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4. August 2017, 14:40
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“Lebensversicherer können ihre Verpflichtungen erfüllen”

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), hat mit Blick auf die Solvabilitäts- und Finanzberichte der Versicherer zum ersten Geschäftsjahr unter Solvency II vor Fehlinterpretationen gewarnt.

HGF Fuerstenwerth DTB8124-Kopie in Lebensversicherer können ihre Verpflichtungen erfüllen

Jörg von Fürstenwerth: “Die Bedeckungsquote ist eine Zahl unter vielen.”

“Neben einer Vielzahl von Informationen zu Kapitalausstattung, Kapitalanlagen und Risikokalkulation veröffentlichen Versicherer hier auch ihre jeweilige Bedeckungsquote. Die gibt das Verhältnis der verfügbaren zu den aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmitteln an. Und natürlich kann die Bedeckungsquote zum Vergleich der Stabilität von Versicherungsunternehmen herangezogen werden – als eine Zahl unter vielen und als ein erster Anhaltspunkt”, erläutert er in seiner Kolumne auf der Homepage des GDV.

Es sei allerdings ein Irrglaube zu meinen, die Kapitalstärke eines Unternehmens auf eine einzige Kennzahl reduzieren zu können. Dazu bedürfe es differenzierterer Analysen: “Heute und erst recht in der Zukunft.”

“Ausreichend Kapital, um Risiken zu stemmen”

Gerade vor diesem Hintergrund sei es sehr betrüblich, dass es immer wieder zu Fehlinterpretationen komme. “Erst heute Morgen war das wieder mein Eindruck – ausgerechnet bei der Lektüre der Titelseite der größten deutschen Tageszeitung. Richtig ist: Lebensversicherer können ihre Verpflichtungen erfüllen. Wer etwas anderes behauptet, hat das in der Tat komplexe Regelwerk Solvency II nicht verstanden – oder will es nicht verstehen”, so von Fürstenwerth.

Unternehmen mit einer Bedeckungsquote von 100 Prozent verfügten über ausreichend Kapital, um Risiken zu stemmen, die statistisch maximal alle 200 Jahre eintreten. „Ich möchte daran erinnern, dass der durchschnittliche Wert der deutschen Lebensversicherer bei etwa 340 Prozent liegt.“ (kb)

Foto: GDV

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1 Kommentar

  1. 100 % Bedeckungsquote reichen aus, um das Risiko einer Insolvenz auf einmal in 200 Jahren zu begrenzen, meint der GDV. Richtig! Diese ist dann jährlich immer noch halb so wahrscheinlich, wie dass an einem Ort binnen Jahresfrist eine Jahrhundertflut auftritt, und 5 mal so so wahrscheinlich, dass dort in einem Jahr eine Jahrtausendflut auftritt.

    Wer meint, letztere würde erst in 1.000 Jahren kommen, wird womöglich bald mit dem Helikopter von seinem Dach gerettet werden müssen – sein Haus wird vielleicht schon beim nächsten Regen hinweggeschwemmt.

    Einmal in 200 Jahren bedeutet, dass von 200 Lebensversichern jedes Jahr einer insolvent wird. Oder von 70 Lebensversicherern alle drei Jahre einer.

    Einmal in 200 Jahren bedeutet, dass derjenige, der mit 20 Jahren ein Rentenversicherung abschließt, nur eine zwei zu drei Chance hat, dass sein Versicherer bis zur letzten Rentenzahlung mit 100 noch nicht insolvent geworden ist. Ein Drittel der Lebensversicherer überleben also bis dahin nicht, weil sie vorher insolvent werden.

    Kommentar von Peter Schramm — 7. August 2017 @ 13:36

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