2. Juli 2019, 11:04
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Burnout: 115 Prozent mehr Fälle seit 2007

Immer mehr Menschen fühlen sich depressiv und ausgebrannt. Das hat jetzt eine Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zum Tag der Workaholics am 5. Juli 2019 ergeben. Demnach diagnostizierten Ärzte 2017 bei rund 24.500 Versicherten ein Burnout-Syndrom – ein drastischer Anstieg von rund 115 Prozent gegenüber dem Jahr 2007.

AckerII in Burnout: 115 Prozent mehr Fälle seit 2007

Besonders betroffen sind die Berufstätigen älterer Generationen und Arbeitnehmer kurz nach Renteneintritt: So registrierte die KKH bei den 50- bis 69-Jährigen nicht nur die meisten Burnout-Fälle, sondern auch den größten Anstieg um rund 170 Prozent, bei den Männern sogar um rund 260 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Burnout ist häufig Zusatzdiagnose

„Unter anderem können chronischer Stress sowie Überbelastung in Beruf und Privatleben, aber auch Arbeitssucht zu einem Burnout-Syndrom führen“, erläutert Jana Acker, KKH-Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Wer heute, vor allem als Mann, stressbedingten Druck und Schlafstörungen nicht kennt, gilt fast schon als nicht normal. Volle Terminkalender, kaum Zeit und Energie für das Genießen des Lebens gehören zum Alltag. „Männer sind in der Regel noch gefährdeter, immer die Nummer eins sein zu wollen und zu müssen“, erläutert Acker als einen der Gründe für den großen Anstieg.

Burnout wird häufig als Zusatzdiagnose im Zuge anderer, meist psychischer Erkrankungen wie Depressionen gestellt, die etwa durch Stress entstehen können. Auch da zeigen die KKH-Daten: Der Anteil der 50- bis 69- Jährigen mit Depressionen ist besonders hoch. Jeder fünfte Versicherte dieser Altersgruppe ist demnach betroffen, bei den 30- bis 39-Jährigen etwa ist es nur jeder neunte.

So ist der Burnout zu erkennen

„Das heißt nicht, dass es nicht schon vorher Probleme gab, aber eine psychische Erkrankung entwickelt sich meist langsam und wird erst später erkannt“, erläutert Acker. Der erste, aber auch der schwierigste Schritt für Betroffene ist, überhaupt zu erkennen, dass etwa Dauerstress und Arbeitssucht krank machen können.

Gerade Workaholics fällt dies besonders schwer, denn wer im Unternehmen mit dem eigenen Arbeitseinsatz protzt, zeigt Stärke und präsentiert sich als Leistungsträger. Zwar haben Achtsamkeit und Work-Life-Balance in der Arbeitswelt mittlerweile ihren Platz gefunden, die Lage hat sich aber dennoch nicht entspannt, wie die KKH-Zahlen zeigen.

Alarmierendes Erkennungszeichen eines Burnouts beziehungsweise einer Depression: völlige Erschöpfung. Aufstehen, Duschen, Kaffee kochen – all das, was sonst selbstverständlich zum Alltag gehört, wird immer mehr zur unüberwindbaren Kraftanstrengung.

Unbedingt Hilfe in Betracht ziehen

Wer einen Hausarzt hat, dem er vertraut, sollte das Thema so früh wie möglich ansprechen – am besten schon, wenn die ersten Symptome wie Schlafstörungen auftreten. „In einfacheren Fällen kann bereits ein Seminar oder ein Coach zum Thema Zeit- und Selbstmanagement helfen“, rät Jana Acker. Die KKH etwa bietet zertifizierte Online-Entspannungskurse an.

In schweren Fällen sollten Betroffene unbedingt die Hilfe eines Therapeuten in Betracht ziehen. „Wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist, wieder einen ausgewogenen Wechsel zwischen stressreichen, angespannten Situationen und Entspannung herzustellen. Diese für den Kopf und Körper wichtige Balance kann entscheidend dazu beitragen, kurzzeitigen Stress auch als etwas Positives und Aktivierendes wahrzunehmen und nicht als Belastung“, erläutert die KKH-Expertin.

 

Foto: KKH

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