14. September 2017, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BU: Zwei Hürden für eine bessere Marktdurchdringung

Versicherer und Verbraucherschützer sind sich einig, dass die Bevölkerung noch stärker als bisher über das Risiko Berufsunfähigkeit aufgeklärt werden muss. Besonders jüngere Zielgruppen sind nur unzureichend abgesichert.

Shutterstock 320022884 in BU: Zwei Hürden für eine bessere Marktdurchdringung

Statistisch gesehen ist jeder fünfte Bundesbürger vom Schicksal Berufsunfähigkeit betroffen.

“Jobwunder”: Dieses Wort hört man in letzter Zeit häufig, wenn es um die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt in den letzten zwölf Jahren geht. Nun ist diese Entwicklung zwar weniger auf ein Wunder, sondern vielmehr auf konkrete politische Maßnahmen und weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen zurückzuführen, doch die Statistik liest sich tatsächlich beeindruckend: Mit derzeit rund 2,5 Millionen Arbeitslosen hat sich die Zahl seit 2005 praktisch halbiert.

Doch das ist noch lange kein Grund zur Euphorie, wie der Chef des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Hilmar Schneider, kürzlich in einem Interview mit der “Westdeutschen Zeitung” warnte: Er sieht die Gefahr, dass manche Reform wieder zurückgedreht wird, weil man glaubt, es sich angesichts der guten Zahlen leisten zu können. “So wollen SPD oder Linke zum Beispiel die Zeitarbeit wieder eindämmen. Dabei hat gerade dieser Sektor zu einer erheblichen Flexibilität beigetragen, ohne dass die traditionelle Vollzeiterwerbstätigkeit dadurch beschädigt worden ist”, so Schneider.

Kein Grund zur Euphorie, das gilt auch für die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen: Derzeit verfügt nur ein Fünftel der Deutschen über eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitspolice, was gerade angesichts der hohen Beschäftigungszahlen überrascht. Zumal das Risiko, berufsunfähig zu werden, nicht gerade gering ist. Statistisch gesehen ist jeder fünfte Bundesbürger von diesem Schicksal betroffen.

“Das Risiko verstehen und erkennen”

Doch offenbar verdrängen viele Deutsche das Risiko – oder sie vertrauen auf die Leistungen der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente, was sich als fataler Fehler erweisen könnte. Versicherer und Verbraucherschützer sind sich deshalb einig, dass die Bevölkerung noch stärker als bisher über das Risiko Berufsunfähigkeit aufgeklärt werden muss. Besonders jüngere Zielgruppen sind nur unzureichend abgesichert.

“Junge Menschen müssen das Risiko verstehen und erkennen, dann ist die erste Hürde genommen. Die zweite ist häufig das Geld. Die Absicherung muss daher bezahlbar sein und den vollen Versicherungsschutz bieten”, nennt Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund, Lösungsansätze zur Verbesserung der Marktdurchdringung.

Seite zwei: BU-Alternativen nicht unumstritten

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Grundsätzlich: es gibt keine Alternativen zur BU. Es gibt lediglich Ausschnittsdeckung, Teile des Risikos zu versichern. Das gilt auch für die EU Versicherung. Der Staat hat den Bürger immer im Glauben gelassen, für ihn zu sorgen. Die Folgen dieses Glaubens zeigen sich jetzt.

    Kommentar von Frank Dietrich — 14. September 2017 @ 13:31

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...