28. Mai 2018, 06:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Unfallversicherung: “Die Spirale dreht sich immer weiter”

Cash. sprach mit Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Ratingagentur 
Franke und Bornberg, über die neuen Entwicklungen in der privaten Unfallversicherung, die Konzeptvielfalt und die daraus resultierenden Herausforderung für den Vertrieb.

Unfallversicherung: Die Spirale dreht sich immer weiter

Michael Franke: “Der Trend geht eindeutig zu einem Plus an Leistung.”

Cash.: Sie haben den Markt der Unfallversicherung umfassend durchleuchtet. Wie viele Tarife gibt es aktuell, welche stechen besonders hervor?

Franke: Wir haben aktuell rund 400 Angebote von über 100 Anbietern bewertet. Wir prüfen dabei das gesamte Leistungsspektrum eines Unfalltarifs von A wie Assistance bis Z wie zukünftige Bedingungsänderungen – also sogenannte Update-Garantien.

Im Rahmen des Ratingverfahrens teilen wir die Produkte anhand bestimmter Merkmale je nach Leistungsniveau in die beiden Kategorien Grundschutz und Topschutz ein.

Für unsere Spitzenbewertung FFF muss ein Tarif neben einer durchgängig hohen Bewertung in den rund 60 Einzelkriterien noch spezielle Mindeststandards erfüllen. Aktuell erreichen etwa 30 Prozent der Produkte dieses Top-Niveau – erfreulicherweise mit steigender Tendenz.

Welche Trends und neuen Entwicklungen sehen Sie im Bereich Unfallsicherungen?

Der Trend geht eindeutig zu einem Plus an Leistung. Viele Versicherer bieten mittlerweile mehrere Tariflinien an mit abgestuften Leistungsversprechen und damit auch verschiedenen Preisniveaus.

Gerade die Toplinien werden dabei immer weiter aufgerüstet, sei es durch steigende Höchstbeträge zum Beispiel für Bergungskosten oder kosmetische Operationen, stetige Erhöhung des leistungsunschädlichen Mitwirkungsanteils von Krankheiten oder der Ausweitung des Unfallbegriffs.

Diese Spirale dreht sich immer weiter und aus unserer Sicht ist hier auch noch kein Ende abzusehen. Ein weiterer Trend führt zu einer gänzlich anderen Systematik des Leistungsversprechens mit einer Entschädigungsleistung des Kunden nach Art der Haftpflichtversicherung. Ob sich dieses neue Konzept der Unfallversicherung durchsetzen wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Sie sprechen von einer sehr komplexen Produktlandschaft, die auch die Beratung extrem anspruchsvoll macht. Wem nutzt diese Vielfalt und macht sie überhaupt noch Sinn?

Franke: Grundsätzlich ist eine große Vielfalt an Angeboten mit unterschiedlichen Leistungsniveaus natürlich zu begrüßen, da es dadurch gelingen kann, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen.

Nicht jeder Kunde wünscht sich schließlich das High-end-Produkt mit allen möglichen Einschlüssen, das dann jedoch auch entsprechend viel kostet.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Kernleistung der Unfallversicherung nicht aus dem Blick gerät und kundenindividuell auf das richtige Zusammenspiel von Versicherungssumme, Progression und Gliedertaxe geachtet wird.

Seite zwei: Auflösung des klassischen Unfallbegriffs

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Allianz fürchtet keine großen Versicherungsschäden wegen Coronavirus

Europas größter Versicherer Allianz fürchtet für sich keine hohen Belastungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus. Die Versicherung von Unternehmen gegen Betriebsunterbrechungen greife in der Regel nur, wenn die Ursache ein echter Sachschaden sei, sagte Allianz-Finanzchef Giulio Terzariol am Freitag bei der Bilanzvorlage in München.

mehr ...

Immobilien

Deutscher Wohnimmobilienmarkt weiterhin unter Druck

Das Jahr 2019 zeichnete sich durch eine unverändert hohe Dynamik am Wohnimmobilienmarkt aus. Bestimmende Faktoren hierfür waren zum einen die starken Wanderungsgewinne aus dem Ausland in den vergangenen Jahren, die Deutschland mit 83 Millionen Einwohnern eine neue Rekordmarke beschert haben. Zum anderen sorgen Veränderungen in den Haushaltstrukturen sowie dem Wohnverhalten auch zukünftig dafür, dass der bereits bestehende Druck auf die Wohnungsmärkte weiter wächst.

mehr ...

Investmentfonds

Gold und Palladium mit neuen Höchstständen

Das Umfeld für Edelmetalle bleibt auch in diesem Jahr vielversprechend. Während Palladium sogar ein neues Rekordhoch geschafft hat, klettert der Goldpreis in die Nähe eines frischen Mehrjahreshochs. Noch intensiver fällt die Aufwärtsentwicklung aber umgerechnet in Euro aus: Hier verstärkt die aktuelle Euroschwäche den Anstieg und das Edelmetall markiert täglich neue Rekordstände.

mehr ...

Berater

Ströh: „Die agilen Player sind das größte Risiko“

Die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf. Und zwingt Versicherer und Vertriebe zu Veränderungen. Cash. sprach mit Manuel Ströh, Gründer des Insurtechs Mobilversichert, über den Umbruch, die Risiken, Getriebene und Treiber und das Herzstück des modernen Vertriebs.

mehr ...

Sachwertanlagen

Medienbericht: P&R-Gründer Heinz Roth verstorben

Heinz Roth, der Gründer des insolventen Containeranbieters P&R, ist einem Bericht zufolge schon Mitte Dezember letzten Jahres im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. 

mehr ...

Recht

BGH: Händler haftet nicht für Kundenbewertungen auf Amazon

Ein Händler haftet grundsätzlich nicht für Kunden-Bewertungen auf Amazon. Dies entschied am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Damit unterlag in letzter Instanz der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), der erreichen wollte, dass Bewertungen zu einem Tape gelöscht werden.

mehr ...