Anzeige
6. Februar 2017, 10:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Betriebsrentenstärkungsgesetz: “Schnelle Reaktion auf die neue Gesetzeslage garantiert”

Ulrike Hanisch, Vorstand des Campus Institut, sprach mit Cash. über die Rentenreform und die Folgen für bAV-Spezialisten. Das Campus Institut führt zusammen mit der Hochschule Koblenz seit 2003 das Studium Betriebswirt/-in für betriebliche Altersversorgung (FH) durch. Der Abschluss gilt als einer der angesehensten bAV-Qualifikationen in Deutschland.

Hanisch-Campus in Betriebsrentenstärkungsgesetz: Schnelle Reaktion auf die neue Gesetzeslage garantiert

Ulrike Hanisch, Campus Institut: “In der bAV wird ein hohes Maß an Expertenwissen gefragt sein.”

Cash: Frau Hanisch, vor dem Hintergrund der Rentenreform wird das Thema der betrieblichen Altersversorgung derzeit aus vielen Perspektiven diskutiert. Inwieweit sorgt der vorliegende Gesetzentwurf für eine stärkere Verbreitung der bAV?

Hanisch: Das ursprüngliche Ziel der Regierung, mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz den Prozess für Unternehmen zu erleichtern, wird in dem vorliegenden Entwurf leider verfehlt. Dennoch könnte die Anhebung des Freibetrags von bis zu 100 Euro monatlich für die Rentenleistung einen positiven Effekt bewirken, wodurch die Grundsicherung im Alter besonders im Niedriglohnsektor gestärkt wird. Zusätzlich werden Niedrigverdiener durch die Einführung des sogenannten Förderbeitrags zur bAV unterstützt.

Welche Nachbesserungen sind aus Ihrer Sicht erforderlich, um die Marktdurchdringung der bAV in Deutschland zu erhöhen?

Ich würde mir wünschen, dass die reine Beitragszusage auch für die bisherige “bAV-Welt”, also außerhalb des Sozialpartnermodells, möglich ist. Diese Erleichterung in Bezug auf Garantien wäre gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase ein wichtiges Instrument, um die bAV zu stärken. Von den Vorteilen des Sozialpartnermodells profitieren ja vorwiegend die großen Branchen, in denen das Versorgungsniveau bereits relativ hoch ist. Kleine und mittelständische Unternehmen bleiben auf der Strecke. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Haftung des Arbeitgebers, die, so lange sie im jetzigen Umfang besteht, die bAV bremst. Also wäre hier eine Erleichterung absolut wünschenswert.

Was sind die konkreten Herausforderungen im bAV-Bereich in den nächsten Jahren?

Da viele Menschen in den Ruhestand gehen, werden in den nächsten Jahren vermehrt Renten ausgezahlt. Zudem wird der Wandel in der Arbeitswelt für noch mehr Fluktuation und eine Zunahme von Arbeitgeber-Wechseln sorgen. Dies führt insgesamt zu einem größeren Verwaltungsaufwand beim Arbeitgeber wie beim Versorgungsträger. Aktuell ist die größte Herausforderung nach wie vor das niedrige Zinsniveau, mit dem vermutlich auch in Zukunft gerechnet werden muss. Natürlich sorgt auch das geplante zusätzliche Modell dafür, dass die bAV komplexer wird und der Beratungsbedarf weiter steigt. In Zukunft wird also ein hohes Maß an Expertenwissen in allen Durchführungswegen – arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlich sowie bilanztechnisch – gefragt sein.

Seite zwei: “Optimale Begleitung durch die gesetzlichen und strukturellen Veränderungen”

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Urteil: Versicherer dürfen sich Vergleichsportalen nicht entziehen

Versicherer dürfen sich dem Kfz-Versicherungsvergleich von Check24 nicht entziehen. Das urteilte jetzt das Landgericht Köln (Aktenzeichen 31 O 376/17) und wies dahingehend die Klage der Huk-Coburg gegen das Münchner Vergleichsportal zurück.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...