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11. April 2017, 12:21
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FPSB: bAV muss vereinfacht werden

Das Financial Planning Standard Board Deutschland e.V. (FPSB) setzt sich für eine Vereinfachung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ein. Demnach machen unter anderem unterdurchschnittliche Anlageergebnisse, hohe Kosten und die vorgeschriebene Beitragsgarantie die bAV in ihrer jetzigen Form unattraktiv.

FPSB: bAV muss vereinfacht werden

Rolf Tilmes, FPSB: “Eigentlich könnte die bAV eine effiziente und kostengünstige Lösung zur Schließung der individuellen Vorsorgelücke sein. Doch in der jetzigen Form ist sie nicht attraktiv.”

Die Beteiligung der Arbeitnehmer an der bAV hält sich hierzulande immer noch in Grenzen. Die vom Bundeskabinett beschlossene Reform der bAV hat das Ziel, die dritte Säule der Altersvorsorge wieder in Schwung zu bringen.

“Eigentlich könnte die bAV eine effiziente und kostengünstige Lösung zur Schließung der individuellen Vorsorgelücke sein. Doch in der Form ist sie nicht attraktiv. Der Gesetzgeber muss die bAV deutlich vereinfachen, damit viele Menschen auf eine leichte Art und Weise daran partizipieren können”, meint Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland.

Komplexität der bAV schreckt ab

Die Zurückhaltung der Arbeitnehmer ist laut Tilmes zum einen in der Komplexität der bAV begründet, die abschreckend wirke. Zum anderen hätten viele Mitglieder der unteren Einkommensgruppen “schlicht nichts übrig, was sie zusätzlich ausgeben können”.  Auch der schlechte Ruf der bAV sei ein Grund.

“Sie wird als versicherungslastig empfunden – was ja auch meistens der Fall ist. Das macht die Menschen misstrauisch, weil sie seit Jahrzehnten durch schlechte Verträge und mehrfaches Umdecken in schlechtere Konditionen geschädigt werden”, meint der FPSB-Vorstand.

Schlechte Anlageergebnisse und hohe Kosten

Nach Ansicht von Tilmes sind für die Zurückhaltung der Arbeitnehmer zudem die “permanent unterdurchschnittlichen” Anlageergebnisse vieler bAV-Angebote und Pensionskassen verantwortlich, die durch hohe Kosten weiter geschmälert würden. Auch die vorgeschriebene Beitragsgarantie mache die bAV unattraktiv.

“Dadurch bleiben bei den fondsgebundenen Varianten keine Erträge übrig. Im Gegenteil: der Sparer kann durch die hohen Sicherungskosten nur verlieren”, sagt Tilmes. Über die Laufzeit fest zugesagte Garantien erhöhen laut einer aktuellen Studie der Frankfurt School of Finance & Management die Kosten der Kapitalanlage und verringern so deren Renditechancen. (jb)

Foto: FPSB

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1 Kommentar

  1. Nach meiner Einschätzung sollte bei der Betrachtung sehr genau differenziert werden.Zum einen sollte die bAV nicht zur Zockerei ausarten. Andererseits wird den Arbeitnehmern durch Steuern und Sozialabgaben einiges aus der Tasche gezogen und dann bleibt nichts für die bAV aus Entgeltverzicht übrig. Nach wie vor sind viele Firmen nicht willig etwaige Ersparnisse aus der SV- Ersparnis an den Arbeitnehmer weiterzureichen sondern zur eigenen Gewinnmaximierung einzubehalten. Ebenso wenig werden zusätzliche Anreize im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten ( Cashback systeme) angeboten und publiziert. Was hindert eine Firma daran eine arbeitgeberfinanzierte bAV einzurichten, die für den Arbeitnehmer kostenfrei ist und eine Wertschätzung des Arbeitnehmers darstellt?
    Sicher sind die meisten Systeme auf Versicherungen abgestellt, aber dass kann man durch kluge Sachwertsysteme und dem Durchführungsweg der Pensionszusage durchaus sehr gut lösen.Man muss es nur anbieten und verständlich vermitteln. Größtes Problem an Neuerungen dieser Art sind nicht die gesetzlichen Vorgaben sondern die eigentlichen “Geschäftsverhinderer” der steuerberatenden Zunft, die oftmals von einer Einrichtung von Versorgungssystemen abraten, ohne ausreichende Kenntnis der Möglichkeiten zu haben und sich eher um die Vergangenheit als um die Zukunft kümmern. Nur wer nach Lösungen sucht wird auch welche finden. Ich halte die bestehenden Systeme und Durchführungswege für ausreichend und hoffe, dass sich das fondsgetriebene Spekulantentum nicht auch noch in die bAV schleicht.Die Nahles- Rente ist der falsche Ansatz, denn damit wird alles auf den Arbeitnehmer abgewältzt. Das kann nicht mehr als soziale Einrichtung gesehen werden was die bAV eigentlich darstellen sollte.

    Uwe Hummel Fachberater bAV ebs

    Kommentar von Uwe Hummel — 12. April 2017 @ 09:15

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