Anzeige
20. September 2017, 10:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kassen-Ärzte bekommen 2018 knapp eine Milliarde mehr

Die niedergelassenen Ärzte bekommen nach Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im nächsten Jahr knapp eine Milliarde Euro mehr an Honoraren. Allerdings ist dieses Ergebnis sehr strittig.

Shutterstock 136947623 in Kassen-Ärzte bekommen 2018 knapp eine Milliarde mehr

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes steigt der sogenannte Orientierungswert im kommenden Jahr um insgesamt 410 Millionen Euro.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) spricht davon, dass ein Großteil davon eher Empfehlungscharakter habe. Lediglich 410 Millionen Euro (Orientierungswert) seien bisher sicher vereinbart. Dies sei auch gegen den Willen der Kassenärzte geschehen, die diesen Wert zu niedrig erachteten, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl am Dienstag in Berlin.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte nach der abschließenden Runde mit dem GKV-Spitzenverband: “Die Verhandlungen sind insgesamt für uns nicht erfreulich gelaufen.” Die GKV habe eine Nullrunde vorgeschlagen – “aus meiner Sicht ein völlig absurdes Vorgehen”, sagte Gassen. Er verwies auf die “hervorragende Kassenlage” der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kassenärzte und -Psychotherapeuten würden angesichts steigender Einkommen in anderen Branchen abgehängt, “so dass wir hier schon perspektivisch eine Versorgungsgefährdung sehen”.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, erklärte dagegen: “Das ist eine maßvolle Entscheidung, die sowohl den Honorarinteressen der niedergelassenen Ärzte als auch denen der Beitragszahler gerecht wird.”

Die Zahl der Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten liegt laut KBV heute bei 110.000, die Zahl der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bei rund 165 000.

Weitere Verhandlungen in den kommenden Wochen

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes steigt der sogenannte Orientierungswert (preisliche Steigerung) im kommenden Jahr um insgesamt 410 Millionen Euro. Die an der Krankheitsentwicklung orientierte Gesamtvergütung nehme um 100 Millionen Euro zu. Für extrabudgetäre Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen werde mit einem Plus von 400 Millionen Euro gerechnet und für die Stärkung des nichtärztlichen Praxispersonals erhalten die niedergelassenen Ärzte demnach noch einmal 50 Millionen Euro.

Nach der heutigen Entscheidung auf Bundesebene werden nun in den kommenden Wochen weitere Verhandlungen zur regionalen Umsetzung und gegebenenfalls zu regionalen Anpassungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den Vertretern der Krankenkassen geführt. Im vergangenen Jahr hatten beide Seiten für 2017 eine Steigerung der Honorare um rund eine Milliarde Euro mehr verabredet. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Grundrente wird offensichtlich konkreter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil plant eine Grundrente für Geringverdiener. Erste Präzisierungen wurden jetzt bekannt. 

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return: “Volatilität ist an sich nichts schlechtes”

Steigende Volatilität allein ist noch kein Grund, in Absolute-Return-Strategien zu investieren. Über die Stärken und Schwächen der Assetklasse sprach Cash. mit Claudia Röring, Leiterin Produktmanagement bei Lupus alpha.

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

Incentives – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...