Unfallversicherung blieb die Schaden Kosten-Quote in 2015 nach GDV-Angaben stabil bei 96 Prozent nach knapp 95 Prozent im Vorjahr. “Dafür, dass die Schadenleistungen fast doppelt so stark gestiegen sind wie die Beitragseinnahmen, ist das ein vergleichsweise gutes Ergebnis”, sagte GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland. Erwarten Sie in der Zukunft weiter steigende Schadenleistungen und welche Folgen hätte dies für die Branche und ihre Kunden?

Mertens: Die Fehlentwicklungen in einzelnen Produkten werden über alle Sparten und Produkte kompensiert. Der Trend in der Wohngebäudeversicherung geht bei den Schadenaufwänden und -häufigkeiten weiter nach oben. In den letzten Jahren haben besonders die wetterbedingten Schäden zugenommen, vor allem durch Blitzschläge, Starkregen, Hagel und starke Windböen. Die dadurch verursachten Belastungen müssen durch Beitragsanpassungen ausgeglichen werden. Versicherer achten daher zunehmend darauf, Prämien risikoadäquat zu berechnen. In der Hausratversicherung erleben wir derzeit eine signifikante Zunahme von Einbruchdiebstählen. Diese Entwicklung müssen wir in den kommenden Jahren durch Aufklärung und Beratung stoppen.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Guido Schiefer

Lesen Sie das vollständige Interview im aktuellen Cash.-Magazin 06/2016.

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Wunderbar ! Aber mal im Ernst: Diese Risikoanalyse und Schadenpräventionsberatung haben früher die Berater vor Ort durchgeführt, auch ich habe das genau noch so gelernt und auch praktiziert.

    Kommentar von Nils Fischer — 10. Juni 2016 @ 07:54

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Schifffahrt wird sicherer – doch die Gefahr durch Cyber-Angriffe wächst

Die internationale Schifffahrt ist deutlich sicherer geworden. Im vergangenen Jahr verloren Reedereien weltweit 94 größere Schiffe mit über 100 Tonnen, geht aus einer Analyse der Allianz-Industrieversicherungstochter Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) hervor.

mehr ...

Immobilien

Städtetag hält Neubau von 400.000 Wohnung pro Jahr für nötig

Angesichts der Wohnungsnot in vielen Ballungsräumen hält der Deutsche Städtetag den Neubau von 400.000 Wohnungen im Jahr für erforderlich. 

mehr ...

Investmentfonds

Acht EU-Staaten fordern Kapitalmarktunion

Acht EU-Staaten dringen darauf, die Kapitalmarktunion zu vollenden. Vor dem EU-Austritts Großbritanniens sollten die europäischen Finanzmärkte besser integriert werden. Einige Teilnehmer wollen zudem ein Gegenwicht zu den EU-Haushaltsplänen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bilden.

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Müssen Anleger erhaltene Zahlungen erstatten?

Unter Anlegern der insolventen Gesellschaften des Container-Anbieters P&R geht die Angst um: Nicht nur ihre Investition ist in Gefahr, sondern nicht selten wird sogar behauptet, sie müssten womöglich bereits erhaltene Zahlungen rückerstatten. Wie verhält es sich damit? Ein Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Jan Schoop, GGV

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...