Anzeige
Anzeige
11. August 2017, 06:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV-Tarife: Die Gründe hinter den Beitragserhöhungen

Die ungewohnten Beitragssprünge in der privaten Krankenversicherung haben bei den Versicherten Verärgerung ausgelöst. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, erläutert in seinem Gastbeitrag die Gründe für die Erhöhung und übt Kritik am Gesetzgeber.

PKV-Tarif

PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach: “Aus Umfragen weiß man: Wenn die Preise schon ansteigen müssen, dann ist den Menschen eine Entwicklung in regelmäßigen kleinen Schritten deutlich lieber als ein Anstieg in zwar seltenen, dafür aber größeren Sprüngen.”

Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und in der privaten Krankenversicherung (PKV) entwickeln sich seit vielen Jahren sehr ähnlich.

Von 2007 bis 2017 zeigt sich für die GKV ein Anstieg der Beitragseinnahmen pro Kopf um 37 Prozent, die PKV verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 35 Prozent.

Einnahmen der GKV wachsen automatisch an

Umgerechnet ergibt sich damit seit 2007 ein durchschnittlicher Anstieg um 3,2 Prozent pro Jahr in der GKV, verglichen mit 3,0 Prozent pro Jahr in der PKV. Darin sind die aktuellen Beitragsanpassungen in den PKV-Tarifen bereits berücksichtigt.

Nun wachsen die Einnahmen der GKV quasi automatisch an: So wird ihr Beitragssatz bei jeder Gehaltserhöhung vom gestiegenen Einkommen abgezogen. Überdies erhöht sich jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenze – allein 2017 – um 1.350 auf 52.200 Euro Jahres-Bruttogehalt.

Diese regelmäßigen jährlichen Anpassungen gibt es in der PKV nicht. Erst wenn gewisse Schwellenwerte erreicht werden, was durchaus mehrere Jahre dauern kann, darf und muss sie ihre Tarifkalkulation überprüfen.

Abrupter Anstieg durch nachholende Anpassung

Durch diese nachholende Anpassung kann auf längere Phasen der Beitragsstabilität unvermittelt ein abrupter Anstieg folgen. Wobei dies in der aktuellen Anpassungsrunde nicht nur auf eine erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zurückzuführen ist, sondern auch auf das seit Jahren fallende Zinsniveau.

Auf diese Tendenz am Kapitalmarkt haben die PKV-Unternehmen bei der Kalkulation ihrer neuen “Unisex”-Tarife vorsorglich reagiert und den sogenannten Rechnungszins, der seit Jahrzehnten branchenweit bei 3,5 Prozent lag, abgesenkt.

Dieses Vorgehen wäre auch für viele Bestandstarife angeraten gewesen. Doch die gesetzlich verankerten Beitragsanpassungsregeln für die PKV legen fest: Eine Anpassung darf nur erfolgen, wenn einer von zwei sogenannten “auslösenden Faktoren” erreicht wird. Diese betreffen die Leistungsausgaben und die Lebenserwartung.

Seite zwei: Ungewohnte Beitragssprünge durch Kompensation

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Börsen-Ausblick 2018 – Altersvorsorge – Immobilienmarkt Deutschland – Finanzvertrieb-Trends

Ab dem 14. Dezember im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Ergo kappt Verzinsung 2018 nur teilweise

Die Lebensversicherungskunden der Ergo müssen sich 2018 nur teilweise auf sinkende Überschüsse einstellen. Die laufende Verzinsung bleibt bei den Töchtern Victoria Leben mit 2,05 Prozent und bei Ergo Direkt mit 2,75 Prozent stabil. Für die Kunden der Ergo Leben sinkt sie hingegen um 0,2 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Zinspolitik: So wirken sich die Entscheidungen von Fed und EZB aus

Am Mittwoch beschloss die amerikanische Notenbank Federal Reserve eine weitere Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank entschied am Donnerstag, den Leitzins in der Eurozone nicht anzuheben. Der Finanzdienstleister Dr. Klein kommentiert, wie sich diese Entscheidungen auswirken.

mehr ...

Investmentfonds

“EZB stimmt Investoren auf ruhiges Jahresende ein”

Will man die Sitzungen der US-amerikanischen- (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche zusammenfassen, reicht ein Wort: “un­spek­ta­ku­lär”. Das trifft auch auf die Ergebnisse zu, die die Märkte so bereits erwartet haben. Cash. hat Reaktionen auf die Entscheidung der EZB zusammengefasst:

mehr ...

Berater

Finanzen 2018: Deutsche wieder optimistischer

Die Bundesbürger sind mit Blick auf ihre eigenen finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten optimistischer als im vorigen Jahr. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Postbank hervor. Die Zuversicht ist demnach jedoch nicht in allen Teilen der Gesellschaft gleich stark ausgeprägt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance zapft US-Autofahrer an

Der Asset Manager Deutsche Finance Group aus München investiert über einen institutionellen Zielfonds in den Aufbau eines Tankstellenportfolios in den USA.

mehr ...

Recht

Versicherungsanlageprodukte: Vermittlung nach Umsetzung der IDD

Die Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtline IDD in deutsches Recht bringt auch neue Anforderungen an die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten mit sich. Konkrete Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln ergeben sich aus der “Delegierten Verordnung” der EU.

mehr ...