16. September 2019, 14:33
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Digitalisierung: Lücke im Versicherungsschutz von IT-Dienstleistern?

Da viele Unternehmen kein geeignetes Personal finden oder nicht über die nötigen Kapazitäten verfügen, übernehmen IT-Dienstleister immer mehr Digitalisierungsprojekte in Deutschland. Angesichts wachsender Auftragszahlen sowie zunehmend komplexer Projekte zeigen sich Dienstleister verunsichert, welche Folgen ein beruflicher Fehler nach sich ziehen könnte.

Domino-kettenreaktion-risiko-shutterstock 551215588 in Digitalisierung: Lücke im Versicherungsschutz von IT-Dienstleistern?

Laut dem aktuellen IT-Versicherungsindex der Bitkom Research GmbH im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox sind 51% der deutschen IT-Dienstleister der Ansicht, dass digitale Risiken in ihrem Beruf unkalkulierbar sind. 44% haben Angst, dass auf einen verursachten Schaden auch finanzielle Konsequenzen folgen.

Zwar haben 92% der Befragten Einblick, wo und wie ihr Produkt eingesetzt wird. Gleichzeitig wissen aber lediglich 61%, bis zu welchem Punkt sie für ihr Produkt und mögliche Folgeschäden daraus haftbar sind.

Weniger als die Hälfte der IT-Dienstleister (49%) ist sich zudem sicher, dass die bestehenden Versicherungen etwaige Schäden decken würden. Für die repräsentative Studie wurden 305 IT-Verantwortliche aus deutschen IT-Dienstleistungsunternehmen befragt.

IT-Projekte: Absicherung gegen digitale Risiken notwendig

„Die Digitalisierung kann in Deutschland nur dann erfolgreich voranschreiten, wenn sich sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer von IT-Projekten sicher sein können, dass die digitalen Risiken abgesichert sind. Die schnelllebige vernetzte Welt braucht passgenaue und gleichzeitig flexible Sicherheitsnetze, um Gefahren im Zaum zu halten.

Dennoch sehen wir noch immer, dass IT-Dienstleister über nicht zeitgemäßen Versicherungsschutz verfügen. Nach wie vor gelten z. B. Stand-der-Technik-Klauseln, Entschädigungsgrenzen für wichtige Komponenten oder ein eingeschränkter Versicherungsschutz für Verzögerungsschäden.

Dies hemmt IT-Dienstleister in der erfolgreichen Umsetzung ihres Geschäftsmodells, schafft im Schadenfall Frust zwischen den Vertragsparteien und führt im schlimmsten Fall zu einer Deckungsablehnung.

Neben klaren vertraglichen Regelungen sollte daher auch ein zukunftsgewandter Versicherungsschutz für IT-Dienstleister zu den Must-Haves der Branche zählen. Damit können sich alle Beteiligten aktuell und in Zukunft auf ihre digitalen Geschäftschancen fokussieren“, kommentiert Marc Thamm, Underwriting Manager Technology, Media & Communications bei Hiscox.

Bedeutung von IT-Versicherungen gestiegen

 Der IT-Versicherungsindex untersucht die Bekanntheit, das Interesse an, die Nutzung sowie die beigemessene Relevanz von IT-Versicherungen für IT-Dienstleister. Der Versicherungsindex stieg im Vergleich zur Vorjahresbefragung um 3,5 Punkte auf 75,7 (Mittelwert auf einer Skala von 0 „keine Relevanz“ bis 100 „maximale Relevanz“).

Speziell unter den großen IT-Dienstleistern (200-499 Mitarbeiter) hat die Bedeutung von IT-Versicherungen deutlich zugenommen. Der IT-Versicherungsindex stieg hier im Jahresvergleich um 8,7 Punkte auf 84,5. Die Studie lässt auch einen Anstieg bei den Abschlusszahlen von IT-Versicherungen erkennen.

 

Seite 2: Was Auftraggeber erwarten

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