24. November 2017, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EU fordert mehr Gesundheitsvorsorge

Die EU-Kommission drängt die Mitgliedsstaaten zur Reform ihrer Gesundheitssysteme. “Nur drei Prozent der Gesundheitsbudgets für Prävention auszugeben – im Vergleich zu 80 Prozent für die Behandlung von Krankheiten – ist einfach nicht genug”, mahnte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Gute Hausarztsysteme könnten zudem den Ansturm auf Notdienste bremsen.

Shutterstock 702585871 in EU fordert mehr Gesundheitsvorsorge

Die EU-Kommission kommt zu dem Schluss, dass starke Hausarztsysteme Patienten durchs Gesundheitssystem leiten und Kosten vermeiden könnten.

Eine stärkere Rolle für den Hausarzt wird auch in Deutschland seit Jahrzehnten diskutiert. Die Praxisgebühr sollte helfen, Hausärzte zur ersten Anlaufstation zu machen und Besuche bei teuren Spezialisten zu verringern. Die Rede war vom “Lotsen im Gesundheitswesen”. Die Gebühr war allerdings sehr unbeliebt und wurde 2013 wieder abgeschafft.

Die EU-Kommission kommt nun in einem Bericht zu dem Schluss, dass starke Hausarztsysteme Patienten durchs Gesundheitssystem leiten und Kosten vermeiden könnten. Sie bezieht dies auch auf europaweit viele überflüssige Besuche in der Notaufnahme: 27 Prozent davon wären zu vermeiden, wenn genügend Hausärzte zur Verfügung stünden, hieß es.

Mehr ärmere Menschen erreichen

Auch Gesundheitskampagnen und Vorsorge könnten die Systeme entlasten und effizienter machen, erklärte die Kommission weiter. Dafür müsse nicht nur mehr ausgegeben werden; es gelte auch, mehr ärmere Menschen zu erreichen, denn etwa bei Krebsvorsorge oder Bewegung gebe es große Unterschiede je nach Einkommen und Bildungsgrad.

Desweiteren mahnt die EU, die Zahl der benötigten Ärzte und Pflegekräfte genau zu planen. In der EU gebe es derzeit 18 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen. Weitere 1,8 Millionen Jobs würden bis 2025 entstehen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Garantieverzicht in der bAV? Keine Chance bei Arbeitnehmern

Arbeitnehmer wollen Garantien in der Betriebsrente. Modelle ohne Garantien werden von fast allen Arbeitnehmern in Großunternehmen durchweg abgelehnt. Das kommt in einer repräsentativen Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon klar zum Ausdruck.

mehr ...

Immobilien

Patrizia: Deutliches Gewinnplus für Immobilieninvestor

Der Immobilieninvestor Patrizia hat im vergangenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Dabei stiegen die Gebühreneinnahmen vor allem für die Verwaltung viel kräftiger als die Kosten.

mehr ...

Investmentfonds

Was Kunden von ihrer Filialbank erwarten

Die Deutschen sind in Gelddingen konservativ, von der Vorliebe für das Bargeld bis zur Altersvorsorge per Sparbuch. Eigentlich. Wenn Technologien praktisch und vertrauenswürdig sind, steigt die Bereitschaft, sich bei Finanzdienstleistungen auf Innovationen einzulassen. Ein anderer wichtiger Wunsch an ihre Filialbank ist jedoch immer schwieriger zu erfüllen.

mehr ...

Berater

Staatsanwalt ermittelt gegen Journalisten wegen Wirecard

Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Manipulationen des Wirecard-Aktienkurses ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen einen Journalisten der “Financial Times” (FT). Es liege die Strafanzeige eines Anlegers gegen den Journalisten vor, “aufgrund der Strafanzeige haben wir ein Ermittlungsverfahren eingetragen”, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...