17. Februar 2017, 08:15
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“Makler müssen die Zone der strukturierten Bequemlichkeit verlassen”

Dr. Stefan Knoll, Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, hat mit Cash. über die Neuauflage des Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) und das notwendige Umdenken im Pflege-Vertrieb gesprochen.

Makler müssen die Zone der strukturierten Bequemlichkeit verlassen

Stefan Knoll, DFV: “Der Makler muss das Thema aktiv und offensiv ansprechen und dem Kunden klar machen, dass es ohne private Pflegevorsorge nicht mehr weiter geht.”

Cash.: War die Ablösung der bisherigen drei Pflegetarife durch fünf Pflegegrade aus Ihrer Sicht erforderlich und sinnvoll?

Knoll: Ja. In Tat bringt das PSG II einige Verbesserungen für die Pflegebedürftigen. Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungssystem waren schon lange erforderlich, um der tatsächlichen Lebensrealität gerecht zu werden.

Die fünf Pflegegrade ermöglichen künftig allen Pflegebedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung, unabhängig davon, ob sie von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen betroffen sind. Die Finanzierungslücke im Pflegefall wird jedoch auch durch das PSG II nicht geschlossen.

Schaut man auf den Vertrieb der Pflegezusatzversicherung hierzulande, scheinen viele Menschen das Pflegerisiko nach wie vor auszublenden. Was sind die Gründe?

Die Gründe hierfür liegen vor allem bei den politischen Verantwortlichen, die offensichtlich kein Interesse daran haben, die Deutschen aufzuklären. Im Wahljahr 2017 fehlt der Mut, diese aktiv darauf hinzuweisen, dass private Pflegevorsorge trotz des PSG II unabdingbar bleibt! Deshalb habe ich mich des Themas persönlich angenommen.

Beispielsweise bieten wir die Weiterbildung zum zertifizierten Pflegeberatungsexperten für Makler an, damit diese mit fundiertem und nachhaltigem Wissen den Kunden aufklären können. Zusätzlich habe ich bereits im Jahr 2012 die Gründung der Stiftung “PflegeZukunft gestalten” initiiert, um das Thema Pflegevorsorge in die Breite der Gesellschaft zu tragen.

Welchen Rat geben Sie Vermittlern und Maklern, um das Thema Pflege beim Kunden zu platzieren?

Die Makler müssen die Zone der strukturierten Bequemlichkeit verlassen. Das heißt, “Boots on the ground” – einer muss die Tür eintreten! Der Makler muss das Thema aktiv und offensiv ansprechen und dem Kunden klar machen, dass es ohne private Pflegevorsorge nicht mehr weiter geht.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Andreas Varnhorn

Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen Cash.-Ausgabe 3/2017.

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