1. Oktober 2019, 08:34
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30 Jahre Mauerfall: Finanzielle Einheit mit Hindernissen

Anlässliche des 30-jährigen Jubiläums zum Mauerfall offenbart eine Studie erschreckende Erkenntnisse hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten und Ausstattungen zwischen West- und Ostdeutschland.

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Ostdeutsche können häufiger überhaupt nichts sparen (22 Prozent) als Westdeutsche (18 Prozent). Zwar können 30 Prozent der Ostdeutschen bis zu unter 100 Euro monatlich zurücklegen (im Westen jeder Vierte), allerdings sind die Westdeutschen häufiger in den höheren Sparbeträgen vertreten.

So kann jeder Fünfte (21 Prozent) im Westen der Republik über 300 Euro monatlich sparen – im Osten ist dies jedoch nur für 14 Prozent der Studienteilnehmer möglich. Jeder Zehnte (11 Prozent) im Westen kann sogar mehr als 500 Euro sparen gegenüber nur 8 Prozent in Ostdeutschland. Westdeutsche können insgesamt deutlich höhere Geldsummen sparen als Ostdeutsche. Als Hauptgrund für das Nichtsparen nennen rund drei Viertel der Deutschen – 75 Prozent im Osten und 76 Prozent im Westen – dass es ihre finanzielle Situation derzeit nicht erlaubt. Fast jeder Zehnte ostdeutsche Befragte (9 Prozent versus 6 Prozent im Westen) nennt dagegen als Grund, dass er es sich lieber jetzt gut gehen lasse.

Ostdeutsche fürchten sich stärker vor Altersarmut

Das eingeschränkte Sparverhalten führt bei Ostdeutschen zu einer düsteren Prognose für die eigene Rente: 22 Prozent der Ostdeutschen halten es für sehr wahrscheinlich, im Alter von Armut betroffen zu sein, im Westen sind es nur 17 Prozent. Weitere 27 Prozent in Ost wie West sagen, es sei eher wahrscheinlich, im Alter arm zu sein. Im Osten fürchtet sich also fast jeder Zweite (49 Prozent) vor Altersarmut und im Westen sind es 44 Prozent.

Bundesweit besteht Einigkeit bei Ursachen für Armut

Die drei am häufigsten genannten Gründe für Armut im Alter sind ein geringes Einkommen (68 Prozent), Arbeitslosigkeit (51 Prozent) und Fehlentscheidungen in der Politik (46 Prozent). Gerade bei den letzten beiden Punkten klaffen Ost und West auseinander. So identifizieren 55 Prozent der Ostdeutschen eine fehlende Beschäftigung als Hauptursache für Altersarmut, aber nur jeder Zweite in Westdeutschland.

Nahezu jeder zweite Ostdeutsche (49 Prozent) sieht sogar falsche Entscheidungen in der Politik als Armutsverursacher im Alter – gegenüber 45 Prozent im Westen. Auffallend sind zudem die Unterschiede bei den Fehlzeiten durch Kinder, z.B. Elternzeit und Teilzeit. Hier sehen 38 Prozent der Westdeutschen einen Grund für Altersarmut gegenüber 32 Prozent der Ostdeutschen. Diese Differenzen können an infrastrukturellen Voraussetzungen in den jeweiligen Regionen Deutschlands begründet liegen.

Seite zwei: Konservatives Sparverhalten der Deutschen trifft auf Krypto-Ausreißer im Osten

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