11. Januar 2019, 15:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die Rente ist Bilanz einer Lebensleistung“

Steigende Furcht vor Altersarmut und Skepsis gegenüber der privaten Altersvorsorge erhalten dieser Tage große Aufmerksamkeit: Während der Sozialminister Nordrhein-Westfalens, Karl-Josef Laumann (CDU), verpflichtende Betriebsrenten einführen möchte, versucht Bundessozialminister, Hubertus Heil (SPD), dem Problem durch zusätzliche Beitragszahler, nämlich der Pflichtversicherung für alle Selbstständigen, zu begegnen. Was wirklich Zukunft hat. 

Rente in Die Rente ist Bilanz einer Lebensleistung“

Die Rente und ihre Ausgetaltung zur Vermeidung von Altersarmut ist erneut in die politischen Mühlen geraten.

Karl-Josef Laumann erklärte gestern auf der Rentenkonferenz des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums, dass die Rentenfrage ein Gerechtigkeitsthema innerhalb der Bevölkerung sei. Insbesondere die Ungleichbehandlung bei Betriebsrenten stoße ihm hierbei nach eigener Aussage negativ auf: Personen mit einem Jahreseinkommen über 75.000 Euro erhalten zu 75 Prozent auch eine Betriebsrente. Wer diese Schwelle nicht überschreitet, steht in der Regel schlechter da. Dort haben nur 15 Prozent der Beschäftigen Anspruch auf eine Betriebsrente.

F080F580-A6EF-4915-82B3-0D01F69246D1 in Die Rente ist Bilanz einer Lebensleistung“

Die Ausführungen von Sozialminister Laumann lassen sich weiter zuspitzen, wenn branchenspezifische Unterschiede hinzugenommen werden. So sind es vor allem die Branchen mit einem ausgeprägten Niedriglohnsektor, die ihren Beschäftigten keine Betriebsrenten anbieten.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie von Willis Towers Watson. Diese vergleicht Betriebsrenten anhand der Größe von Unternehmen. Ab 500 Beschäftigten ermöglichen 95 Prozent der Unternehmen die Absicherung mithilfe einer Betriebsrente. Diese beträgt in der Regel zwischen 4,4 und 4,8 Prozent vom letzten Bruttogehalt. Auch dort sind Unterschiede nach Hierarchie- und demzufolge auch Gehaltsstufen zu erkennen: Führungskräfte sind gegenüber Mitarbeitern bevorteilt.

Ist das Ende von Riester eingeleitet?

Das ursprüngliche Modell einer allgemeinen privaten Altersvorsorge, Riester, erhält eine weitere Absage aus der Politik. Der Markt sei chaotisch und Sparer haben einen stetig anwachsenden Verwaltungsaufwand, so Laumann weiter: „Das heißt für mich, dass wir eine Verpflichtung zu Betrioebsrente brauchen.“

Insbesondere die geringe Anzahl an Riesterverträgen zeige für den Sozialminister das Erfordernis einer Alternative. Diese müsste den Gedanken Laumanns folgend jedoch auch die Möglichkeit besitzen, eine höhere Marktdurchdringung zu erreichen und zudem ähnliche Sicherheiten bieten.

Deutschlandrente ohne Garantien: Der CDU Plan

Einen Entwurf zu einem solchen Produkt gibt es schon länger: Die Deutschlandrente. So bezeichnet das hessische Finanzministerium ein Konzept für eine allgemeine Betriebsrente. Sie basiert auf einem Fonds, der in Aktien investiert sei. Es gibt jedoch keine Garantien, die Matthias Schenk, Mitarbeiter im hessischen Finanzministerium, als kostentreibend bezeichnet.  Allerdings bestehe nach Schenk so die Möglichkeit, „Bürger ins richtige Verhaltensmuster zu schubsen“.

In der Folge ergäbe sich so eine Konkurrenzsituation zum freien Markt von Privatanbietern. Der Kritik unfairer Angebote beim Angebot von Riesterverträgen seitens des Sozialministers Laumann würde somit zusätzlich Rechnung getragen.

Seite zwei: Drei Millionen Selbstständige als Retter der Rente: Der SPD Plan

Weiter lesen: 1 2

3 Kommentare

  1. Jede Regierung in Berlin operiert an einzelnen Syntomen zum Beispiel „Rente“ herum. Der ganzheitliche Ansatz zur gerechten Verteilung der Ausgaben für Rente und Pensionen fehlt total. Der Arbeiter oder Angestellte kann nicht über die Höhe der Rente abstimmen,dagegen stimmen die Beamten in Berlin sehrwohl über ihre Höhe der Pension bundesweit ab. Jeder Beamte ist sich der nächste und stimmt zu seinem Besten ab. Der Angestellte muß nach ca.45Jahren Arbeit in der freien Wirtschaft abwarten,was von der BfA für ihn als gerechte Rente errechnet wird. Die immer noch weit unter der Beamtenpension liegt bei vergleichbaren Berufsbild und Verantwortung. Ein Angestellter in der heutigen schwierigen und volatiler Arbeitswelt kann sich nicht mehr an Gehalt in seinem Arbeitsleben erarbeiten als ein Beamter in einergesicherten Arbeitswelt. In der freien Marktwirtschaft kann ich nicht sagen, ich habe nicht genügend Mitarbeiter deshalb kann ich den übernommenen Auftrag auch nicht ausführen. Dann gibt es eine saftige Vertragsstrafe für den Unternehmer. Der Staat sagt, leider haben wir zu wenig Beamte, die müssen zuerst gesucht werden,damit wir den zugesagten Bürgerschutz bieten können. Wohlgemerkt ohne Vertragsstrafe.

    Deshalb gehört endlich eine Gleichbehandlung von der freien Wirtschaft zum Beamtentum geschaffen. Aber in jeder Beziehung.

    Kommentar von Herbert Strobel — 23. Januar 2019 @ 17:49

  2. In der Auflistung zwecks Betriebsrente fehlt der óffentliche Dienst.

    Kommentar von Ralf Klein — 12. Januar 2019 @ 14:24

  3. BM Hubertus Heil ist von der Wirklichkeit weit entfernt . Verkehrte Welt CDU Laumann s Vorschlag TOP
    Hubertzs Heil s Vorschlag Flop.

    Kommentar von Detlef Baade — 12. Januar 2019 @ 11:08

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Überlastet und ausgebrannt

Hoher Zeitdruck und zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch zu viel Arbeit für die eigentlich vereinbarte Arbeitszeit sind Faktoren, die bei vielen Beschäftigten hierzulande zu Überlastung führen. Das zeigt der aktuelle DGB-Report „Arbeiten am Limit“.

mehr ...

Immobilien

Tipps für Mieter: Betriebskostenabrechnung ohne böse Überraschungen

Zu hoher Warmwasserverbrauch, einmalige Reparaturen oder ein falscher Umlageschlüssel: Die jährliche Betriebskostenabrechnung sorgt bei Mietern und Vermietern immer wieder für Streit und Diskussionen. Dabei muss nicht immer ein zu hoher Wasser- und Heizungsverbrauch des Mieters die Ursache für eine falsche Betriebskostenabrechnung sein. Nicht selten sind Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Worauf Mieter daher achten sollten, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleiters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia kauft Healthcare-Immobilie in Hamburg

Das Immobilienunternehmen Patrizia AG hat für seinen Fonds Pflege Invest Deutschland I eine gemischt genutzte Immobilie mit Schwerpunkt auf sozialer und medizinischer Versorgung in Hamburg erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...