27. Oktober 2016, 17:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Private Krankenkassen wegen Niedrigzinsen unter Druck

Die niedrigen Zinsen setzen die privaten Krankenversicherung (PKV) stärker unter Druck als bisher bekannt. Linken-Gesundheitsexperte Harald Weinberg plädiert für eine “geordnete Abschaffung” der PKV.

Private Krankenkassen wegen Niedrigzinsen unter Druck

Keiner der 37 Krankenversicherer kann mehr die einst gemachten Zusagen für die Verzinsung der Altersreserven am Kapitalmarkt erwirtschaften.

Erstmals kann keiner der 37 Krankenversicherer mehr die einst gemachten Zusagen für die Verzinsung der Altersreserven am Kapitalmarkt erwirtschaften, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin vorlag. Die “Berliner Zeitung” hatte zuerst darüber berichtet.

Nach den Regierungsangaben konnten die Versicherer den ursprünglichen Rechnungszins von 3,5 Prozent nicht nachweisen. Als Folge nennt die Regierung “zinsbedingte Beitragserhöhungen” – sprich: Zum Ausgleich seien die Unternehmen gezwungen, die Beiträge anzuheben. Andernfalls reichten die Rücklagen nicht aus, um die steigenden Krankheitskosten im Alter abzufedern.

Linken-Politiker Weinberg fordert Abschaffung der PKV

Jahrzehntelang hat die private Krankenversicherung den Angaben zufolge mit einer Verzinsung von 3,5 Prozent kalkuliert und diesen Wert im Branchenschnitt sogar überschritten. Seit der Finanzkrise 2008 hätten jedoch immer mehr Versicherer Probleme, diese Gewinne am Kapitalmarkt zu erreichen. Die Niedrigzinsphase verschärfe die Entwicklung.

Der Linken-Gesundheitsexperte Harald Weinberg sagte: “Wenn wir in der Politik noch einige Jahre abwarten, dann wird sich die PKV ökonomisch von selbst erledigt haben.” Ein solcher Zusammenbruch würde dann allerdings unangenehm für alle PKV-Versicherten. Deswegen wäre eine geordnete Abschaffung der privaten Krankenversicherung das Beste für alle Versicherten in Deutschland, sagte Weinberg. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Wirklichkeitsverlust. Anders kann man es nicht mehr nennen, wenn man die Bürgerversicherung nach englischem Vorbild wählt. Betrachtet man die Anpassung in der gesetzlichen Kasse, jährlich 5,9 % und Zusatzbeitrag, so handelt es sich hier um eine einseitige Bewertung, nicht zum Vorteil der Versicherten sondern wahrscheinlich politisch motiviert. Nehmen Sie einmal Nachhilfe Herr Weinberg. Gerne gebe ich diese auf fachlicher Basis und ihnen wahrscheinlich unbekannten Daten.
    http://www.frank-dietrich-fachmakler.de/nun-mal-ehrlich-beitragsanpassungen

    Kommentar von Frank Dietrich — 31. Oktober 2016 @ 08:13

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kompositversicherung: Neue Konkurrenz durch digitale “Ökosysteme”

Digitale ‘Ökosysteme‘ der großen Technologie- und Internetkonzerne werden das Komposit-Privatkundengeschäft in Deutschland in den nächsten Jahren entscheidend prägen und bald einen Großteil der Gewinne beanspruchen. Der Wettbewerb wird sich dadurch deutlich verschärfen.

mehr ...

Immobilien

Baugenehmigungen: Verfehlte Wohnungspolitik lässt Zahlen sinken

Einmal mehr sind nach Erhebung des Statistischen Bundesamts die Zahlen für Baugenehmigungen in Deutschland erneut gesunken. Eine dramatische Entwicklung meint der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.

mehr ...

Investmentfonds

Verschärfter Handelskonflikt wird globale Wachstumserholung verzögern, aber nicht verhindern

Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China führt zu einer länger anhaltenden Handelsunsicherheit und wird das Vertrauen der Unternehmen und die Investitionen belasten. Beide Staaten dürften aber weiter an einem Abkommen interessiert sein, die von NN IP erwartete globale Erholung könnte sich jedoch etwas verzögern.  Ein Gastbeitrag von NN Investment Partners.

mehr ...

Berater

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...