18. Mai 2017, 12:00
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LV-Provisionsdeckel: Drei Szenarien und ihre Auswirkung auf die Vergütung

Die Ausgangslage

Als Ausgangslage für die Simulationen wurden eine Abschlusscourtage in Höhe von 44 Promille, eine Bestandspflegecourtage von 1,5 Prozent, keine laufende Abschlusscourtage, eine Stornohaftungsdauer von fünf Jahren und eine Beitragssumme im Neugeschäft von einer Millionen Euro zugrunde gelegt.

Es wird eine durchschnittliche Früh- und Spätstornoquote von jährlich 5 Prozent unterstellt. Die zeitlich unterschiedlich anfallenden Zahlungen werden mit zwei Prozent per annum abgezinst.

Durch die Berechnung des Barwertes aller Courtagezahlungen können die unterschiedlichen Szenarien auf einer einheitlichen Basis verglichen und Einnahmerückgänge ermittelt werden. Die Ergebnisse der Simulationen finden sich in der nachfolgenden Tabelle.

Courtage

zeb-Simulationstool: Veränderung der Courtagebarwerte in Prozent.

Die absoluten Courtageunterschiede der Simulation werden für die Laufzeit von 28 Jahren in der nachstehenden Grafik verdeutlicht.

Courtage

Das Ergebnis der Courtagesimulation zeigt auf, dass unter den gesetzten Rahmenbedingungen Vermittler bei einer barwertigen Betrachtung in den Szenarien 2 und 3 mit der Ausgangssituation in etwa gleichauf sind, wohingegen im Szenario 1 ein deutlicher Courtageverlust auftritt. (Grafik: zeb)

Das Ergebnis der Courtagesimulation zeigt auf, dass unter den gesetzten Rahmenbedingungen Vermittler bei einer barwertigen Betrachtung in den Szenarien zwei und drei mit der Ausgangssituation in etwa gleichauf sind, wohingegen im Szenario eins ein deutlicher Courtageverlust auftritt.

Zwischenfazit: Sofern durch den Gesetzgeber lediglich die Abschlusscourtage gedeckelt wird, können die Versicherer durch eine Erhöhung der Bestandscourtage einen wirtschaftlichen Ausgleich herstellen. Allerdings belasten geringere Abschlusscourtagen die Liquiditätssituation der Vermittler. Dieses wird nachfolgend analysiert.

Seite drei: Was passiert bei einem kompletten Verbot?

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3 Kommentare

  1. Es könnte so einfach sein. Abschaffung der Vergütungen von dritter Seite und die Vergütung der Beratung über ein individuell vereinbartes Honorar.

    Der Verbraucher bekommt eine bedarfsgerechte Beratung. Der Berater im Gegenzug eine gerechtfertigte Vergütung.

    Wird eine dauerhafte Betreuung gewünscht, lässt sich das über Servicegebühren regeln.

    Im Gegenzug erhält der Verbraucher Zugang zu Netto-Produkten. Der Vermögensaufbau/Absicherung wird effizienter.

    Hand auf’s Herz. Finanzprodukte stellen doch nicht wirklich einen Mehrwert für den Verbraucher dar. Sie sind der Mittel zum Zweck.

    Einen echten Mehrwert entsteht durch eine unabhängige Beratung, bei dem der Verbraucher Zugang zu, für Ihn geeignete, Produkte bekommt. Hier ist der Profi gefordert, der sein Knowhow und Zeiteinsatz vergütet bekommt.

    Vorteil Berater – Kein Stornoproblem, arbeitet nicht umsonst

    Vorteil Verbraucher – effizenterer Vermögensaufbau, selbst im Fall eines Vertragsabbruches steht ein höheres Guthaben zur Verfügung.

    uva…

    Meiner Meinung nach gibt es bei solchem Szenario zwei Gewinner.

    Michael W. Beyer

    Kommentar von Michael W. Beyer — 23. Mai 2017 @ 15:54

  2. Der schnelle Abverkauf von Geldanlageprodukte ist sowie durch MiFID II, IDD und Kleinanlegerschutzgesetz vorbei, denn hier wäre > 10 Jahreshaftung garantiert.
    Wer seine Beratungszeit nicht mit einer Honorar-Option verkaufen kann, wird keinen Spaß mehr daran haben.
    Wohl dem, der sich bis 2018 darauf eingestellt hat, wie z.B. in eBooks bei mwsbraun beschrieben.

    Kommentar von Frank L. Braun — 19. Mai 2017 @ 09:51

  3. Ja, da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht, aufzuzeigen was für den Vermittler raus kommen könnte.

    ein Vermittler mit Hirn hat den 34f, den dieses Szenarien-Kasperletheater muss man ja nicht mit machen.

    wenn der Gesetzgeber und natürlich der Verbraucherschutz es so regeln will bzw. muss ist das ok für mich.

    Es mach ohnehin nur wenig Sinn einen Kunden von der Wichtigkeit einer Altersvorsorge zu überzeugen und zwei oder drei Jahre später fällt plötzlich auf das man auch Schuhe kaufen könne für das Geld.

    Und für eine Konsumgeilheit “neustes Smartphone ein 2. oder 3. Handyvertrag oder die Lust auf kurzfristiges Geldausgeben” wird so manche Altersvorsorge gekündigt.

    Ja das ist das Recht der Kunden, und selbstverständlich ist der Kunde dann falsch beraten worden 🙂
    Und selbst wenn nicht zahlt der Vermittler einen Teil der Provision zurück….
    Natürlich um den Verbraucher zu schützen.

    Was jedoch in jedem Fall passiert, Kunden werden wegen dieser “Verbraucherschutz-Hysterie weniger mit Angeboten konfrontiert.
    Das Ergebnis ist verlorene Zeit fürs Alter vorzusorgen, was dann die Rentenlücke Lücke sein lässt.

    Wichtig ist das sich Kunden weiter mit Konsum beschäftigen dürfen, keiner prüft, reguliert, bestimmt, was man dem Kunden zumuten kann.

    Aber jeder so wir er will, Toleranzfähigkeit wird täglich auf den Prüfstand gestellt.
    Guten Start in ein angenehmes Wochenende
    wünscht
    PP

    Kommentar von Peter Prunhuber — 19. Mai 2017 @ 08:56

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