Anzeige
Anzeige
16. Februar 2016, 12:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD-Umsetzung: So geraten Versicherer nicht in Zeitnot

Der IDD-Countdown läuft: Spätestens am 23. Februar 2018 tritt die “Richtlinie über den Versicherungsvertrieb” (IDD) in Kraft. Welche Schritte die Versicherer jetzt planen sollten, um beim “Projekt IDD” nicht in Zeitnot zu geraten, erläutert Frank Hammer, Versicherungsexperte bei der Unternehmensberatung Q_Perior.

IDD-Umsetzung: So geraten Versicherer nicht in Zeitnot

Frank Hammer, Q_Perior: “Je früher sich Versicherungen mit den Auswirkungen der Richtlinie auf ihr Unternehmen auseinandersetzen, desto effektiver und effizienter wird ihre Implementierung.”

Am 2. Februar 2016 wurde die IDD im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Dies hat zur Folge, dass die Richtlinie innerhalb der nächsten zwei Jahre in Form einer Verordnung in nationales Recht transformiert werden muss. “Zwei Jahre erscheinen zunächst lang. Doch der Umsetzungszeitraum schrumpft erheblich, wenn bis zur Veröffentlichung der nationalen Verordnung gewartet wird”, sagt Experte Hammer. Der Managing Consultant von Q_Perior nennt die wichtigsten Maßnahmen, die Versicherer für einen erfolgreichen Projektstart treffen sollten:

1. Initialisierungsworkshop

Am Anfang einer erfolgreichen Erfüllung der IDD-Auflagen steht eine genaue Analyse der Situation. Im Rahmen eines Workshops können dabei die Weichen für eine zügige und nachhaltige Umsetzung gestellt werden. Im Vordergrund steht hierbei zunächst das Erfassen der Inhalte und Rahmenbedingungen. Da neben der IDD weitere Regulierungsvorhaben wie etwa MiFID II und PRIIP-Verordnung in enger zeitlicher Abfolge auf die Versicherungen zukommen, sollten auch Querverbindungen zu anderen regulatorischen Vorgaben identifiziert und für das eigene Unternehmen adaptiert werden. Der Projektstart sollte demzufolge nicht nur mit den “Vertrieblern” stattfinden, sondern interdisziplinär erfolgen. So gelingt frühzeitig der Brückenschlag unter anderem zwischen Versicherungsvertrieb, IT und Compliance.

2. Vorbereitung strategischer Entscheidungen

Da es sich bei der IDD lediglich um eine Mindestharmonisierung handelt, können die Vorgaben im Zuge der Mitgliedsstaatenoption noch verschärft werden. Versicherungen sollten sich daher Handlungsoptionen erarbeiten, um auf kurzfristige Entwicklungen flexibel reagieren zu können. Zudem sollten sie sich mit den mittel- bis langfristigen Folgen der Vertriebsrichtlinie für das eigene Unternehmen auseinandersetzen. Es gilt dabei, Chancen und Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und adäquate Maßnahmen zu entwickeln, um diese zu nutzen oder gegebenenfalls zu neutralisieren. Hierbei spielt auch der Einsatz von Technologien eine Rolle, da diese die Erfüllung der neuen Beratungs- und Informationspflichten unterstützen und Mehrwerte generieren können. Mit Hilfe eines Risiko-Chancen-Profils können dabei Entscheidungen abgesichert und gestützt werden.

 

IDD-Umsetzung: So geraten Versicherer nicht in Zeitnot

Die Versicherer sollten Q_Perior zufolge möglichst frühzeitig mit der Planung für das “Projekt IDD” beginnen.

3. Roadmap und Projektstart

Mit dem Initialisierungsworkshop und der Vorbereitung wichtiger strategischer Entscheidungen ist bereits die Basis für die Erstellung einer unternehmensindividuellen Roadmap mit klar definierten Verantwortlichkeiten gelegt. Vertriebsvorstand, Produktvorstand oder IT können sich mittels Roadmap einen guten Überblick über die anfallenden Aufgaben verschaffen und entsprechend Ressourcen einplanen. Einem erfolgreichen Projektstart sowie einer fristgerechten IDD-Umsetzung steht damit nichts mehr entgegen.

“Je früher sich Versicherungen mit den Auswirkungen der Richtlinie auf ihr Unternehmen auseinandersetzen, desto effektiver und effizienter wird ihre Implementierung”, fasst Experte Hammer zusammen. “Wir empfehlen daher bereits vor der Umsetzung – in Abhängigkeit von den strategischen Unternehmenszielen – zu entscheiden, ob die Richtlinie als ‘Best in class’ oder nur mit Minimalanforderungen implementiert werden soll. Dadurch können Ressourcen und Budget optimal verteilt werden.”

Foto: Q_Perior

 

 

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

Clark, Knip und Co.: Finanztest untersucht digitale Versicherungsmakler

Das Verbrauchermagazin Finanztest hat in seiner aktuelle Ausgabe sieben Versicherungsmakler-Apps analysiert. Einen überzeugenden Testsieger gibt es demnach nicht. Die beste Gesamtbewertung “gut” erhielten nur zwei Anbieter. Die Tester sehen vor allem Probleme bei Datenschutz, AGB und Beratungsqualität.

mehr ...

Immobilien

Hausbau: Mit oder ohne Keller?

Beim Hausbau gilt es oft, auf die Einhaltung des Budgets zu achten. Das Weglassen des Kellers kann die Kosten um einiges senken. Doch ist dies auch ratsam und wie beeinflusst es den Wert der Immobilie? Baufi24 zählt die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung auf.

mehr ...

Investmentfonds

Fed-Entscheid birgt Sprengstoff

Der Fed-Zinsentscheid am 20. September steht bevor. Marktteilnehmer sind sich einig, dass die amerikanische Zentralbank den Leitzins in den kommenden Monaten weiter anheben wird. Uneinigkeit besteht darüber, in welchen Schritten und wie stark. Cash. hat die Meinungen von zwei Kapitalmarktstrategen und einem Kapitalmarktanalyst zusammengefasst.

mehr ...

Berater

Wefox mit neuem CEO

Tasos Chatzimichailidis (53) ist ab sofort neuer CEO des Insurtechs Wefox. Er folgt auf Julian Teicke, der als CEO in die Wefox-Holding gewechselt ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Showdown auf der Hauptversammlung: Versinkt Marenave im Chaos?

Die ordentliche Hauptversammlung der Marenave Schiffahrts AG hat beschlossen, die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene ordentliche Kapitalherabsetzung zu vertagen. Das hat dramatische Folgen.

mehr ...

Recht

Pflichtteilsverzicht: So wird die Abfindung besteuert

Verzichtet ein gesetzlicher Erbe auf seinen Pflichtteilsanspruch und erhält dafür eine Abfindung von anderen Erben, richtet sich die Besteuerung der Abfindung – abweichend von der bisherigen Rechtsprechung – nach der zwischen den Erben maßgebenden Steuerklasse. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden.

mehr ...