23. Juli 2018, 13:08
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Provisionen: BdV fordert doppelten Deckel

Die Bundesregierung überarbeitet die Provisionsregeln von Lebensversicherungen und arbeitet an deren Deckelung. Das ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) begrüßt das Vorhaben und fordert daneben noch einen Deckel bei den Verwaltungskosten.

Kleinlein in Provisionen: BdV fordert doppelten Deckel

Der BdV fordert eine Deckelung der Provisionen und Verwaltungskosten. “In Sachen Kosten brauchen wir harte Leitplanken. Beschränkung der Abschlusskosten und Beschränkung der Verwaltungskosten”, fordert Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

 

“Der Provisionsdeckel alleine reicht nicht, sonst verlagern die Unternehmen die Belastungen in die Verwaltungskosten und unterm Strich bleibt alles beim alten“, gibt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein zu bedenken. “In Sachen Kosten brauchen wir harte Leitplanken: Beschränkung der Abschlusskosten und Beschränkung der Verwaltungskosten – ohne Schlupflöcher.“

Harte Leitplanken – ohne Schlupflöcher

Bereits das in 2014 erlassene Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) sollte eine Senkung der Provisionen und Abschlusskosten bewirken. Doch die Maßnahmen haben nicht gegriffen. „Endlich wird Klartext geredet und zugegeben, dass die Versicherungsunternehmen eigentlich seit 2014 die Provisionen merklich senken sollten, das aber einfach nicht gemacht haben“, so Kleinlein.

Eine Deckelung der Provisionskosten sei der richtige Schritt, um spürbar Abhilfe zu schaffen. Entscheidend dabei sei jedoch die Höhe des Provisionsdeckels und dass alle Schlupflöcher gestopft werden.

“Das Ziel der Aufsichtsbehörde, Provisionen zwischen 2,5 Prozent und vier Prozent der Beitragssumme zuzulassen, gibt dem Provisions-Missbrauch weiterhin zu viel Raum. Alles was als Provision über 1,5 Prozent der Beitragssumme hinausgeht, ist unredlich“, kritisiert Kleinlein. Die einzige echte Alternative zu einem spürbaren Provisionsdeckel sei letztlich ein Provisionsverbot.

Verteilung der Provisionen auf zehn Jahre

Auch bei der Verteilung der Provisionen sieht der BdV Handlungsbedarf. Er fordert eine Verteilung der Provisionen auf mindestens zehn Jahre, statt sie auf einen Schlag zu Beginn des Vertrages der Kundschaft anzulasten. “Nur, wenn Provisionen verteilt werden, haben Vermittler einen Anreiz, die Kundinnen und Kunden auch nachhaltig gut zu betreuen. Bei Riester-Verträgen werden schon heute die Provisionen verteilt. Das sollte auch bei allen anderen Vorsorgeprodukten geschehen“, sagt Kleinlein.

Der doppelte Deckel

Darüber hinaus fordert der BdV auch eine Beschränkung der Verwaltungskosten. Ansonsten bliebe der Provisionsdeckel wirkungslos. Es muss verhindert werden, dass Provisionen nur umbenannt werden und als Verwaltungskosten dann doch wieder den Versicherten schaden. Der BdV ist bei diesen Umgehungstatbeständen auch bereits juristisch aktiv:

“Wir stehen bald vor einigen Gerichten um dagegen zu kämpfen, dass die Unternehmen durch zu hohe Verwaltungskosten eine Provisionsbeschränkung umgehen“, so Kleinlein. Der BdV fordert daher den doppelten Deckel: “Wir fordern einen doppelten Kostendeckel – eine Beschränkung der Abschlusskosten und eine Beschränkung der Verwaltungskosten.“ (dr)

2 Kommentare

  1. Ich schließe mich dem Kommentar von Herrn Hellweg weitestgehend an.
    Verbände wie der BdV benötigen Feindbilder, sonst hätten Sie ja auch keine Existenzberechtigung mehr.
    Fakt ist, dass im Versicherungssegment regulatorisch eingegriffen wird. Das allein ist schon fragwürdig in einer freien Marktwirtschaft. Aber Merkel und den anderen Sozialisten sei Dank, man reitet weiter auf der Versicherungsbranche herum. Wenn seit Beginn des Jahres schon mehr als 10.000 Vermittler die Segel gestrichen haben, dann reicht es denen noch immer nicht. Die Automobilkonzerne werden weiterhin vom Gesetzgeber weitgehend geschützt, ist es doch das Aushängeschild der deutschen Industrie. Die kleinen Versicherungsfuzzys, die leider auch überhaupt keine gute Lobbyarbeit machen, kann man weiter publikumswirksam transalieren. Dass der Verbraucher, den die Parteien dann ja bei den Wahlen als das Maß aller Dinge sehen, stets die Wahl hat, einen Vertrag abzuschließen, oder auch nicht, wird hier total übersehen. Herrn Kleinlein darf man deshalb aber nicht böse sein, er probiert mit solchen Mitteln nur sein Gehalt zu mehren. Letztlich auf Kosten der Verbraucher. Mir tut er mit seinem begrenzten Horizont allerdings leid. Ob diese eingeschränkte Sichtweise aufgrund offensichtlicher Synapsensperre für einen Antrag auf BU-Rente reicht, wäre allemal einen Leistungsantrag wert.

    Kommentar von Jörg Falckenberg — 25. Juli 2018 @ 15:01

  2. Diese Forderungen zeigen einmal mehr, dass Hr. Kleinlein nur ein vollkommen ahnungsbefreiter Hetzer gegen Versicherungsmakler ist. Ihm gehen praktische Erfahrungen im Beratungsalltag völlig ab. Wären diese vorhanden, wüsste er, dass Kunden unter Betreuung etwas verstehen, dass die meisten bereits leisten. Dies verhindert jedoch nicht, dass Kunden ihr Lebensmodell verändern oder plötzlich wirtschaftlichen Zwängen unterliegen. Jemand muss mir nun einmal erklären, warum Immobilienmakler, Autoverkäufer oder Möbelhändler Ihre Erlöse nicht zurückzahlen müssen, wenn der Kunde es sich nach 1-10 Jahren doch noch einmal anders überlegt? Oder das Geld reicht für den Unterhalt des Fahrzeugs nicht mehr und man muss es unter erheblichem Verlust wieder verkaufen. Warum schreien alle diese “Meinungsmacher” immer nur gegen Provisionen? Die Tatsache, dass die meisten Privatkunden sehr froh sind, wenn sie für eine fundierte Beratung kein Honorar bezahlen müssen. Diesen Erfahrungswerten verschließt sich Hr. Kleinlein mit aller Ignoranz und Starrsinnigkeit. Auf das Durchschnittsverdiener und -Verbraucher bald keine Beratungsleistung mehr erhalten mögen, nicht wahr Hr. Kleinlein? Oder sollen wir alle demnächst im Ehrenamt tätig werden, damit Sie glücklich sind?

    Kommentar von Frank Hellweg — 25. Juli 2018 @ 14:39

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