4. Juli 2017, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Haftpflichtartige Unfallpolicen: Höheres Haftungsrisiko für Vermittler

Die neuen haftpflichtartigen “Verwandten” der Unfallversicherung, bei denen der Versicherer den entstandenen Schaden so ersetzt, als sei er selbst der Unfallverursacher, können das Risiko für Vermittler erhöhen, vom Kunden in Haftung genommen zu werden.

Haftpflichtartige Unfallpolicen

Für die Vermittler stellt sich die Frage, wie sie im Tarif-Dschungel den Überblick behalten. Zumal die neuen Tarife eine noch intensivere Beratung erfordern und das Haftungsrisiko erhöhen.

Während die klassische Unfallversicherung eine Summenversicherung ist, bei der sich die ausgezahlte Einmalleistung an Invaliditätsgrad und Progression bemisst, gibt es immer mehr Tarife, die von diesem Konzept abweichen. Ein Invaliditätsgrad nach Gliedertaxe ist hier nicht maßgeblich.

Ausgleich von Einkommensverlusten

Als Beispiele nennt Ellen Ludwig, Geschäftsführerin des Analysehauses Ascore, die Unfallpolice “Unfall Individual” der Bayerischen oder den Tarif “Gleichgewicht” von Prokundo.

Diese Unfallversicherungen zahlen für Unfallfolgen wie Verdienstausfälle, Pflegekosten, Renteneinbußen oder sorgen für einen Ausgleich von Einkommensverlusten.

Der Invaliditätsgrad spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, die Versicherungsleistung wird durch einen unfallbedingten dauerhaften Schaden ausgelöst.

Da klassische Unfallpolicen eine lange Tradition haben, bleibt nach Einschätzung von Ludwig abzuwarten, wie die neuen haftpflichtartigen Verwandten von Kunden und Vermittlern aufgenommen werden.

Gute Marktchancen

Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse Darmstadt, schätzt die Marktchancen der haftpflichtartigen Unfallpolicen tendenziell gut ein: “Der Vorteil dieses Produktansatzes: Sowohl der Versicherungsvermittler als auch der Versicherte müssen sich nicht die Frage stellen, ob der vereinbarte Versicherungsschutz noch ausreichend ist. Dieser passt sich quasi automatisch an. Auf der anderen Seite werden diese Produkte noch etwas Zeit benötigen, um ausgereift am Markt Fuß zu fassen.”

Einen Nachteil sieht er allerdings darin, dass eben nur der entstandene Schaden ersetzt wird und nicht mehr. Hier habe die klassische Unfallversicherung einen klaren Vorteil.

Seite zwei: Höheres Haftungsrisiko für Vermittler

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

bAV-Reform: Garantieverzicht – die einzige Möglichkeit auf realen Zugewinn

Das Niedrigzinsniveau dürfte durch die Coronakrise und die Geldpolitik der EZB für das gesamte Jahrzehnt zementiert sein. Vor dem Hintergrund wird auch für die betriebliche Altersvorsorgung die Möglichkeit eines vollständigen Garantieverzichts diskutiert. Wie eine bAV-Reform aussehen müsste. Von Dr. Friedemann Lucius, Vorstandsvorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS).

mehr ...

Immobilien

Marc Drießen startet mit Bloxxter erste Token-Emission

Das Hamburger Start-Up Bloxxter kündigt den Start seines ersten Projekts „Städtisches Kaufhaus und Reclam-Carrée Leipzig“ an. Die Emission hat ein beachtliches Volumen und erfolgt rein digital, soll aber auch freie Finanzvermittler einbinden. Dahinter steht ein bekanntes Gesicht in der Sachwertbranche.

mehr ...

Investmentfonds

Wie Privatanleger vom Boom bei Homeoffice profitieren können

Die globale Multi-Asset-Investitionsplattform eToro startet ein neues Portfolio, das Privatanlegern ermöglichen soll, in eine Reihe von Unternehmen zu investieren, die wesentlich vom Boom “Remote Work”, also dem Arbeiten von zu Hause, profitieren.

mehr ...

Berater

Rekrutierung: “Am unternehmerischen Erfolg partizipieren”

Cash.-Interview mit Alexander Lehmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Maklerpool Fondskonzept, über erfolgreiche Methoden und Strategien bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...