30. April 2018, 14:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rezeptur mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhält wegen der geplanten Senkung der Krankenkassenzusatzbeiträge weiter starken Gegenwind. Gesundheitsökonomen befürchten Gefahren für weniger finanzstarke Kassen.

Rezeptur mit unerwünschten Nebenwirkungen

Die Kritik will nicht abreißen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn’s Pläne zur Senkung der Zusatzbeiträge stoßen bei Experten auf wenig Gegenliebe.

Führende Gesundheitsexperten warnen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) davor, die Zusatzbeiträge reicher Krankenkassen zu senken.

Erzwungene Senkungen könnten die Mitgliederwanderung von Kassen mit hohen Zusatzbeiträgen zu solchen mit niedrigeren beschleunigen, erklärte unter anderem der Duisburger Gesundheitsökonom und Regierungsberater Jürgen Wasem in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Montag).

Die von der Abwanderung betroffenen Kassen “müssen ihre Zusatzbeiträge weiter erhöhen, was eine “Todesspirale” in Gang setzen könne.

Reform des Finanzierungssystems gefordert

Der Vizevorsitzende des vom Ministerium berufenen Sachverständigenrats Gesundheit, Eberhard Wille, hält eine Senkung der Zusatzbeiträge bei Kassen mit hohen Rücklagen für begründet, dennoch befürchtet er fatale Nebenwirkungen für andere Kassen, denen es wirtschaftlich schlechter gehe. Spahn hat angekündigt, Kassen mit hohen Finanzreserven zu verpflichten, diese abzubauen – etwa durch Senkung des Zusatzbeitrags. Daraus ergebe sich ein Entlastungsvolumen von rund vier Milliarden Euro.

Wasem empfahl stattdessen eine schnelle Reform des Finanzierungssystems. Die sei zwar von Spahn angekündigt, komme allerdings nicht schnell genug.

“Wenn man an dem Zeitplan festhalten will, braucht man eine Übergangsregelung, die Krankenkassen mit sehr schlechter finanzieller Situation hilft, damit sie nicht unter dem Druck zahlreicher Abwanderungen kollabieren”, erläuterte er. (dpa-AFX/dr)

Foto: Laurence Chaperon

 

Mehr Beiträge zum Thema GKV:

Krankengeld: Die wichtigsten Fakten

Ranking: Die kundenorientiertesten Krankenkassen

GKV: Verbraucher verschenken Zusatzbeiträge in Milliardenhöhe

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...