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28. August 2017, 06:00
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“Versicherte vor oszillierenden Prämien schützen”

Der Bund der Versicherten (BdV) fordert striktere Regeln bei den Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung. “Es ist den Verbrauchern nicht vermittelbar, dass die Prämienhöhe einer so wichtigen Versicherung scheinbar willkürlich schwankt”, sagt Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Der PKV-Verband plädiert schon seit längerer Zeit für eine Verstetigung der Beitragsanpassungen.

Kleinlein in Versicherte vor oszillierenden Prämien schützen

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV: “Die noch regierende Große Koalition hatte sich vor vier Jahren darauf verständigt, in Sachen PKV untätig zu sein.”

“Eine Prämienänderung sollte nur dann erfolgen, wenn tatsächlich und nachhaltig die Kalkulation des Versicherers fehlgeschlagen ist”, fordert Kleinlein. Kurzfristige Änderungen sollten jedoch nicht direkt auf die Versicherten umgewälzt werden können.

Anstatt die Versicherten mit “oszillierenden Prämien” zu verunsichern, sollten die PKV-Unternehmen aus Sicht von Kleinlein für eine stabile Prämie sorgen und bei der Tarifkalkulation von vornherein Faktoren wie Inflation, medizinischen Fortschritt und Änderungen der Lebenserwartung hinreichend einkalkulieren.

Der PKV-Verband hat vor längerer Zeit Vorschläge gemacht, wie sich eine Verstetigung der Beitragsanpassungen rechtlich ermöglichen ließe. “Doch der Gesetzgeber hat dies bislang leider nicht aufgegriffen. Und so kam es zuletzt zu einigen besonders gravierenden Beitragsanpassungen“, erklärt Volker Leienbach, Direktor des Verbandes. Das habe Verunsicherung und bisweilen auch Verärgerung ausgelöst.

Thema soll wieder auf politische Agenda

“Schließlich weiß man aus Umfragen: Wenn die Preise schon ansteigen müssen, dann ist den Menschen eine Entwicklung in regelmäßigen kleinen Schritten deutlich lieber als ein Anstieg in zwar seltenen, dafür aber größeren Sprüngen”, so Leienbach. Geht es nach den PKV-Anbietern, soll das Thema in der nächsten Legislaturperiode wieder auf die politische Agenda kommen.

Das hält auch Kleinlein für dringend erforderlich: “Die noch regierende Große Koalition hatte sich vor vier Jahren darauf verständigt, in Sachen PKV untätig zu sein. Das hat sie auch eingehalten. Jetzt ist es endlich an der Zeit, die Privatversicherten als Verbraucher ernst zu nehmen und sich auch um deren Belange zu kümmern”, sagt er. “Wir brauchen politische Entscheider, die die Versicherten vor oszillierenden Prämien schützen.” (kb)

Foto: BdV

1 Kommentar

  1. In der GKV steigen die Beiträge für viele Versicherte zweimal jährlich. Preistreiber sind dort Gehaltssteigerungen, Erhöhung der BBG und Erhöhung der Zusatzbeiträge. Obwohl dort der Durchschnittsbeitrag seit Einführung des Bundeszuschusses (2004) sogar stärker als der Höchstbeitrag gestiegen ist, wird darüber kaum berichtet. In der Tat wäre es hilfreich, wenn es auch in der PKV scheibchenweise Erhöhungen geben dürfte, nach Möglichkeit einmal jährlich. Viel zu weit jedoch geht meiner Meinung nach die Forderung von Herrn Kleinlein, die künftige Inflation, den med. Fortschritt und die steigende Lebenserwartung schon in die heutigen Beiträge einzupreisen. Erstens kann dies niemand seriös für Jahrzehnte vorausberechnen und zweitens wären die daraus resultierenden Beiträge aus den heutigen Einkommen nicht zu finanzieren. Nachdenkenswert wäre jedoch eine geplante schrittweise Absenkung des Höchstrechnungszinses innerhalb von z.B. 5 Jahren auf das jeweilige Niveau der Lebensversicherer (akt. 0,9 %). Außerdem wäre es hilfreich, Untergrenzen für die planmäßigen Zuführungen zu den Alterungsrückstellungen (AR) einzuführen und zu verbieten, dabei sog. Stornogewinne einzukalkulieren. Ebenso sollte die aktuelle planmäßige Zuführung zu den AR bereits im Angebot ausgewiesen werden müssen.

    Kommentar von KV-Coach Christoph Lampe — 28. August 2017 @ 09:14

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